Viele Geburten, Trauungen und Kirchenaustritte: Das Standesamt blickt auf ein betriebsames Jahr 2019

Das Leben schreibt die besten Geschichten – und das Standesamt erzählt sie regelmäßig in seiner Jahresbilanz. Nun liegt die aktuelle Statistik für das Jahr 2019 vor, die wieder jede Menge Zahlen, Fakten aber auch Rekorde, Trends und Anekdoten liefert. Eine  Besonderheit vorneweg: Obwohl sich die Zahl der Geburten weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegt, gab es hier 2019 keinen Rekord. Dies kann fast als Novum bezeichnet werden, denn sechs Jahre in Folge waren die Zahlen nach oben geklettert. Eine Trendwende ist  allerdings nicht zu erwarten: Auch 2019 lag die Zahl der Neugeborenen nur knapp unter den Vorjahren.

Einen neuen Rekordwert kann die Leiterin des Standesamtes, Dominique Kratzer, dennoch vermelden: Die Kirchenaustritte sind 2019 regelrecht explodiert, sogar der Vorjahresrekord lag deutlich darunter. Auch die Zahl der Sterbefälle bewegt sich weiter auf relativ hohem  Niveau. Bei den Hochzeiten fiel auf, dass deutlich mehr Personen zum ersten Mal, also ohne Vorehe, den Bund fürs Leben schlossen. Der nähere Blick auf die Statistik verrät weitere Details:

Geburten

5.495 Babys wurden 2019 in Freiburg beurkundet und damit nur 60 weniger als im Rekordjahr zuvor und 45 weniger als 2017. Wie in den Vorjahren waren es etwas mehr Jungen (2.857) als Mädchen (2.637). Das Standesamt registriert nicht nur den Nachwuchs der  Freiburgerinnen und Freiburger. Gezählt werden alle Kinder, die hier geboren werden. Etwas mehr als die Hälfte der Eltern kam aus dem Umland in die Freiburger Kliniken.

Die Zahl der Mehrlinge ist im Vergleich zum Vorjahr (109) gestiegen: Mit 120 Zwillingsgeburten wurde fast der Rekordwert (124) aus den Jahren 2016 und 2017 erreicht. In einem Fall war  nicht das Neugeborene, dafür aber beide Eltern Zwillinge: Sowohl Mutter als auch ater haben eine Zwillingsschwester. Außerdem hat das Standesamt eine Drillings- und eine Vierlingsgeburt verzeichnet.

Der Freiburger „Geburtstag des Jahres“ war der 24. April 2019: Mit 29 Neugeborenen ging es an diesem Tag in den Kreißsälen rund. Im April lag aber gleichzeitig auch der geburtenschwächste Tag: Am 7. April 2019 kamen in Freiburg nur fünf Kinder zu Welt. Auf den Monat  bezogen hat sich der Trend der vergangenen Jahre bestätigt: Die meisten Geburten gab es im Sommermonat August (509), die wenigsten, im Februar und im Dezember (jeweils genau 410).

Der Blick auf das Datum bringt auch immer wieder kuriose Zufälle ans Licht: Gleich zwei Babys wurden während der Zeitumstellung geboren: Am 27. Oktober, pünktlich zwischen 2 und 3 Uhr nachts. Ein weiteres erblickte am 22.11. um 22.11 Uhr das Licht der Welt.  Außerdem gab es zwei Tage, an denen nur Mädchen geboren wurden. Einen reinen „Jungentag“ gab es hingegen nicht.

Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2019 beurkundet hat, war 16 Jahre alt, die älteste 49. Die Väter bewegten sich altersmäßig auf einer Bandbreite zwischen 17 und knapp 73 Jahren. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 31 Jahren. Ähnlich wie  in den Vorjahren war knapp ein Drittel der Eltern (31,5 Prozent) nicht verheiratet.

93 Babys wurden zuhause geboren, im Jahr zuvor waren es fünf mehr. 31 Kinder kamen tot zur Welt, vier mehr als im Vorjahr.

