Spende der Familie Jessen aus Kirchzarten

Kolbe-Plastik für das Kunstmuseum

Die Klagende, Georg Kolbe, 1926. (Foto: B. Strauss)
Die Klagende, Georg Kolbe, 1926. (Foto: B. Strauss)

Prominenter Zuwachs für die Sammlung: Das Museum für Neue Kunst freut sich über die Schenkung einer Bronzeplastik von Georg Kolbe. Christoph und Monika Jessen haben die 1926 entstandene Figur mit dem Titel „Die Klagende“ an Christine Litz, Direktorin des Museums für Neue Kunst, und Isabel Herda, Kuratorin am Museum für Neue Kunst, übergeben.

Christoph Jessen hatte bereits als kleiner Junge im Haus seiner Großeltern in Berlin Bekanntschaft mit der „Klagenden“ geschlossen. Später begleitete sie ihn und seine Ehefrau lange Jahre in ihrem Haus im Freiburger Umland. Auf der Suche nach einer neuen Heimat für die Plastik entschieden sie sich schließlich für das Museum für Neue Kunst in Freiburg: „Wir wollten ‚Die Klagende‘ an einem Ort wissen, an dem sie wertgeschätzt wird. Besonders freut uns, dass unser Geschenk nun nicht im Depot verschwindet, sondern direkt im Museum zu sehen ist“, so Jessen bei der Übergabe der Schenkung. Christoph Jessen ist bei der Stadt kein Unbekannter. Viele Jahrzehnte war er einer der Pressesprecher der Stadt und in dieser Eigenschaft auch für die Museen zuständig.

Georg Kolbe (1877–1947) zählte zu den wichtigsten Bildhauern im Deutschland der 1920er-Jahre. In seinen Werken suchte er nach Sinnbildern, um große Gefühle wie Schmerz, Trauer oder Einsamkeit auszudrücken. Kolbe ließ sich auch vom Ausdruckstanz der Zeit inspirieren. So wirkt die Haltung seiner „Klagenden“ bewusst inszeniert. Modell stand jedoch keine Tänzerin, sondern die Kunststudentin Hanna Weber.

Die Bronze wurde im Wachsausschmelzverfahren hergestellt – bei diesem Verfahren kann der Künstler sehr genau die Struktur der Oberfläche bestimmen. Insgesamt gibt es zwölf Exemplare, neun davon sind zu Lebzeiten von Kolbe gegossen worden, darunter das Freiburger Stück.

Bis Sonntag, 28. März 2021, ist „Die Klagende“ im Erdgeschoss des Museums für Neue Kunst zu sehen. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und ab 30. Juli donnerstags bis 19 Uhr geöffnet.

Veröffentlicht am 16. September 2020