Freiburg unterstützt befreundete Städte in Zeiten der Corona-Pandemie

Hilfslieferung mit medizinischem Schutzmaterial ist nach Wiwilí unterwegs

Eine Freundschaft bewährt sich nicht in Schönwetterzeiten, sondern dann, wenn es stürmisch wird und alle zusammenhalten müssen. Das gilt nicht nur im zwischenmenschlichen Bereich, sondern auch bei Städtepartnerschaften.

Freiburgs Partnerstadt Wiwilí braucht jetzt unsere Hilfe. Die Ortschaft liegt im Norden Nicaraguas, in einer der ärmsten Regionen des Landes. Dort leiden die Menschen nicht nur unter der Corona-Pandemie, sondern auch unter den schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen, die daraus hervorgehen.

Deshalb leistet die Stadt Freiburg den beiden Ortsteilen der Gemeinde Wiwilí, Jinotega und Nueva Segovia, Hilfe in dieser besonders schwierigen Zeit. Aber auch verschiedene bürgerschaftliche Initiativen, der Freiburger Wiwilí-Verein (Städtepartnerschaft Wiwilí-Freiburg e.V.), verschiedene Freiburger Schulen und zahlreiche private Spenderinnen und Spender engagieren sich und leisten ihren Beitrag, zum Beispiel über Schulpatenschaften. Derzeit wird auch ein Antrag an den Bund vorbereitet, mit dem weitere Fördergelder für Wiwilí abgerufen werden können.

„Die Stadt Freiburg hat eine Hilfslieferung mit Atemmasken, Schutzkleidung und medizinischen Thermometern auf den Weg nach Nicaragua geschickt“, so Oberbürgermeister Martin Horn. „Damit zeigen wir, dass unsere Städtepartnerschaft nicht nur auf zwei Unterschriften auf einer Urkunde basiert, sondern tatsächlich auf Solidarität und Freundschaft gründet. Echte Freundschaften beweisen sich gerade in Krisenzeiten.“ Zwei weitere Lieferungen gingen an befreundete Städte, nach Accra (Ghana) und San Jeronimo (Peru). Aus diesen beiden Städten waren letztes Jahr Delegationen nach Freiburg gekommen.

Freiburg engagiert sich seit Jahren in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit und arbeitet unter anderem in einem internationalen Netzwerk zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele mit.

Freiburg und Wiwilί sind bereits seit 1988 freundschaftlich miteinander verbunden. Im Jahr 2015 wurde diese Freundschaft schließlich offiziell in eine Städtepartnerschaft verwandelt, im Oktober 2018 waren die Bürgermeisterin und der Bürgermeister von Wiwilί in Freiburg zu Gast, um die Partnerschaftsurkunde zu unterzeichnen. Der Gegenbesuch einer Freiburger Delegation unter der Leitung von Oberbürgermeister Martin Horn war Anfang März dieses Jahr, unmittelbar vor dem flächendeckenden Ausbruch der Pandemie, in Nicaragua. Neben der Unterzeichnung der Urkunde haben die Teilnehmenden, darunter mehrere Freiburger Gemeinderätinnen und -räte, in Wiwilί eine neue Schule eingeweiht, die nach dem Freiburger Künstler Johann Christian Wentzinger benannt wurde. In Freiburg dagegen trägt die denkmalgeschützte blaue Eisenbrücke, die in Bahnhofsnähe täglich Tausende von Radfahrenden, Fußgängerinnen und Fußgänger sicher über die Gleise bringt, den Namen unserer Partnerstadt.

Ihren Anfang nahmen die Beziehungen zwischen Freiburg und Wiwilί mit zwei traurigen Nachrichten: 1983 war in Nicaragua der Freiburger Arzt Tonio Pflaum von rechtsgerichteten „Kontras“ ermordet worden, 1986 dann der Entwicklungshelfer Berndt Koberstein. Aus diesen zwei schrecklichen Taten sind über die Jahre Kontakte und Beziehungen hervorgegangen, die schließlich zur Gründung von Partnerschaftsvereinen in beiden Städten und zu zahlreichen bürgerschaftlichen Verbindungen führten. Aus diesen Grundlagen ging die Städtepartnerschaft hervor, die mit der Unterzeichnung im März 2020 eine verbindliche Form bekommen hat.
Neben den privaten Initiativen unterstützt die Stadt Freiburg Wiwilί unter anderem in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasser und Abfall, Landwirtschaft und Solarenergie.

Veröffentlicht am 28. Juli 2020

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