Corona-Pandemie: Stadt wird Kultur und Sport unterstützen

Gemeinderat hat gestern zwei Förderprogramme für den Kulturbereich mit jeweils 100.000 Euro und ein umfangreiches Verfahren zur Bewertung der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bereiche Kultur und Sport beschlossen

Der Gemeinderat hat gestern zwei Förderprogramme zur finanziellen Unterstützung sowie ein umfangreiches Verfahren zur Bewertung der finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Bereiche Kultur und Sport beschlossen.

Kulturbereich

Die Tatsache, dass Kultureinrichtungen unter Beachtung der coronabedingten Vorgaben wieder geöffnet haben und dass überall in der Stadt sommerliche Open-Air-Kulturangebote entstanden sind, darf nicht darüber hinweg täuschen, dass viele Kultureinrichtungen dennoch stark unter den Einschränkungen ihres Kulturbetriebes im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu leiden haben und ihre Einnahmemöglichkeiten weit von dem Potenzial vor der Krise entfernt sind.

Davon sind auch viele Musikclubs und Musikspielstätten betroffen, die nicht nur für viele Bürgerinnen und Bürger einen wesentlichen Baustein des kulturellen Lebens in Freiburg darstellen, sondern die auch für die Existenz vieler Freiburger Musikerinnen und Musiker und DJs eine wichtige Rolle spielen.

Mit dem gestern beschlossenen Förderprogramm „Clubs und Musikspielstätten“ von 100.000 Euro möchte die Stadtverwaltung dafür sorgen, dass Live-Konzerte sowie Veranstaltungen mit DJs auch unter erschwerten Rahmenbedingungen stattfinden können. Die Abgabefrist für Anträge für das Förderprogramm „Clubs und Musikspielstätten“ endet am 11. September 2020.

Auch die Räume der städtischen Tochter FWTM sind zentrale Veranstaltungsorte für viele Kulturveranstalter in der Stadt. Bei gleichbleibenden Mieten und einer geringeren Platzauslastung steht jede Veranstaltungsplanung vor einer hohen Hürde. Deswegen eröffnet sich über das neue Förderprogramm „Erstattung von Mieten für Kulturveranstaltungen in den Räumen der FWTM“, das ebenfalls mit 100.000 Euro ausgestattet ist, für alle Kulturveranstalter die Möglichkeit, 50 Prozent der Miete erstattet zu bekommen. Die Erstattung von Mietkosten für Kulturveranstaltungen in den Räumen der FWTM gilt für den Zeitraum vom 1. August bis zum Ende des Jahres.

Beide Förderprogramme sind somit gleichzeitig Kulturförderung wie auch Wirtschaftsförderung. Ziel der Kulturförderung ist es, vielfältige kulturelle Angebote in der Stadt durch die finanziellen Unterstützungen zu ermöglichen. Ziel aus Wirtschaftsförderungssicht ist es, Kulturunternehmen in dieser Stadt in dieser schwierigen Zeit – ergänzend zu den Hilfsprogrammen von Bund und Land - finanziell zu stärken und zu erhalten.

Zusätzlich zu diesen beiden Förderprogrammen geht die Verwaltung offensiv auf die von der Stadt geförderten Kultureinrichtungen zu und analysiert die jeweils zu erwartenden Jahresergebnisse, die auf Grund der Corona-Krise stark von den ursprünglich geplanten Jahresergebnissen abweichen werden. Dabei wird es mit entscheidend sein, in welchem Maße es insbesondere Kultureinrichtungen gelungen ist, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die dazu führen werden, dass der Jahresfehlbetrag minimiert werden kann. Dazu zählen die Soforthilfeprogramme des Bundes und des Landes, aber auch personelle Maßnahmen, wie die Beantragung von Kurzarbeit. Dies gilt letztendlich auch für die Vereine aus dem Sportbereich für dort fest angestelltes Personal oder Ausgleichszahlungen für ausfallende Erträge, zum Beispiel Gastronomie. Die Verwaltung wird die Ergebnisse dieses Verfahrens dem Gemeinderat vorlegen, so dass dieser sich ein umfassendes Bild für die anstehenden Haushaltsberatungen machen kann.

