Neues Zuhause für Kinder

Pflegeeltern dringend gesucht

Eine Frau, ein Mann und zwei Kinder lächeln von oben in eine Kamera.
Als Pflegeeltern sind nicht nur Familien oder Ehepaare gesucht, sondern Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. (Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com)

Derzeit sind in Freiburg 136 Kinder in Vollzeitpflege und weitere elf Kinder in Bereitschaftspflege untergebracht. Mehrere Babys und Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren warten aktuell auf ein neues Zuhause in einer Pflegefamilie. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie sucht daher dringend Familien, Singles oder Paare in Freiburg, die sich vorstellen können, ein Kind bei sich aufzunehmen.

Kinder haben das Recht, sicher und beschützt aufzuwachsen. Leider gelingt das nicht immer. Schwere Erkrankungen, Krisen, massive Belastungen oder eigene traumatische Erfahrungen können dazu führen, dass Eltern ihren Kindern nicht ausreichend Schutz und Geborgenheit bieten können. Solche Fälle rufen das städtische Amt für Kinder, Jugend und Familie auf den Plan: Die Fachkräfte des Pflegekinderdienstes suchen und vermitteln Hilfen, um das Kindeswohl zu sichern. Als letzte Konsequenz kann dies bedeuten, das Kind in einem neuen, sicheren Zuhause unterzubringen, in dem es sich gesund und geschützt entwickeln kann.

Infoabend am 14. April

Der nächste Infoabend findet am Mittwoch, 14. April, von 17 bis 19 Uhr als Onlineveranstaltung statt, Anmeldung per Mail an aki@stadt.freiburg.de.

Bereitschafts- oder Vollzeitpflege?

Bereitschaftpflege

Bei der Aufnahme eines Pflegekindes sind grundsätzlich zwei Arten zu unterscheiden: Die Bereitschafts- und die Vollzeitpflege.

Bei der Bereitschaftspflege geht es um die akute und kurzzeitige Unterbringung eines Kindes, wenn es wegen einer drohenden Gefahr sofort aus der Familie genommen werden muss. Das Gesetz spricht hier von einer Inobhutnahme. In der Regel endet sie nach einigen Wochen, manchmal auch Monaten, wenn die akute Notlage beendet ist oder eine langfristige Unterbringung des Kindes außerhalb des Elternhauses sichergestellt ist. Die Pflegeeltern sind hier gefordert, sich flexibel und konstruktiv auf ein unbekanntes, schutzbedürftiges Kind einzustellen. Lebenserfahrung und eine pädagogische Ausbildung sind dabei von Vorteil.

Vollzeitpflege

Die Vollzeitpflege ist hingegen längerfristig geplant und angelegt: Das Kind soll dauerhaft oder für längere Zeit ein neues Zuhause finden, in dem es stabile und langfristige Beziehungen aufbauen kann. Die Pflegeeltern gestalten den normalen Alltag mit dem Kind und nehmen es als Familienmitglied auf. Doch auch in diesem Fall müssen sich die Pflegeeltern vor allem zu Beginn oft auf eine Ungewissheit einlassen, ob und wann das Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkehrt. Dazu ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und den leiblichen Eltern im Sinne des Kindes unerlässlich. Erst wenn klar ist, dass die leiblichen Eltern ihre Erziehungsaufgaben dauerhaft nicht erfüllen können, verändert sich die Perspektive: Die Kinder bleiben dann in der Regel in ihrer Pflegefamilie bis sie erwachsen sind.

Wer kann sich als Pflegeeltern melden?

Als Pflegeeltern sind nicht nur Familien oder Ehepaare gesucht, sondern Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen: Singles oder Paare mit Kindern oder ohne, gleichgeschlechtliche Paare ebenso wie Menschen mit Migrationshintergrund.

Wer Interesse daran hat, ein Pflegekind bei sich aufzunehmen, muss in einer stabilen finanziellen, familiären und sozialen Situation leben, über ausreichend Platz und Zeit verfügen und die Bereitschaft haben, sich auf ein Kind und dessen andere, oft schwierige Lebenswelt voll einzulassen. Pflegeeltern sind zudem gefordert, die Herkunftsfamilie des Kindes zu akzeptieren und in manchen Fällen auch loszulassen, wenn das Kind dorthin zurückkehren kann.

Wer sich darum bewirbt, ein Kind in Pflege zu nehmen, wird auf diese anspruchsvolle Aufgabe vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes sorgfältig vorbereitet: Vor einem Einsatz findet ein Vorbereitungsseminar statt, in dem die Themen, die auf Pflegefamilien zukommen, ausführlich behandelt werden. Im Falle einer Vermittlung werden die Pflegeeltern dauerhaft in allen Erziehungsfragen vom Jugendamt begleitet und beraten. Daneben erhalten sie ein Pflegegeld, das den notwendigen Unterhalt und die Kosten der Erziehung deckt.

Kontakt

Wer in Freiburg lebt, sich vorstellen kann, ein Kind bei sich aufzunehmen und die oben genannten Kriterien erfüllt, kann sich beim Pflegekinderdienst im Amt für Kinder, Jugend und Familien melden: Tel. 0761 / 201-8601.

Veröffentlicht am 19. März 2021
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