Geburtenrekord 2020

Klassische Namen hoch im Kurs

Es war ein Rekordjahr. Noch nie wurden in Freiburg so viele Kinder geboren wie 2020: 5656 Babys erblickten in den Krankenhäusern der Stadt das Licht der Welt – das sind 101 mehr als jene 5555, die im bisherigen Spitzenjahr 2018 zur Welt kamen. Dabei waren die Jungs mit 2848 gegenüber 2806 Mädchen leicht in der Überzahl.

Straßenschild der Klarastraße
Auch heute wieder beliebt: Klara oder auch Clara zusammen mit Sophia/Sofia waren im Jahr 2020 die beliebtesten Mädchennamen in Freiburg. Bei den Jungs führt Matteo in allen denkbaren Schreibweisen die Hitliste der am häufigsten ausgesuchten Vornamen an. (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg)

Übertroffen wurde damit auch das Babyboomer-Jahr 1966, in dem 5396 Geburten gezählt wurden. Allerdings hatte Freiburg damals noch weniger Einwohner, und im Umland gab es noch mehr Geburtsstationen. Erfasst werden in der Statistik des Standesamts nämlich alle Kinder, die in Freiburg geboren werden – also auch jene, deren Eltern aus dem Umland in die Kliniken der Stadt kommen. Ihr Anteil machte im vergangenen Jahr 56 Prozent aus.

Nicht nur bei den Geburten an sich, auch bei den Mehrlingsgeburten gibt es einen Rekord zu vermelden: Mit 134 Zwillingspärchen wurde der bisherige Höchstwert von 124 aus den Jahren 2016 und 2017 getoppt, im vergangenen Jahr waren es 120 gewesen. Außerdem kamen in Freiburg viermal Drillinge zur Welt.

Jahr der Sommerkinder

Die meisten der Neugeborenen waren Sommerkinder. Mit 529 hatte der Monat Juli die höchste Geburtenrate, der Februar dagegen schnitt mit 397 Geburten am schlechtesten ab. Auf den Tag bezogen führen der 23. Juli und der 21. September die Liste an: An beiden Tagen kamen jeweils 26 Babys zur Welt. Ganz ruhig ging es in den Kreißsälen dagegen am Dreikönigstag zu; am 6. Januar 2020 wurden nur drei Geburten gezählt.

104 Babys wurden zu Hause geboren, das sind elf mehr als 2019 und so viele wie noch nie, seit 1978 begonnen wurde, die Zahl der Hausgeburten zu erfassen. 40 Kinder kamen tot zur Welt, das waren neun mehr als im Vorjahr. Die Eltern der Babys kamen aus 119 verschiedenen Herkunftsländern.

Auch Kurioses gibt es in Sachen Geburten zu vermelden: Ein Kind etwa kam im St. Josefskrankenhaus am 7. 8.genau um 7.08 Uhr zu Welt, ein anderes pünktlich zum Geburtstag seiner Mutter. Eine Frau bekam 2020 gleich zwei Kinder: eines am 18. Januar, das zweite am 15. Dezember.

Die jüngste Mutter des Jahres 2020 war 15 Jahre alt, die älteste 49, der älteste Vater 72. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 45 Jahren. Ein knappes Drittel der Eltern (31,9 Prozent) war, ähnlich wie in den Jahren zuvor, nicht verheiratet.

Klassische Namen im Trend

Und wie soll das Baby heißen? Mit jedem Neugeborenen stellt sich die Frage nach dem Namen – dabei ist die Auswahl riesig. 1952 verschiedene Vornamen wählten die Freiburger Eltern im vergangenen Jahr für ihre Kinder aus. Der Trend geht, wie schon in den Vorjahren, zu klassischen, alten Namen: Bei den Mädchen führen Clara/Klara und Sophia/Sofia die Liste der „Top zehn“ (siehe Kasten) an, sie verdrängten Emilia und Emma von den Spitzenplätzen auf die Positionen zwei und drei. Bei den Jungen stehen Mat(h)eo/Matt(h)eo ganz oben auf der Hitliste. Ähnlich beliebt sind Leon und Noah (Platz zwei und drei). Neu unter die ersten 20 kamen hinzu: Leo, Julian, Max, Adam und Mika.

TOP 10 der Vornamen

Platz Mädchen Jungen
1 Clara / Klara
Sophia / Sofia
Mat(h)eo / Matt(h)eo
2 Emilia
Leon
3 Emma Noah
4 Luisa / Louisa Elias / Elyas
5 Ella
Mila
Paul
6 Lina Emil
7 Hannah / Hanna
Nora
Luis / Louis
8 Lea
Marie
Jakob / Jacob
9 Ida
Maya / Maja
Mia
 Luca / Luka
10 Anna
Lia
Henri / Henry

Göttlicher Bär und Pfirsichblüte

Soweit die eher geläufigen Vornamen; wie immer wurden auch Namen aus anderen Sprachen und Kulturen ausgesucht, zum Teil auch kuriose. Aus Norwegen und Dänemark etwa stammt der männliche Vorname Espen, der seinem Träger bescheinigt, ein göttlicher Bär zu sein. Ebenfalls aus dem Norwegischen kommt der Jungenname Eyvind, der sich aus den beiden Worten Ey für Glück, Geschenk und Vindr für Kämpfer, Krieger zusammensetzt. Auch der japanische Name Kenji symbolisiert Stärke: Übersetzt heißt er „starker oder zweiter Sohn“.

Der kurdische Mädchenname Ronahi hat die schöne Bedeutung Sonnenschein und Licht, ähnlich wie der altnordische, germanische Name Vanadis, zu Deutsch „Die Glänzende“. Überirdischen Bezug stellen die beiden aus Hawaii stammenden Mädchennamen Nalani und Leilani her: Ersterer steht für „Ruhe des Himmels“, der zweite für „Blume des Himmels“. Der japanische Mädchennamen Momoko bedeutet kleine Pfirsichblüte.

Von gemütlich bis lockig

Ganz einfach nach dem Tag ihrer Geburt heißen Yaa und Yao, ein am 12. November geborenes Zwillingspärchen. Yaa bedeutet im Afrikanischen „ein am Donnerstag geborenes Mädchen“, Yao steht für einen am Donnerstag geborenen Jungen. Der polynesische Mädchenname Vaiana, bekannt aus dem gleichnamigen Disneyfilm, bedeutet „Mädchen des Wassers“, und Macarena erinnert an einen spanischen Sommerhit aus dem Jahr 1993.

Ein Mädchen wurde Curly genannt, was welliges, lockiges Haar heißt, ein anderes Cosy, zu Deutsch „gemütlich“, und eines wurde nach dem französischen Wort für die Haselnuss Noisette genannt.

„Mein Name ist Teddy“ – wer sich so vorstellt, weckt bei vielen sicher Erinnerungen an treue Kindheitsbegleiter, doch im Amerikanischen ist Teddy einfach nur die Kurzform von Theodor.

Bei solcher Vielfalt wundert es kaum, dass die meisten Kinder nicht nur einen Vornamen bekommen haben: 2771 tragen zwei Vornamen, 316 drei und 26 Kinder sogar mehr als drei Vornamen. Nur einen einzigen Namen bekamen 2523 Kinder.

Veröffentlicht am 29. Januar 2021
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