Trockenheit

Wasserversorgung nicht gefährdet / Wald leidet

Nach dem überaus trockenen April und den ebenfalls sehr trockenen Vorjahren gibt es Sorge, ob die Wasserversorgung in der Region weiterhin garantiert ist. Entwarnung gab jetzt die Badenova. Die Sorgen seien unbegründet, so das Versorgungsunternehmen.

Nicht nur der vergangene April, auch die Jahre 2015, 2016 und 2018 blieben deutlich unter den langjährigen Niederschlagsmittelwerten (s. Grafik). Die geringen Oberflächenwassereinträge reichen zur Zeit nicht aus, den Grundwasserkörper wieder aufzufüllen. Allerdings erhält das Grundwasser auch etwas "Nachschub" über die Bäche und Flüsse aus dem Schwarzwald

Wasser aus Ebnet und Hausen

Die Wasserversorgung in Freiburg stützt sich im Wesentlichen auf zwei Wasserwerke: auf den Standort in Ebnet im Dreisamtal aus dem Jahr 1870 und den Standort Hausen/Möhlin aus dem Jahr 1971. In Ebnet wird das Wasser aus zirka 40 Meter Tiefe gewonnen, in Hausen sogar aus 120 Meter und tiefer. Beide Wasserwerke stehen miteinander in Verbindung und können untereinander das geförderte Wasser austauschen, sagt Klaus Rhode, Leiter der Abteilung Wasser/Abwasser bei der Badenova. Beide Standbeine zusammen stellen auch in Zeiten größter Trockenheit die Versorgung in der Region sicher, so Rhode.

Um auch die Qualität des Lebensmittels Nummer eins zu garantieren, saniert die Badenova gegenwärtig den Hochbehälter Schlossberg aus dem Jahr 1874, der eine Innenverkleidung erhält. Der fast 60 Meter lange und weitgehend unterirdisch gelegene Behälter fasst rund 3,7 Millionen Liter. Und im Wasserwerk Hausen wird derzeit eine neue UV-Desinfektionsstufe installiert, mit der Mikroorganismen zuverlässig abgetötet werden können. Außerdem erhält das Werk eine neue Hauptpumpe, die Wasser "hinauf" nach Freiburg befördern kann.

Weitere Infos: www.wasser.bnnetze.de

Erstmals gießen Förster den Wald

Während die Wasserversorgung für Freiburgs Bürgerinnen und Bürger trotz der geringen Niederschläge gewährleistet ist, leidet der hiesige Stadtwald unter der anhaltenden Trockenheit. So ungewöhnlich trocken der April war, so ungewöhnlich war die Reaktion des städtischen Forstamts:

"Wasser marsch!" im Mooswald

Erstmals in seiner 180-jährigen Geschichte bewässerten die Förster Waldflächen im Mooswald. Dort drohten Ende April zahllose frisch gepflanzte Jungbäume zu verdursten. Erst im März hatte das Amt hier über 23000 Eichen, Linden und Ahornbäume gesetzt. Und diese Bäumchen sind nicht nur teuer, sondern auch schwer zu bekommen, wie Amtsleiterin Nicole Schmalfuß sagt.

Mann in gelber Warnweste auf einer Waldlichtung
Auch wenn Revierleiter Ernst Krämer die Erleichterung anzusehen ist, ist die Waldbewässerung keine dauerhafte und überall praktikable Lösung. Das kann nur lang anhaltender Regen sein. (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg).

Den Ausweg fanden dann Waldarbeiter vom Mooswald. Mit Feuerwehrschläuchen und Pumpen beförderten sie das Wasser aus den Mooswaldbächen in die Kulturen. Jetzt haben die Bäumchen die Chance, das für die Sommerzeit wichtige Wurzelwerk zu bilden.

Veröffentlicht am 11. Mai 2020

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