Freizeit in Coronazeiten

Abstand halten, Natur schützen!

Zuhausebleiben ist das Gebot der Stunde. So notwendig es ist, in der aktuellen Situation Kontakte zu anderen auf ein Mindestmaß zu reduzieren, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, es bedeutet nicht, rund um die Uhr in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Und so zieht das schöne Wetter derzeit viele Menschen ins Grüne. Auch im Stadtwald lässt sich der Frühling trotz Kontaktverbots genießen, er lädt zu Erholung, Bewegung und Sport ein. Dabei wird deutlich, welch großen Wert der Wald hat, auch und vor allem in Krisenzeiten. Er ist weitläufig genug, um die auch hier geltenden Kontaktsperren einzuhalten (s. www.freiburg.de/coronavirus).

Rücksicht nehmen - auf andere und die Natur

Mit dem Frühling beginnt auch die Zeit von Brut und Aufzucht. Vögel und Wildtiere bauen Nester, bringen ihre Jungen zur Welt und sind besonders störempfindlich. Wildtiere meiden tagsüber die ihnen vertrauten Wege und ziehen sich in entlegene Waldbereiche zurück, Vögel bauen ihre Nester abseits stark frequentierter Wege. Gezwungenermaßen haben viele Wildtiere gelernt, ihren Lebensraum mit dem Menschen zu teilen. Gerade jetzt ist es wichtig, die Belange der Tier- und Pflanzenwelt zu respektieren.

Der Wald: Erholungsort für Menschen - Lebensraum für Tiere

Nach Beobachtung des Forstamtes verhalten sich derzeit leider nicht alle Waldbesucher_innen respektvoll in diesem Ökosystem. Darum erinnert das Amt an grundlegende Verhaltensregeln:

  • Waldbesucher_innen sollen die ausgewiesenen Wanderwege nicht verlassen und insbesondere schmale Wanderwege nicht mit Fahrrädern befahren. Wege unter zwei Metern Breite, die nicht als Mountainbike-Singletrail ausgeschildert sind, sind für Fahrräder gesperrt.
  • Wer einen Waldweg kurz verlässt, etwa um mit Kindern die kleinen Waldgeheimnisse zu entdecken, sollte dies nur im sehr stadtnahen Wald tun – und ausschließlich zu Fuß. Je weiter entfernt er von der Stadt ist, desto sicherer ist der Wald ein Rückzugsort für Wildtiere, die hier Ruhe suchen und Ruhe brauchen.
  • Außerdem beobachten Mitarbeitende des Forstamtes aktuell immer wieder, dass Unbekannte sowohl stadtnah als auch an entlegenen Stellen illegale Mountainbike-Wege und "Abstecher" anlegen. Das ist verboten. Das Forstamt baut solche Wege zurück und macht sie unbefahrbar. Wer eigenhändig illegale Strecken anlegt, schadet nicht nur der Natur, sondern auch den Natursportler_innen, die sich in Vereinen ehrenamtlich engagieren.
  • Das Angebot legaler Downhill-Strecken (in Trägerschaft des Mountainbikevereins) und das Netz ausgewiesener Mountainbike-Strecken, inklusive schmaler Singletrails, im Stadtwald ist groß. Selbst überregional sucht es seines Gleichen. Die Downhill-Strecken werden  vom Mountainbikeverein in gutem Zustand unterhalten, die Schwierigkeit einzelner Sektionen ist gekennzeichnet, Rettungspunkte sind ausgeschildert. Auf den gestatteten Downhill-Strecken ist das Unfallrisiko kalkulierbar, abseits der Wege nicht. Auch der Mountainbikeverein Freiburg appelliert daher an alle Nutzerinnen und Nutzer, nichts zu riskieren, Rücksicht auf andere zu nehmen und nur auf ausgewiesenen Wegen zu fahren.
  • Die Mitarbeitenden des Forstamtes sind im Moment damit beschäftigt, den Wald von morgen zu pflanzen und das restliche Sturmholz aufzuarbeiten, damit es später im Jahr nicht zu weiteren gravierenden Waldschäden durch Borkenkäfer kommt. Genießen Sie den Frühling - und halten Sie dem Forstamt für seine Arbeit in diesen Tagen den Rücken frei. 
  • Aufgrund der stetig steigenden Waldbrandgefahr werden alle Waldbesucher_innen zudem um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit gebeten. Im Wald ist offenes Feuer außerhalb offizieller Feuerstellen und das Rauchen von März bis Oktober grundsätzlich nicht gestattet. mehr...
  • Nutzen Sie die gute Infrastruktur im Stadtwald, die für jede Besuchergruppe viel zu bieten hat. Respektieren Sie Ihre Grenzen. Gehen Sie respektvoll mit anderen und der Natur um und halten Sie Abstand.

