9. November

Gedenken an die Pogromnacht vor 82 Jahren

Alte Synagoge um 1930 (Stadtarchiv M 70 S 201-27 zu Nr. 11-33)

Die Zerstörung der Freiburger Synagoge in der Reichs­pogromnacht jährt sich dieses Jahr zum 82. Mal. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Gedenkstunde auf dem Platz der Alten Synagoge von städtischer Seite aus dieses Jahr, in Absprache mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit als Mitveranstalterin, abgesagt.

Die Zerstörung der Freiburger Synagoge in der Reichs­pogromnacht jährt sich dieses Jahr zum 82. Mal. Die staatlich befohlenen Brandstiftungen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, bei denen auch die Freiburger Synagoge neben dem heutigen Kollegiengebäude I der Universität in Flammen aufging, markierten einen entscheidenden Schritt von der Entrechtung, Diskriminierung und Verfolgung jüdischer Mitmenschen hin zu Deportationen und Holocaust.

Jedes Jahr kommen Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinden, der Stadt und mehrerer Institutionen und Verbände am 9. November auf dem Platz der Alten Synagoge zusammen, um an die Pogromnacht zu erinnern. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Veranstaltung von städtischer Seite aus dieses Jahr, in Absprache mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit als Mitveranstalterin, abgesagt.

Es ist notwendig und wichtig, dass wir uns an die schrecklichen Ereignisse der Pogromnacht vor 82 Jahren erinnern. Es führt eine direkte Linie von der Zerstörung der Synagogen in Freiburg und vielen anderen deutschen Städten hin zum Massenmord an den europäischen Juden. Das dürfen und werden wir nie vergessen. Und auch wenn es in diesem Corona-Ausnahmejahr 2020 leider von städtischer Seite aus keine Veranstaltung gibt, gedenken wir dennoch im Stillen der fürchterlichen Verbrechen, die auch hier, in unserer Stadt damals verübt wurden. Gerade weil antisemitische Parolen leider auch heute immer wieder zu hören sind, ist es umso wichtiger, diese Erinnerung wachzuhalten.

Martin W. W. HornOberbürgermeister der Stadt Freiburg

Veröffentlicht am 09. November 2020