Hochwasserschutz: Baustart für die Rückhaltebecken Bohrertal und Breitmatte

Um die Menschen in den Stadtteilen Günterstal, Wiehre, Vauban, Haslach und Weingarten vor starkem Hochwasser zu schützen, plant die Stadt Freiburg zwei Projekte für Hochwasserrückhaltebecken: Die bestehende Anlage auf der Breitmatte wird deutlich vergrößert und im Bohrertal auf der Gemarkung Horben entsteht eine komplett neue Anlage. Jetzt starten die Arbeiten: Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Baubürgermeister Martin Haag und Benjamin Bröcker, Bürgermeister von Horben, trafen sich heute zum symbolischen ersten Spatenstich für das neue Bohrerbecken. Die Arbeiten an der Breitmatte folgen ab Sommer.

Beide Projekte sind Teil des Gesamtkonzepts zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Dieses geht von einem statistisch alle hundert Jahre einmal auftretenden Ereignis aus. Dabei wird auch berücksichtigt, dass der Klimawandel das Risiko für starkes Hochwasser erhöht.

Das geplante Rückhaltebecken im Bohrertal soll bei Hochwasser bis zu 200.000 Kubikmeter Wasser speichern, das danach langsam wieder abfließen kann. Dafür ist ein 13,5 Meter hoher und 280 Meter langer Damm erforderlich. Um diesen aufzuschütten, werden über 100.000 Kubikmeter Erde benötigt. Ein in den Damm integriertes Auslaufbauwerk sorgt dafür, das Wasser zu regulieren. Der bei starkem Hochwasser entstehende See wird im akuten Fall kurzzeitig rund 4,4 Hektar groß – vergleichbar mit sechs Fußballfeldern. „Bei einem Hochwasser von dem Ausmaß, wie es durchschnittlich alle hundert Jahre auftritt, dauert es nur 30 Stunden bis der See angestaut und wieder entleert ist“, so Baubürgermeister Martin Haag beim heutigen Spatenstich. „Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die Freiburgerinnen und Freiburger im südwestlichen Stadtgebiet im Ernstfall vor einer Überschwemmung zu schützen. Ich bedanke mich persönlich und im Namen der Stadt für das Entgegenkommen und die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Horben, dem dortigen Bürgermeister Benjamin Bröcker, seinem Vorgänger Markus Riesterer und dem Gemeinderat.“

Beim bereits bestehenden Hochwasserrückhaltebecken Breitmatte erweitert die Stadt das Fassungsvermögen von derzeit 17.000 auf 40.000 Kubikmeter. Dazu wird der vorhandene Damm mit Hilfe von 20.000 Kubikmeter Erde auf 4,50 Meter erhöht. Die Arbeiten hierzu starten im Sommer 2020, demnächst beginnt die Ausschreibung.

Das Garten- und Tiefbauamt rechnet für beide Projekte mit Gesamtkosten von 19,5 Millionen Euro. Der zugesagte Landeszuschuss liegt bei 8,8 Millionen Euro.

„Angesichts der aktuell hohen Pegelstände wird deutlich, wie wichtig die Vorsorge beim Hochwasserschutz ist. Wir müssen damit rechnen, dass der Klimawandel unserer Region noch häufigere Starkregen bescheren wird, darauf müssen wir uns vorbereiten“, betont Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer. Das Land Baden-Württemberg lasse die Kommunen mit dieser teils sehr komplexen Aufgabe nicht alleine. So wurden im vergangenen Jahr 40 Millionen Euro für den Hochwasserschutz bereitgestellt. Allein 8,8 Millionen Euro davon kommen dem Hochwasserrückhaltebecken Bohrertal zugute. Dieses Projekt sei ein wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz in Freiburg.

Die Bauarbeiten an beiden Hochwasserrückhaltebecken sollen im September 2022 beendet sein.

Veröffentlicht am 06. Februar 2020

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