"Erinnere Dich"

Bronzenes Band umrahmt den Synagogenbrunnen

Großer Platz mit Wasserfläche, auf dem Boden die Inschrift "Erinnere Dich".
Ort der Erinnerung: Der Brunnen auf dem Platz der Alten Synagoge (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg).

Der Synagogenbrunnen ist ein Ort des Erinnerns an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Der Platz der Alten Synagoge, auf dem der Brunnen liegt, ist aber auch ein stark frequentierter, attraktiver urbaner Platz.

Die Synagoge wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten zerstört. Auf der Stele neben dem Gedenkbrunnen heißt es dazu: "Die Zerstörung der Synagoge markiert den Übergang von der Entrechtung und Diskriminierung der jüdischen Mitmenschen zur Verfolgung und zum Holocaust."

Informieren und Erinnern

Um den Synagogenbrunnen als Ort der Erinnerung deutlicher wahrnehmbar zu machen sowie ein respektvolles und angemessenes Verhalten an diesem Ort herbeizuführen, wurde nun ein bronzenes Band um den Brunnen verlegt, auf dem die die Worte "Erinnere Dich" in acht Sprachen zu lesen sind: Auf Deutsch, Hebräisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Arabisch und Russisch. Das Band misst insgesamt 96 Meter und liegt in einem rechteckigen Rahmen mit 2 Meter Abstand zu den Außenkanten um den Brunnen. Anders als der Brunnen selbst, bildet es bewusst nicht den genauen Grundriss der Synagoge ab. Es soll nachts beleuchtet werden.

Neben dem Zonierungsband soll ein bronzenes Modell der Synagoge den Gedenkbrunnen ergänzen. Das Modell ist bereits angefertigt und wird vermutlich Ende November installiert. Auf dem Sockel des Modells wird die Inschrift zu lesen sein: "Denn mein Haus wird ein Haus des Gebets für alle Völker genannt werden, Jesaja 56,7". Diese Inschrift wird in vier Sprachen zu lesen sein: Auf Deutsch, Hebräisch, Englisch und Französisch. Das Zitat stand in ähnlicher Form an dem Eingang der alten Synagoge.

Hintergrund

Weil immer wieder Menschen den Brunnen zum Baden benutzen, wurden nach der Eröffnung des Platzes im November 2017 zwei Informationsstelen aufgestellt, die über die frühere Synagoge informieren und um angemessenes Verhalten bitten. Weil diese Maßnahme nicht ausreichte, wurden in einem umfassenden Abstimmungsprozess ergänzende bauliche und organisatorische Maßnahmen entwickelt, die der Gemeinderat im Mai 2019 beschlossen hat. Die organisatorischen Maßnahmen werden seitdem umgesetzt. Im Sommer 2019 wurden zudem Piktogramme mit Verhaltenshinweise am Brunnen installiert, auf denen etwa angemahnt wird, den Brunnen nicht zu betreten und keinen Müll hinein zu werfen.

Veröffentlicht am 06. November 2020