Gemeinsam ins neue Jahr

Buntmarderpärchen auf dem Mundenhof vereint

Buntmarderpärchen auf dem Mundenhof vereint
Das Warten hat ein Ende: Buntmarderweibchen Manja hat seit Mitte Dezember endlich Gesellschaft (Foto: M.Hiltmann).

Über ein Weihnachtgeschenk der besonderen Art konnte sich Buntmarderweibchen Manja auf dem Mundenhof freuen. Seit ihrem Einzug im September in das umgebaute Bärengehege wartete die sibirische Dame dort geduldig auf ihren männlichen Partner. Am 18. Dezember war es dann endlich so weit: Ihr neuer Mitbewohner Valerian zog in das Gehege mit ein.

Das Warten hat ein Ende

Das Buntmardermännchen stammt aus dem Zoo von Jerusalem, was seine Einreise erheblich verzögerte, da Ausfuhrbestimmungen aus Israel sowie Einfuhrbestimmungen in die EU beachtet werden mussten und auch Zoll, Artenschutz und Veterinärbehörden viele Wörtchen mitzureden hatten.

Der Neuzugang ist wie auch das Weibchen ein Dreivierteljahr alt. Er ist von Kopf bis Schwanzende fast einen Meter lang. Eigentlich kommen Martes flavigula in den trockenen, immergrünen Landschaften und Trockenwäldern von Ostsibirien, China und der Malaiischen Halbinsel vor. Die Verteilung der seltenen, aber in Zoos sehr begehrten Buntmarder ist eine Wissenschaft für sich. Für bestimmte Tierarten führen Zoologische Gärten Erhaltungszuchtbücher, für die es jeweils einen Zuchtbuchmanager gibt. Die Zuchtbuchmanagerin für Buntmarder arbeitet in einem schwedischen Zoo. Sie ist dafür zuständig, Tiere, die genetisch oder aus anderen Gründen gut zueinander passen, auszuwählen. Die Organisation des Austauschs obliegt dann den Zoos selber. Um aus Berlin bzw. jetzt aus Jerusalem Buntmarder zu bekommen, musste der Mundenhof jahrelange Vorarbeiten leisten.

Action und Ruhe im Doppelpack

Die Mühe lohnt sich aber, wie man an Weibchen Manja sieht. Erst seit drei Monaten auf dem Mundenhof, hat sie schon ihre eigene Fangemeinde und ist Liebling der Tierpfleger wie auch vieler, gerade junger Besucherinnen und Besucher. Dabei neigen Buntmarder dazu, vieles von dem, was Kinder süß finden, aufzufressen. Auf ihrer Speisekarte stehen kleine Nager, Pfeifhasen, Hühnchen, Frösche, Eidechsen, Früchte, Beeren, Gemüse und Eier.

Übrigens: Manja erkennt man an den beiden weißen Vorderpfötchen. Wer sie in Aktion sehen will, besucht sie am besten morgens gegen 8 oder nachmittags um 15 bis 16 Uhr. Nachts schläft sie gern im Innenstall, tagsüber in ihrer Box im Ausweichgehege. Vermutlich wird sich ihr Gefährte diesem Biorhythmus anpassen.

Patenschaft für die Buntmarder

Ab sofort können Interessierte eine Patenschaft für die Buntmarder in Höhe von 500 Euro übernehmen. Patenschaften sind ein beliebtes und bewährtes Mittel, die Arbeit im Freiburger Tiergehege zu unterstützen. Es gibt derzeit etwa 200 davon; sie reichen von 50 bis 500 Euro. Am begehrtesten sind Patenschaften für Erdmännchen und Wollschweine, davon gibt es rund 40 bzw. 30. Manche Mundenhof-Tiere, etwa die Schwarzwälder Füchse, die Strauße und die Pfauen, müssen dagegen mit wenigen Paten auskommen.

Eine Patenschaft schließt man in der Regel für ein Jahr ab, gerne darf sie verlängert werden. Die Gründe, warum sich Mundenhof-Freunde ein bestimmtes Tier aussucht, sind vielfältig und oft sehr persönlich (erste Kuss auf der Bank bei den Bisons etc.). Deshalb werden Patenschaften gerne verschenkt. Manche Paten halten dem Mundenhof schon über viele Jahre die Treue.

Das Geld aus den Patenschaften wird von der Fördergemeinschaft Mundenhof verwaltet. Es wird für Ausgaben im Tierbereich genutzt, zum Beispiel teure Tierklinikaufenthalte, Operationen, Spezialfutter oder Medikamente, aber auch für die Renovierung von Stallungen. Tierpaten erhalten eine Urkunde und werden zum Patentag auf dem Mundenhof eingeladen.

Mehr: www.freiburg.de/mundenhof

Veröffentlicht am 28. Dezember 2019

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