Weitere Infos zum Thema unter www.freiburg.de/forstamt und www.freiburg.de/pb/234932.html

Naturschutzgebiete: Brutstätte für seltene Vogelarten

Deutlich mehr Menschen als sonst sind derzeit auch in Schutzgebieten unterwegs. Darum weist das Umweltschutzamt darauf hin, dass auch hier die Vogelbrutzeit begonnen hat, und bittet um ein umsichtiges, respektvolles Verhalten bei Aufenthalten in der Natur.

Appell an die Besucher: Bitte auf den Wegen bleiben und die Hunde anleinen. Geschützte oder landwirtschaftlich genutzte Flächen dürfen generell nicht betreten werden. (Foto: A. J. Schmidt)

Dies gilt besonders in den ausgewiesenen Naturschutzgebieten, aber auch in den Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebieten auf Freiburger Gemarkung. Hier ist es nicht erlaubt, die Wiesen- und Waldflächen abseits der Wege zu betreten. Bedroht sind nicht nur trittempfindliche Bodenpflanzen, sondern vor allem auch viele Vogelarten, die jetzt ihrem Brutgeschäft nachgehen.

Besondere Rücksicht während der Vogelbrutzeit

Wer die Elternvögel stört, riskiert, dass sie die Brut abbrechen und das Gelege verloren geht. Besonders störungsanfällig ist beispielsweise das bodenbrütende Schwarzkehlchen. Es ist zurzeit noch mit 15 Brutpaaren im Naturschutzgebiet Rieselfeld vertreten und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Freilaufende Hunde sind für diese und andere bodenbrütenden Arten wie Feldschwirl oder Feldlerche besonders gefährlich.

Deshalb hat das Umweltschutzamt die wichtigsten und besonders beruhigten Brutbereiche im Rieselfeld mit Bändern abgesperrt und mit Schildern auf die Situation aufmerksam gemacht. Nicht nur das Schwarzkehlchen, auch viele andere Vogelarten haben im Rieselfeld ihr Refugium. Nicht weniger als 105 Vogelarten wurden 2018 hier beobachtet, von denen 40 dort auch brüten. Nicht minder bedeutend sind auch die Fließgewässer, wo seltene Libellenarten wie die Helmazurjungfer oder die Prachtlibelle ihren Lebensraum haben.

Weitere Naturschutzgebiete auf Freiburger Gemarkung sind der Gipfelbereich und die Südhänge des Schauinslands sowie der obere Teil des Kapplertals. Im Westen sind neben dem Rieselfeld die Schutzgebiete Gaisenmoos (im Mooswald nördlich der B 31 vor Tiengen), das Gebiet Mühlmatten (zwischen Hochdorf und Hugstetten) sowie das Schutzgebiet Humbrühl-Rohrmatten (zwischen und Gottenheim) zu nennen. Auch in den Landschaftsschutzgebieten sollte man sich respektvoll verhalten und die wertvollen Wiesen, etwa am Schönberg oder am Schlossberg, schonen, bittet das Umweltschutzamt.

Bitte beachten:

Das Amt appelliert an die Bevölkerung, auch jetzt die Vorgaben der Schutzgebietsverordnung einzuhalten und hochwertige Gebiete und ihre Tiere und Pflanzen nicht zu beeinträchtigen. Wer in die Natur geht, soll

  • auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und sich an Sperrungen halten,
  • die Lebensstätten aller Tier- und Pflanzenarten, insbesondere von brütenden Vögeln, nicht stören,
  • in Schutzgebieten Hunde an der Leine führen,
  • keine Pflanzen mitnehmen
  • und auf das Lagern, Picknicken oder Sonnenbaden auf Freiflächen in Schutzgebieten verzichten.

Und unabhängig von den naturschutzrechtlichen Regelungen dürfen landwirtschaftlich genutzte Flächen wie Wiesen und Felder während der Nutzzeit nur auf Wegen betreten werden. Als Nutzzeit gilt die Zeit zwischen Saat oder Bestellung der Ernte, bei Grünland die Zeit des Pflanzenaufwuchses.

Weitere Infos zum Thema gibt es unter www.freiburg.de/naturschutz, www.freiburg.de/hunde, sowie www.freiburg.de/ortsrecht.

Wenn sich jede_r an die Regeln hält, können auch weiterhin alle Erholung im Grünen finden und die Natur wird langfristig erhalten.

Veröffentlicht am 09. April 2020

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