Trauungen

Die Trauung in Freiburg ist nach wie vor gefragt: 1.138 Ehen hat das Standesamt 2019 geschlossen, 15 mehr als im Jahr zuvor. Trotz der hohen Zahl wurde auch hier kein Heiratsrekord geknackt, denn der liegt mit 1.463 Trauungen im Jahr 1967. 

Auffallend war, dass deutlich häufiger beide Partner zum ersten Mal „Ja“ sagten, also zuvor keine Ehe geführt hatten: 905 Paare hatten 2019 ihre Hochzeitspremiere, im Jahr zuvor waren es 797. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es auch kein Paar, das nach einer  Scheidung wieder die gleiche Ehe einging.

Unter den Eheleuten waren 28 weibliche Paare und 25 männliche. 19 dieser Paare ließen eine bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln. Diese Möglichkeit besteht seit 2017.

Auch am Wochenende waren die Standesbeamtinnen im Einsatz: Fast ein Drittel der Ehen wurde an einem Samstag geschlossen. Die beiden beliebtesten Heiratsmonate waren, wie  im Vorjahr, der August (149 Trauungen) und der Dezember (139 Trauungen). Am  wenigsten beliebt, wie schon seit Jahren: Der Januar, der mit 33 Eheschließungen allerdings erstmals seit 2014 wieder die 30er-Marke knackte.

Ähnlich wie in den Jahren zuvor hatten 21 Prozent der frisch Vermählten bereits gemeinsame Kinder. Eine zusätzliche kirchliche Trauung planen immer weniger Paare: 2019 waren es 272 und damit 31 weniger als im Vorjahr.

Rund 80 Prozent der Brautleute wohnten auch in Freiburg, gut 20 Prozent kamen von auswärts zur Trauung hierher. 290 Freiburger Paare haben sich für den umgekehrten Weg entschieden und heirateten außerhalb von Freiburg. Weitere 63 beantragten eine  Bescheinigung für die Eheschließung im Ausland. Drei Vermählungen fanden in einer Klinik statt und ebenfalls drei im Gefängnis.

Bei 212 Trauungen kam einer der Partner aus dem Ausland. In 66 Fällen hatten beide eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind damit etwas höher wie in den Vorjahren. Insgesamt stammten die Brautleute aus 63 verschiedenen Staaten, darunter nach  Deutschland am häufigsten Italien (31 Personen), Frankreich (18 Personen) und die Türkei (13 Personen).

Auch bei den älteren Semestern steht der Bund fürs Leben weiterhin hoch im Kurs: 16 frisch Vermählte waren über 70 Jahre alt, einer sogar über 80. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 35 Jahren.

Ein Zufallstreffer findet sich bei den Namen: 743 Paare haben sich 2019 für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden – exakt gleich viele waren es auch 2018. Die meisten (634) wählten den des Mannes, ein steigender Anteil aber auch den der Frau.

Sterbefälle

2019 hat das Standesamt Freiburg 3.111 Sterbefälle beurkundet. Damit liegt die Zahl weiterhin auf hohem Niveau, hat aber keinen neuen Höchststand erreicht. Die meisten Todesfälle seit Ende des Zweiten Weltkrieges gab es 2015 (3.207). Es sind ähnlich viele Frauen  wie Männer verstorben. Etwas mehr als die Hälfte hatte auch in Freiburg gewohnt. In 231 Fällen war die Todesursache unklar und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. 48 Personen waren unter 18 Jahre alt, als sie gestorben sind (2018: 35). Am anderen Ende der Alterspyramide gab es aber auch 17 Verstorbene, die über hundert Jahre alt waren – vier mehr als im Jahr zuvor.

Kirchenaustritte

Bereits 2018 hatte das Standesamt einen Rekordwert der Kirchenaustritte registriert, doch 2019 waren es nochmals deutlich mehr: 2.034 Menschen haben auf dem Freiburger Standesamt den Austritt aus der Kirche erklärt, 392 mehr als beim Höchststand im Vorjahr. Aus der katholischen Kirche sind 1.158 Personen ausgetreten, aus der evangelischen 872 und aus anderen Glaubensgemeinschaften weitere vier. Die Zahl der Austritte ist damit in beiden großen Kirchen stark angestiegen.

Veröffentlicht am 07. Februar 2020

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