Das Verfahren der Stadt Freiburg beinhaltet auch die Möglichkeit, dass die Kulturbetriebe, die die Corona-Krise am härtesten getroffen hat und die sich einer drohenden Zahlungsunfähigkeit gegenüber sehen, sich ob - gefördert oder nicht gefördert - direkt an das Kulturamt wenden können. Die Anträge bei drohender Zahlungsunfähigkeit sind laufend möglich. In diesen Fällen wird das Kulturamt die prekäre finanzielle Lage von Kulturbetrieben direkt für den Gemeinderat zur Entscheidung über eine mögliche Unterstützung aufarbeiten.

Diese beiden Verfahrenswege finden in gleichem Maße auch für den Sportbereich Anwendung.

Die Antragsformulare für den Kulturbereich sowie detaillierte Informationen werden unter www.freiburg.de/kulturamt veröffentlicht. Weitere Informationen zu den beiden Förderprogrammen und dem Verfahren im Kulturbereich sind beim Kulturamt telefonisch unter der 201- 2101 oder per E-Mail unter kulturamt@stadt.freiburg.de erhältlich.

Sportbereich

Neben vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen war und ist auch der Breitensport ganz wesentlich von der kurzfristigen und nicht vorhersehbaren Einstellung beziehungsweise Einschränkung seines Sportbetriebes belastet; nicht nur in ideeller Weise sondern auch durch wegfallende Ertragsmöglichkeiten in seiner wirtschaftlichen Situation. Als kurzfristige Unterstützung wurde die Auszahlung der planmäßigen Zuschüsse für die Jugendarbeit und die Unterhaltung der Sportanlagen zeitlich vorgezogen und auch die Betriebskostenzuschüsse für die Sportarten, deren Wettkampfbetrieb aufgrund der Gesundheitslage eingestellt worden sind, wurden weiterbezahlt.

Mittlerweile haben viele Sportvereine ihren Betrieb wieder aufgenommen und eine Reihe von Konzepten entwickelt, um sicherzustellen, dass unter den gegebenen Einschränkungen das sportliche Vereinsleben fortgeführt werden kann. Dies beinhaltet in der Regel - gerade im Kinder- und Jugendsport - einen erhöhten Aufwand bezüglich Organisation und Personal.

Auch wenn die Zuschüsse an die Vereine weitestgehend über die städtischen Sportförderungsrichtlinien definiert sind, gibt es jetzt Antragsmöglichkeiten, über die ergänzend eine Abfederung coronabedingter finanzieller Nachteile auf die Vereinsfinanzierung eröffnet werden soll. Das Antragsformular für den Sportbereich wird unter www.freiburg.de/sport veröffentlicht und über eine Sport-Info-Mail angekündigt. Bei akuten existenzgefährdenden Situationen können sich die Sportvereine unabhängig davon an das Sportreferat wenden.

Unterstützung ist auch aus dem Soforthilfeprogramm des Landes für Sportvereine und Sportverbände zu erwarten. Dieses Corona-Hilfsprogramm von insgesamt 12 Millionen Euro wird über die Sportbünde abgewickelt, an die die Vereine entsprechende Anträge richten können.

Weitere Informationen sind beim Sportreferat telefonisch unter 201- 5020 oder per E-Mail unter sportreferat@stadt.freiburg.de erhältlich.

Veröffentlicht am 29. Juli 2020

Social Media

Pressekontakt

Presse- und Öffentlichkeitsreferat
Rathausplatz 2-4
79098 Freiburg
Telefon 0761 201-1310
Fax 0761 201-1399

Bilderdownload

Damit Sie die schönsten Seiten Freiburgs in Bildern präsentieren können, bieten wir Ihnen hier zahlreiche Motive zu diversen Themen zum Download an.