Gedenken

80. Jahrestag der Deportation in das Konzentrationslager Gurs

Denkmal in Form eines liegengebliebenen Mantels auf einer Brücke
Der vergessene Mantel auf der Wiwilibrücke über den Freiburger Hauptbahnhof erinnert an die Opfer der Deportation in das französische Konzentrationslager Gurs. (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg)

Der 22. Oktober 1940 war der letzte Tag des jüdischen Laubhüttenfestes. Noch vor den reichsweiten Deportationen in die Vernichtungslager im Osten wurden in einer Blitzaktion der nationalsozialistischen Gauleiter Robert Wagner (Gau Baden) und Josef Bürckel (Gau Saarpfalz) an diesem Tag über 6500 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Baden, der Pfalz und dem Saarland in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert.

Allein vom Freiburger Bahnhof aus wurden mindestens 379 Freiburger Jüdinnen und Juden fortgeschafft. Viele der in Gurs Internierten starben aufgrund der schlechten Nahrung, katastrophaler hygienischer Zustände und fehlender medizinischer Versorgung. Ab August 1942 wurden die noch Lebenden in die Vernichtungslager im Osten, vor allem nach Auschwitz-Birkenau, gebracht und dort ermordet.

Gedenkfeier auf dem Platz der Alten Synagoge

Anlässlich des 80. Jahrestags der Deportation lädt die Stadt Freiburg zusammen mit den jüdischen Gemeinden zu einer Gedenkfeier am Donnerstag, dem 22. Oktober, um 16.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge. Es sprechen Martin Horn, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg, Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg, und Cornelia Haberlandt-Krüger, Vorsitzende der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher. Es beten El Male Rachamim, Kaddisch Moshe Hayoun und Annette M. Böckler.

Die Schauspielerin Natalia Herrera und der Sprecher Achim Barrenstein lesen behördliche Anordnungen und Anweisungen sowie Berichte und Briefe von nach Gurs Deportierten. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu dieser Gedenkfeier eingeladen.

Bereits am Vortag (Mittwoch, 21. Oktober) beleuchtet Julia Wolrab, die Leiterin des Dokumentationszentrums Nationalsozialismus Freiburg, in einem Vortrag die Geschichte des Platzes der Alten Synagoge. Der Platz vereint Aspekte aus Politik, Religion, Kultur, Begegnung, Repräsentanz, Abschottung, Öffnung und Zerstörung wie kaum ein anderer öffentlicher Ort. Der Vortrag geht auch detailliert auf die eigentumsrechtlichen Aspekte ein. Auch die Maßnahmen, die im Zuge von Restitution und "Wiedergutmachung" nach 1945 stattgefunden haben, werden thematisiert.

Veranstaltungen

Vortrag:
Mittwoch, 21. Oktober, 19 Uhr
Bürgerhaus Seepark,
Gerhart-Hauptmann-Straße1
Voranmeldung im Stadtarchiv Freiburg wird empfohlen, telefonisch unter 201-2701 oder per E-Mail an: stadtarchiv@stadt.freiburg.de

Gedenkfeier:
Donnerstag, 22. Oktober,16.30 Uhr
Platz der Alten Synagoge.

Weitere Veranstaltungen zum 80. Jahrestag der Deportation unter www.freiburg.de/gurs

Veröffentlicht am 19. Oktober 2020