Regenerationskalkung im Forstbezirk Hochschwarzwald

Bodenschutzkalkung zur Stärkung der Wälder im Klimawandel – zeitweise Waldsperrungen in Kappel

Im Zeitraum vom 12. bis 20. November 2020 findet auf Staatswaldflächen der Gemarkung Freiburg-Kappel eine Bodenschutzkalkung statt. Der ausgebrachte Naturkalk ist für Waldbesucher ungefährlich.

Je nach Wetterlage wird die Maßnahme zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen. Während der Ausbringungsarbeiten werden die betroffenen Waldbereiche abgesperrt, dadurch kann in dieser Zeit der Waldzutritt teilweise eingeschränkt sein. „Waldbesucher sollten die Sperrhinweise beachten, denn es ist mit einem erhöhten LKW-Verkehr aufgrund der Materialanlieferungen zu rechnen und es wird staubig werden" betont Philipp Weiner vom Forstbezirk.

Folgende Waldflächen in Kappel werden gekalkt: Im Großtal auf der westlichen Talseite, gegenüber vom Junghof bis auf Höhe Marxenhof, sowie auf der  östlichen Talseite vom Herchersattel bis gegenüber Marxenhof. Weiterhin im Kleintal oberhalb Gutmannhof.
 
Hintergrundinformation
Der Klimawandel stellt die Wälder derzeit vor besonders große Herausforderungen. Trockenheit, Stürme und Schädlinge stressen die Bäume. Die Wissenschaft sieht in der Bodenversauerung einen zusätzlichen Auslöser für die Waldschäden. Die Regenerationskalkung der Waldböden ist in Zeiten der Klimakrise daher eine wichtige Strategie zur Anpassung der Wälder.

„Mit der gezielten Kalkung unterstützen wir unsere Waldböden und mildern die negativen chemischen Prozesse im Unterboden ab“, erläutert Weiner. „In den letzten 70 Jahren haben viele unserer Waldböden durch Luftschadstoffe und Säureeinträge stark gelitten“. Intakte Waldböden sind die Lebensgrundlage für gesundes Waldwachstum und für die langfristige Erhaltung der Waldfunktionen äußerst wichtig. Forscher gehen davon aus, dass Bäume in versauerten Böden flacher wurzeln und dort noch anfälliger für Trockenstress sind. Mit der Kalkung soll ein natürlicher Bodenzustand als Grundlage für einen Wald mit verbesserter Widerstandkraft gegen Klimaänderungen gefördert werden.

Seit rund zehn Jahren werden in Baden-Württemberg zur Bodenschutzkalkung Gemische aus Dolomit, Holzasche und Wasser eingesetzt. Das Material wird  mittels speziell ausgerüsteter Fahrzeuge vom Boden aus verblasen. Für die Planung der Bodenschutzkalkung wurden zahlreiche Informationen über den Bodenzustand durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg herangezogen und durch Bodenproben ergänzt. Auf diesen Grundlagen wurden Karten erstellt, die als Planungsgrundlage dienen. Darin sind Kalkungsflächen, Ausschlussbereiche, geeignete Materialmischung und eine Empfehlung zur Art der Ausbringung dargestellt. Auf Grundlage dieser Karten erfolgt eine Abstimmung mit den Naturschutz- und Wasserbehörden. Die Durchführung der Maßnahme werden von den Forstleuten vor Ort überwacht.

Veröffentlicht am 11. November 2020