In den kommenden Wochen wird das PCR-Corona-Testsystem auf 188 Kitas ausgeweitet

Start für die Lolli-Pooltests in Kindertageseinrichtungen

Sicherer Betrieb und mehr Schutz für Kinder und Familien. Bilanz der Tests nach den ersten Wochen an 36 Schulen: 40.000 Lolli-Tests und 28 infizierte Kinder

Die Inzidenzzahlen sinken – doch die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Die Stadtverwaltung erweitert die Teststrategie der PCR-Pooltests jetzt auch auf 188 Kindertageseinrichtungen.
Seit Mitte dieser Woche haben mehr als 30 Kindertageseinrichtungen mit dem Lolli-Testverfahren begonnen. Parallel laufen die Schulungen und Vorbereitungen in weiteren Einrichtungen. In den kommenden Wochen sollen immer mehr Kitas an dem Testverfahren teilnehmen - bis Mitte Juni insgesamt 188 Einrichtungen. Das sind rund 7500 Kinder, die an der Testung teilnehmen und die damit jede Woche zwei Mal mit der PCR-Methode getestet werden.

„Besonders für Kinder und deren Familien braucht es eine Strategie, die einen sicheren Besuch von Kitas und Kindergärten möglich macht. Eine Impfung gegen das Coronavirus ist für sie vorerst nicht in Sicht. Um die jüngsten Freiburgerinnen und Freiburger und ihre Familien zu schützen, gehen wir mit der Einführung der Lolli-Tests an Kitas jetzt einen weiteren großen Schritt“, sagt Christine Buchheit, Freiburgs Schul-, Jugend- und Umweltbürgermeisterin.

Ein Pilotversuch in Freiburg hat gezeigt, dass sich die Lolli-Tests wegen ihrer einfachen Anwendung besonders für Kleinkinder eignen. In Freiburg gibt es insgesamt 244 Kindertageseinrichtungen (städtische Einrichtungen und freier Träger). Darunter sind 24 Waldkindergärten, die aus logistischen Gründen nicht an der Testung teilnehmen können. Einige Kindergärten haben mitgeteilt, dass sie nicht teilnehmen wollen, vereinzelt gab es in Einrichtungen auch zu wenige Einverständiserklärungen der Eltern. Nur wenn mehr als 50 Prozent der Eltern dem Lolli-Test-Verfahren zustimmen, kommt eine Kita in das Programm. Insgesamt erreicht die Stadtverwaltung aber ein sehr positives Feedback. Das zeigt sich unter anderem daran, wie viele Kindertageseinrichtungen dabei sein wollen. Die Zustimmungsquote der Eltern in diesen Einrichtungen liegt dort im Schnitt bei rund 80 Prozent. Für die Einrichtungen und Kinder, die nicht teilnehmen, stehen wie bisher Antigen-Schnelltests zur Verfügung.
 

Pool-Projekt wächst schnell
Das Pool-Projekt wächst. Mitte März wurde mit wenigen Schulen und einer Kita in einer Pilotphase gestartet, Ende April wurden die Pooltests auf insgesamt 36 Schulen ausgeweitet, darunter fast alle Grundschulen und Sonderpädagogischen Bildungszentren. Jede Woche werden hier derzeit mehr als 9400 Schülerinnen und Schüler sowie Schulpersonal mit der PCR-Methode auf das Corona-Virus getestet. Mittlerweile gab es so ca. 40.000 Schülerinnen und Schüler in etwa 2300 Pools. Insgesamt wurden dabei 28 Kinder positiv getestet. Und der nächste Schritt für das Projekt ist bereits geplant: Nach den Kitas sollen die weiterführenden Schulen und die Privatschulen die Möglichkeit bekommen, sich an den PCR-Pooltests zu beteiligen.

Das schnelle Wachsen des Projekts bedeutet einen hohen logistischen Aufwand und ist nur dank der engen Zusammenarbeit der beteiligten Fachämter und der engen Abstimmung mit dem Verwaltungsstab möglich. Um das Material an die Einrichtungen zu verteilen und die Tests ins Labor zu bringen, engagieren sich sehr viele Helferinnen und Helfer aus der Stadtverwaltung und der der Freiwilligen Feuerwehr.

Rückmeldungen aus teilnehmenden Schulen zeigen, dass sich das Verfahren gut etabliert hat. Natürlich waren zu Beginn zahlreiche Detailfragen zu klären. Die Schulen sind jetzt vor allem sehr zufrieden mit der speziell entwickelten Software, die viel Erleichterung im Alltag bringt. Die digitale Infrastruktur ist eine besondere Stärke des Projekts. Eltern, Schulen und jetzt auch Kindertageseinrichtungen werden automatisiert und datenschutzkonform über die Testergebnisse informiert. Wenn ein Pool positiv ist, bekommen Eltern eine Anleitung übermittelt, was zu tun ist.

Auswirkungen bei positivem Pool in der Kita
Das System der Pooltests ist in Schulen und Kitas dasselbe. Und doch gibt es Unterschiede – nämlich dann, wenn ein Pool positiv getestet wird. In Schulen werden in diesem Fall alle Schülerinnen und Schüler nachgetestet. Wer einen negativen Test vorweisen kann, darf zurück in den Präsenzunterricht. In Kitas ist das anders. Wenn ein Pool positiv ist, sollen auch hier alle Kinder einzeln getestet werden. Doch müssen alle Kinder eines positiven Pools in der Regel für zwei Wochen in Quarantäne, auch wenn ihr Einzelergebnis negativ ist. Die Anordnung von Quarantäne ist immer eine Einzelfallentscheidung des Gesundheitsamtes. Anders als in Schulen werden in Kitas aber keine Masken getragen und kein Abstand gehalten. Somit werden wohl alle Kinder als enge Kontaktpersonen eingestuft. Auch mit einem negativen PCR-Test können die Kinder erst nach der Quarantäne wieder in die Kita gehen.

Es gibt allerdings eine Ausnahme dieser Regel. Wenn der Pool positiv getestet wird, folgt die einzelne Nachtestung. Hier stellt sich heraus, welches Kind infiziert ist. Sollte die Viruslast des Kindes sehr niedrig sein (diese Werte liefert die PCR-Methode), kann ein zweiter Test nach wenigen Tagen folgen. Ist die Viruslast hier erneut geringer, ist nachgewiesen, dass das Kind zum Zeitpunkt des Pooltests nicht mehr ansteckend war. Dann dürfen die Kinder der Gruppe zurück in die Kita.

Hintergrund: der Lolli-Test
Das Prinzip des Lolli-Tests ist einfach und effektiv: In Pooltests werden ganze Klassen oder Kita-Gruppen gemeinsam getestet. Wattestäbchen werden dabei wie Lollis gelutscht und anschließend gemeinsam ins Labor für die PCR-Untersuchung gegeben. Eine Klasse oder eine Kindergartengruppe bildet einen Pool, nur wenn ein Pool positiv ist, muss einzeln nachgetestet werden. Das Projekt wurde gemeinsam mit Uniklinik Freiburg und dem Gesundheitsamt entwickelt.

Veröffentlicht am 21. Mai 2021

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