Stadt Freiburg startet innovatives Testkonzept an Schulen

Wattestäbchen

Regelmäßige Testungen ganzer Klassen sollen helfen Infektionsketten zu unterbrechen – dieses Pilotprojekt startet morgen in Kooperation mit der Uniklinik und dem Gesundheitsamt.

Wie funktioniert das?
Die Probenentnahme erfolgt zu Unterrichtsbeginn an einem vorher festgelegten Tag durch die Schüler*innen selbst. Unter Anleitung der Lehrkraft lutschen die Schüler*innen auf zwei Wattestäbchen. Das erste Stäbchen wird in ein Sammelröhrchen (Pool) geworfen, das anschließend von der Lehrkraft verschlossen und mit dem Namen der Klasse versehen wird. Das zweite Stäbchen kommt in ein Einzelröhrchen, das entweder mit dem Namen der Schüler*in oder einer von der Schule vergebenen Nummer versehen ist.

Alle Röhrchen werden dann an ein Labor geschickt. Dort wird zunächst nur der Pool getestet. Ist der PCR-Test negativ, liegt in der Klasse keine Infektion vor. PCR-Tests sind sehr zuverlässig – mit Falschdiagnosen ist daher nur im Ausnahmefall zu rechnen.

Ist ein Pooltest positiv, werden die Proben einzeln überprüft, um festzustellen, welche/r Schüler*in infiziert ist. Die Rückmeldung erfolgt noch am selben Tag an die Schule und das Gesundheitsamt. Über weitere Maßnahmen informiert das Gesundheitsamt die betroffene Familie. Vom Gesundheitsamt wird in Absprache mit der Schulleitung auch geklärt, ob und wie der Unterricht fortgesetzt werden kann.

Zunächst startet das Pilotprojekt an einer Schule und wird dann sukzessive auf weitere Schulen und auch Kitas ausgeweitet. Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig, eine Einverständniserklärung der Eltern ist Voraussetzung. Die Schulen werden die Eltern entsprechend informieren. Weitere Informationen zum Testverfahren gibt es unter www.schoco.org

Jeden Tag alle 40.000 Schüler*innen der Stadt zu testen ist aus logistischen Gründen (z.B. Laborkapazitäten) nicht möglich. Vielmehr soll es zahlreiche Stichprobentests geben, die eine Überwachungsfunktion haben. Alle Schüler*innen sollen wiederholt getestet werden, die Frequenz muss in Abhängigkeit der aktuellen Infektionslage evaluiert werden. Eine Testung aller Schüler*innen innerhalb einer Woche ist denkbar.

Mit unserem Pilotprojekt, das von der Uniklinik wissenschaftlich begleitet wird, wollen wir Infektionen schnell entdecken und eindämmen. Gleichzeitig benötigen wir aber dringend ein einheitliches und gut koordiniertes Vorgehen von Bund und Land, um unterschiedliche Regeln und Ansätze in den Kommunen zu vermeiden.

Veröffentlicht am 17. März 2021
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