Reform

Mehr Wohngeld für mehr Menschen

Antrag auf Wohngeld (Foto: A. J. Schmidt)

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss für Mieterinnen und Mieter oder für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer. Seit 55 Jahren – exakt seit 1. April 1965 – werden Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen auf diese Weise unterstützt. Mit der Wohngeldreform haben sich die Wohngeldsätze zum Jahresbeginn deutlich erhöht, außerdem haben mehr Menschen ein Anrecht auf Wohngeld.

Ganz wichtig: Wer zum Kreis der Berechtigten gehört, hat einen Rechtsanspruch auf Wohngeld. Das Wohngeld gibt es als Mietzuschuss für Mieterinnen und Mieter oder – was viele nicht wissen – als Lastenzuschuss für Eigentümerinnen und Eigentümer einer Immobilie, die sie selbst bewohnen. Auch Studierende, die keinen Bafög-Anspruch haben, können Wohngeld beantragen.

Erhöhung der Wohngeldsätze und Miethöchstbeträge

Mit der vom Bundestag in Berlin beschlossenen Erhöhung des Wohngeldes reagiert der Gesetzgeber auf die insbesondere in den Ballungsräumen deutlich gestiegenen Wohnkosten und Verbraucherpreise. Erhöht wurden nicht nur die Wohngeldsätze, sondern auch die Miethöchstbeträge sowie Freibeträge für Schwerbehinderung und Leistungen gemeinnütziger Organisationen. Außerdem wurde zugleich ab dem Jahr 2022 eine Dynamisierung des Wohngelds eingeführt: Alle zwei Jahre wird es zukünftig an die aktuelle Miet- und Einkommensentwicklung angepasst.

Kurzum: Seit Jahresbeginn gibt es nicht nur mehr Wohngeld, sondern es haben auch mehr Menschen Anspruch auf Wohngeld – bundesweit rund 180000 Haushalte, in Baden-Württemberg etwa 20000. Vor allem Familien und Rentnerinnen und Rentner mit geringem Einkommen werden davon profitieren.

Anspruch mit dem Wohngeldrechner prüfen

Freiburg gehört wie bislang der Mietenstufe VI an, für die jetzt ein um 10,2 Prozent erhöhter Miethöchstbetrag gilt. Das bedeutet, dass Haushalte, die bislang knapp über der Höchstgrenze lagen und deswegen keinen Anspruch auf Wohngeld hatten, künftig in den Genuss der Leistung kommen.

Leider lässt sich nicht pauschal sagen, wann ein Anspruch auf Wohngeld besteht, da dies von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen sowie von der Höhe des Haushaltseinkommens und der Miete abhängt. Wer ermitteln möchte, ob ein Anspruch besteht, sollte dies vor der Antragstellung mit dem vom Bundesinnenministerium bereitgestellten Wohngeldrechner prüfen. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall: Schließlich erhält ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt künftig statt 145 Euro rund 190 Euro monatlich – das sind 30 Prozent mehr als bislang.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Wohngeld sowie den Wohngeldrechner findet man auf den Seiten des Bundesinnenministeriums unter www.bmi.bund.de/wohngeld sowie auf der städtischen Internetseite unter www.freiburg.de/wohngeld

Für Fragen und Antragstellung ist das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen zuständig. Kontakt und Öffnungszeiten unter www.freiburg.de/wohngeld

Veröffentlicht am 21. Januar 2020
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