8er-Rat

Achtklässler wollen ihre Stadt mitgestalten

Konzentrierte Arbeitsatmosphäre herrschte bei der Konferenz des 8er-Rats im Literaturhaus (Foto: Marc Doradzillo/Jugendbüro).

Der 8er-Rat besteht aus mehr als 70 Schülerinnen und Schülern der 8. Klassen der Karlschule, der Weiherhof-Realschule und des Droste-Hülshoff-Gymnasiums. Vor zwei Wochen diskutierten sie in ihrer zweiten großen Konferenz gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Stadtverwaltung und weiteren Fachleuten über Digitalisierung an Schulen und in der Stadt, Jobangebote für Jugendliche, Hilfe für Wohnungslose, Umweltschutz und die Verschönerung an Schulen.

Seit einem halben Jahr treffen sich die Schülerinnen und Schüler regelmäßig im Literaturhaus Freiburg in der Belfortstraße, um in verschiedenen Arbeitsgruppen über Themen zu diskutieren und Ideen und Lösungsvorschläge auszuarbeiten. In drei zwanzigminütigen (Frage-)Runden stellten sie ihre Ergebnisse vor. Ziel der inzwischen zweiten 8er-Konferenz sei es, so Ronja Posthoff vom veranstaltenden Jugendbüro Freiburg, eine Zusammenarbeit zwischen Schülerschaft und den geladenen Fachleuten zu ermöglichen.

Hilfe für Wohnungslose

Ein besonderes Maß an Empathie bewiesen die Jugendlichen bei der Hilfe für Wohnungslose. Wichtig sei es, so die Sprecherin der Arbeitsgruppe, mehr Akzeptanz für das Thema zu erzeugen und es innerhalb der Stadt sichtbar zu machen. Beispielsweise helfe den Betroffen bereits ein einfaches "Hallo". Außerdem schlugen sie vor, ein Interview zu führen und einen Aktionstag an den jeweiligen Schulen zu organisieren. Von der Gemeinderätin Julia Söhne (SPD-Kulturliste) erhielten sie für ihre Ideen viel Zuspruch. Die Sozialarbeiterin Jutta Maucher gab den Vorschlägen nicht nur „100 Punkte“, sondern möchte sie künftig gemeinsam mit den Jugendlichen umsetzen: Potenzial sehe sie außerdem in Workshops an den Schulen oder in der tatkräftigen Mitarbeit bei Tafeln und anderen gemeinnützigen Angeboten.

Farbenfrohe Stadtgestaltung

Auch für die Stadtplanung hatten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Ideen, um zu einer "schönen, natürlichen und sauberen Stadt" beizutragen. Neben sauberen öffentlichen Toiletten forderten die Jugendlichen mehr Grünflächen und farbenfrohere Häuser. Eine Idee, die im neuen Stadtteil Dietenbach partiell umgesetzt werden soll. Gemeinderat Gregor Mohlberg (Eine Stadt für alle) verwies auf Überlegungen, die Häuserfassaden mit bunten Kunstwerken zu verzieren.

Ideen zur Müllvermeidung

Abschließend ging es um das Thema Umwelt. Gemeinsam mit Delegierten der VAG diskutieren sie über die Möglichkeit, humorvolle Mülleimersprüche zu konzipieren, die dem Leser konkrete Tipps zur Abfallvermeidung geben sollen. Andreas Hildebrandt von der VAG erklärte, dass die Vermüllung der Stadtbahnen auch für sie ein zentrales Thema sei. Er sagte daher zu, die Idee gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auszuarbeiten.

WLAN to go

Die 8er-Konferenz zeigt erneut, dass es den Jugendlichen nicht nur um WLAN an öffentlichen Schulen zum Selbstzweck geht, sondern offenbart einen ausgeprägten Beteiligungswillen und ein hohes Maß an sozialem Engagement. Mit ihren Ideen konnten sie in einen Austausch mit Delegierten aus Politik und Stadt treten und sich somit an der Stadt- und Kommunalpolitik beteiligen.

Die drei anwesenden Gemeinderäte übernahmen abschließend eine thematische Patenschaft. Annabelle von Kalckreuth (Die Grünen) will künftig weiter mit der Umweltgruppe zusammenarbeiten. Julia Söhne sagte zu, einen offenen Brief der Jugendlichen zum Thema "WLAN to go" in den Gemeinderat einzubringen und Gregor Mohlberg will sich gemeinsam mit den Jugendlichen für eine buntere Stadt engagieren.

Der 8er-Rat

Schülerinnen und Schüler aus den 8. Klassen einer Kommune bilden für ein Schuljahr zusammen einen Rat, um gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verwaltung Beteiligungsprojekte umzusetzen.

Der zeitliche Rahmen sieht vier Einheiten vor: die Hinführung an das Projekt im Fachunterricht, eine anschließende schulübergreifende Konferenz, in der Themenvorschläge diskutiert und in klassenübergreifenden Arbeitsgruppen gearbeitet wird. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Gemeinderäten und den entsprechenden Stellen der Verwaltung in die kommunale Politik eingebracht.

Die Abschlusskonferenz präsentiert die Ergebnisse und beinhaltet ausführliches Feedback. In einem dreijährigen Versuch wird das Projekt in Freiburg umgesetzt, um die aktive und direkte Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an jugendrelevanten Planungs-prozessen zu fördern.

Weitere Infos: www.8er-rat-freiburg.de

Veröffentlicht am 31. Januar 2020
Symbolgrafik Familie

Kinderbetreuung, Beratung und Hilfe, Freizeitangebote

Symbolgrafik Haus

Hilfen, Mietspiegel, Förderung

Symbolgrafik Fundsachen

Fundbüro online