AKW Fessenheim

Der erste Reaktorblock ist abgeschaltet

Ein Atomkraftwerk am Ufer eines Flusses im Sonnenuntergang.
Die Tage des Atomkraftwerks in Fessenheim sind gezählt (Foto: A.J.Schmidt).

Mitte Februar ist der erste Reaktorblock des AKW Fessenheim endgültig vom Netz gegangen – der zweite soll am 30. Juni folgen.

Bereits Planung und Bau der Nuklearanlage, die 1978 in Betrieb ging, waren von internationalem Protesten begleitet. Nach der Katastrophe von Tschernobyl forderte der Freiburger Gemeinderat 1986 einstimmig den Ausstieg aus der Atomenergie und die Abschaltung des Reaktors in der elsässischen Gemeinde, die nur rund 30 Kilometer von Freiburg entfernt liegt. Die Stadt Freiburg beteiligt sich seit vielen Jahren auch am Trinationalen Atomschutzverband (TRAS), der mit juristischen Mitteln gegen Fessenheim und andere Atomkraftwerke vorgeht.

Ausstieg mit Verspätung

Zahlreiche meldepflichtige Störfälle in Fessenheim unterstrichen in den vergangenen Jahren die Berechtigung dieser Vorbehalte. Im Wahlkampf 2012 versprach der spätere Präsident François Hollande, die Fessenheimer Reaktoren 2016 stillzulegen.
Mit vierjähriger Verspätung wird dieses Versprechen nun von seinem Nachfolger Emmanuel Macron eingelöst. Jedoch müssen die Brennstäbe noch weitere drei Jahre in den Abklingbecken vor Ort bleiben, bevor mit dem Abbau der Anlage begonnen werden kann.

Neue Chancen für die Region

Ein deutsch-französischer Wirtschafts- und Innovationspark soll anstelle des Kraftwerks Arbeitsplätze und Einkommen in der Region sichern. Sechs deutsche Gesellschafter sollen von Beginn an an dem Vorhaben beteiligt werden, darunter die Städte Breisach und Freiburg, der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und die IHK Südlicher Oberrhein. Das Startkapital soll bei rund einer Million Euro liegen.

Veröffentlicht am 28. Februar 2020

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