Lesereihe Andruck wird fortgesetzt

"Warum Cortés wirklich siegte" von Klaus Theweleit

Die Lesereihe „Freiburger Andruck“ verabschiedet sich doch noch nicht in die Sommerpause, sondern geht am Sonntag, 5. Juli, in eine neue Runde. Die Lesung mit Klaus Theweleit findet um 11 Uhr in einer Matinee im Großen Haus des Freiburger Theaters statt.

Der Freiburger Literaturhistoriker, Kulturtheoretiker und Schriftsteller Klaus Theweleit nimmt die Leserinnen und Leser in seinem neuen Buch „Warum Cortés wirklich siegte – Technologiegeschichte der eurasisch-amerikanischen Kolonialismen“ auf eine Zeitreise in die Anfänge der Menschheitsgeschichte mit. Beginnend mit der Sesshaftwerdung in Eurasien vor 14 000 Jahren nimmt er die Tiefengeschichte der globalen Herrschaft unter die Lupe. Er schlägt einen weiten Bogen über die revolutionäre und martialische Entwicklung der Welt: über die Kolonialisierung, Geometrisierung und Mathematisierung bis hin zum heutigen Digitalzeitalter.

Mit seinem neuen Buch findet der dreiteilige „Pocahontas-Komplex“ seinen lang erwarteten Abschluss. Darin versucht Theweleit den Quellcode unserer Zivilisation offenzulegen und erlaubt einen Einblick in die Abgründe unserer „Erfolgsgeschichte“. Denn bei genauerem Hinsehen, so die Prämisse des Buches, entpuppt sich die Menschheitsgeschichte der letzten 4000 Jahre als Geschichte zweier Menschheiten: jene des eurasisch-amerikanischen Bereichs, die den Rest der Welt unterwarf, und jene, die sich dem zu beugen hatten. Namensgeberin dieses Werkes ist die Indianerin Pocohontas („Die, die alles durcheinanderbringt“), die als Vermittlerin mit den Kolonialisten galt und zum Mythos der friedlichen Koexistenz zwischen amerikanischen Ureinwohnern und Siedlern beitrug.

Große Resonanz fanden Theweleits bisherige kulturgeschichtlichen Untersuchungen wie die „Männerphantasien“ und das „Buch der Könige“. Die Lesung ist die letzte vor der Sommerpause, weiter geht es dann im Herbst. Am Freitag, 2. Oktober, stellt der Literaturkritiker Micheal Braun im Gespräch mit SWR-Redakteurin Ina Held „Eine Tür aus Glas, weit offen“ vor. Am Mittwoch, 7. Oktober, präsentiert Iris Wolf ihren neuen Roman „Die Unschärfe der Welt“.

Der Eintritt kostet 9, ermäßigt 6 Euro im Vorverkauf oder an der Theaterkasse. Bitte beachten Sie vor dem Besuch der Lesung das Hygienekonzept auf www.theater.freiburg.de

Weitere Infos zur Lesereihe gibt es unter www.freiburg.de/freiburgerandruck

Veröffentlicht am 03. Juli 2020
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