Ausbau der Freiburger Gymnasien

Bis 2031 wird Platz für weitere acht Klassenzüge benötigt

Gemeinderat entscheidet über neue Schule am Tuniberg

Der Gemeinderat entscheidet Ende des Monats über einen weiteren Standort für ein Gymnasium in Freiburg. Wo genau eine neue Schule entstehen kann, wird im Laufe des Jahres präzisiert. Die Stadtverwaltung empfiehlt einen Standort in den Tuniberg-Gemeinden.

Anlass für die Planungen ist die seit Jahren steigende Schülerzahl in Freiburg. Bei den weiterführenden Schulen zählen die Gymnasien zur beliebtesten Wahl. Dort stößt der Bedarf an Klassenräumen bereits jetzt an seine Kapazitätsgrenzen: Viele Gymnasien gehen räumliche Kompromisse ein und nehmen mehr fünfte Klassen auf, als vorgesehen.

Doch auch diese Zwischenlösung kommt nach den aktuellen Prognosen in den nächsten Jahren an ihre Grenzen. Demnach fehlen ab dem Schuljahr 2025/26 Räume für einen ganzen Klassenzug. Ab dann kommt pro Schuljahr ein weiterer Klassenzug mit Raummangel dazu. Ab dem Schuljahr 2031/32 fehlen laut den Berechnungen Räume für acht Klassenzüge, die bis dahin neu geschaffen werden müssen. Die Prognose stützt sich auf die kleinräumige Bevölkerungsprognose von 2019 und den Schulentwicklungsbericht von 2018.

Die Stadtverwaltung hat daher bereits mögliche Erweiterungen des Kepler-Gymnasiums und des Berthold-Gymnasiums geprüft. Beim Kepler-Gymnasium im Rieselfeld ist das bauliche Umfeld zu beengt, eine Erweiterung würde das Schulgelände und die Umgebung zu stark beeinträchtigen. Daher prüft die Verwaltung nun vertieft den Ausbau des Berthold-Gymnasiums. Möglich ist hier eine räumliche Erweiterung für zwei zusätzliche Klassenzüge. Der Gemeinderat entscheidet Ende des Monats auch hier über die Freigabe der Planungsmittel.

Zudem rechnen das Schuldezernat und das Amt für Schule und Bildung an der geplanten Gemeinschaftsschule im neuen Stadtteil Dietenbach mit einer zweigzügigen gymnasialen Oberstufe. Dadurch und durch den Ausbau des Berthold-Gymnasiums kann die Stadt in den nächsten Jahren zusätzliche Räume für vier Klassenzüge schaffen.

Wie oben beschrieben, ist damit jedoch nur die Hälfte des langfristigen Raumbedarfs ab dem Schuljahr 2031/32 gedeckt. Für die weiteren vier benötigten Klassenzüge soll daher ein neues Gymnasium gebaut werden. „Mit der Standortentscheidung schaffen wir dringend benötigte Gymnasialplätze für die Stadt und entlasten die immens nachgefragten Gymnasien im Freiburger Westen“, so Hermann Maier, Leiter des Amts für Schule und Bildung.

Als möglicher Standort waren von Beginn an die Tuniberg-Gemeinden im Blick: Der Gemeinderat hatte im Februar 2017 beschlossen, die Haupt- und Werkrealschule (Tunibergschule) in Opfingen wegen geringer Schülerzahlen zum Schuljahr 2017/2018 aufzulösen. Die Verwaltung wurde beauftragt, so rasch wie möglich die Einrichtung einer weiterführenden Schule am Tuniberg zu prüfen. Die betroffenen Ortschaften begrüßten diese Entscheidung und favorisierten ein Gymnasium.

Diese Schulart legen auch die Planungen nahe: Damit die staatliche Schulverwaltung eine weiterführende Schule genehmigt, muss der Bedarf nachgewiesen werden. Dieser Nachweis lässt sich derzeit mit Blick auf die Schülerzahlen im gesamten Stadtgebiet nur für ein Gymnasium erbringen.

Im vergangenen Jahr hatte sich auch eine Initiative gebildet, die ein Gymnasium in Weingarten vorschlug, um die Infrastruktur des Stadtteils zu stärken und die dortigen Bildungschancen zu verbessern. „Mit den Vertretern aus Weingarten haben wir gute Gespräche geführt und darin zugesagt, die Übergänge zwischen Grundschule und den weiterführenden Schulen so umzugestalten, dass die Kinder aus Weingarten gute Startbedingungen an den jeweiligen weiterführenden Schulen haben“, berichtet Bürgermeisterin Gerda Stuchlik. Tatsächlich befindet sich in Weingarten bislang keine weiterführende Schule. Allerdings sind von dort aus ein Gymnasium, eine Gesamtschule, eine Gemeinschaftsschule und eine Realschule in kurzer Distanz zu erreichen. Es ist davon auszugehen, dass die Schülerinnen und Schüler aus Weingarten diese Schulen weiterhin besuchen, selbst wenn es dort ein Gymnasium gäbe.

Pro Jahr wechseln in Weingarten rund hundert Schülerinnen und Schüler nach Klasse vier auf eine weiterführende Schule (Durchschnitt der letzten fünf Jahre). Der Großteil derer, die auf ein Gymnasium wechseln, entscheidet sich für das Kepler-Gymnasium oder das Theodor-Heuss-Gymnasium. Diese Schulplätze sind für die Gymnasialschüler aus Weingarten gesichert.

Die Planungen legen daher weiterhin den Bau eines Gymnasiums am Tuniberg nahe. Dies würde auch die Möglichkeit bieten, den Schulbau gemeinsam mit dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zu realisieren, der eine Beteiligung für diesen Standort in Aussicht gestellt hat. Welche Fläche dort am besten geeignet ist, wird das Stadtplanungsamt im Zuge des Rahmenplans Tuniberg prüfen. Mit einem Ergebnis ist voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2020 zu rechnen. Auf dieser Grundlage kann das Gebäudemanagement dann eine Machbarkeitsstudie erstellen.

Der Bau eines neuen Gymnasiums bringt für den städtischen Haushalt ab 2025/2026 erhebliche Kosten mit sich: Es ist mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag sowie entsprechenden Folgekosten für Betrieb und Unterhalt zu rechnen.

Veröffentlicht am 18. Mai 2020

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