Kinderschutz und Hilfen für Familien: Der Kommunale Soziale Dienst hält in Krisenzeiten die Stellung

Mit den Auswirkungen der Corona-Krise steigen die Sorgen um den Kinderschutz: Die weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote haben auch viele Unterstützungsangebote für Familien zum Erliegen gebracht: Schulen, Kindergärten, Jugendzentren und Vereine sind geschlossen oder bieten nur eine Notfallbetreuung an. Zur fehlenden Struktur und Abwechslung kommen in einigen Familien beengte Wohnverhältnisse sowie Ängste, Überforderung und Sorgen um Beruf oder Finanzen hinzu. Nicht zuletzt sorgen sich die Jugendämter bundesweit darum, dass Kinder aktuell kaum noch durch Dritte gesehen werden, die sich sonst melden, wenn sie Auffälligkeiten bemerken oder sich ein Kind ihnen anvertraut. Der Rückzug ins Private begünstigt auch, dass innerfamiliäre Straftaten unentdeckt bleiben.

In Freiburg verzeichnet das Amt für Kinder, Jugend und Familien (AKI) bei den Meldungen zur häuslichen Gewalt bisher noch keinen Anstieg. „Wir sind gut aufgestellt und die Fachkräfte sind darauf vorbereitet, auch in dieser Ausnahmesituation einen bestmöglichen Kinderschutz zu gewährleisten“, so Bürgermeisterin Gerda Stuchlik. Wichtiger Baustein dafür ist die Arbeit der Abteilung Kommunaler Sozialer Dienst (KSD). Aktuell finden in vier eigens eingerichteten Publikumsräumen nach Terminabsprachen weiterhin Gespräche mit Eltern und Familien statt.

Die zuständigen und den Familien vertrauten KSD-Fachkräfte oder deren Vertretungen sind telefonisch montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 16.30 Uhr sowie freitags bis 15.30 Uhr zuverlässig erreichbar. Darüber hinaus gehen sie auch von sich aus ohne konkreten Anlass auf die ihnen bekannten Familien zu. Es geht dabei in erster Linie darum, den Familien zuzuhören, Präsenz zu zeigen und bei Bedarf Unterstützung anzubieten. Nach Dienstschluss ist das AKI in akuten Gefährdungsfällen rund um die Uhr über den Polizeinotruf 110 zu erreichen. Auch wenn sich Nachbarn ernsthaft Sorgen machen, sollten sie sich nicht scheuen, beim KSD oder nachts und am Wochenende bei der Polizei anzurufen.

Die Kinderschutzteams im KSD zählen zu den vom Land festgelegten systemrelevanten Berufsgruppen. Daher ist es ihnen in dringenden Angelegenheiten möglich, im persönlichen Kontakt mit den Familien zu bleiben und Hilfen zur Erziehung vermitteln. Auch Hausbesuche finden in wichtigen Fällen weiterhin statt – selbstverständlich unter Berücksichtigung der gebotenen Abstände und Hygieneschutzregeln. In akuten Fällen von Kindeswohlgefährdung ist der KSD weiter berechtigt und verpflichtet, betroffene Kinder in Obhut zu nehmen.

Die Träger von Hilfen zur Erziehung halten ebenso den vereinbarten Kontakt zu den Familien: Erziehungsberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, Schulbegleitung und heilpädagogische Förderung finden so weit wie möglich statt. Das gilt auch für Angebote im Rahmen der Frühen Hilfen. Wo das nicht möglich ist, etwa weil die Familie oder der junge Mensch erkrankt ist, wird die Versorgung vorübergehend per Telefon oder Videokonferenzen sichergestellt.

Auch das Freiburger Frauen- und Kinderschutzhaus bringt schutzbedürftige Frauen und Kinder weiterhin an anonymen Orten unter. Und die Polizei spricht im Rahmen des Gewaltschutzes nach wie vor Wohnungs- und Platzverweise aus, gegebenenfalls mit Verweis in die städtische Obdachlosenunterkunft „Oase“.

Überblick über wichtige Telefonnummern:

Veröffentlicht am 03. April 2020

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