Über 100 Menschen bei „OB vor Ort“ im Vauban

Kleinigkeiten stören im Ökoquartier

Pünktlich zum 20. Geburtstag gastierte die Stadtteilgesprächsreihe „OB vor Ort“ im ökologischen Vorzeigequartier Vauban. Über 100 Bewohnerinnen und Bewohner kamen an einem lauen Sommerabend in den Hof der Karoline-Kaspar- Schule, um dem OB ihre Anliegen vorzutragen.

Beliebter Wohnort: Trotz hoher baulicher Dichte herrscht im Vauban eine Wohlfühlatmosphäre, die nicht nur von Kindern sehr geschätzt wird. (Archivbild: A. J. Schmidt)
Beliebter Wohnort: Trotz hoher baulicher Dichte herrscht im Vauban eine Wohlfühlatmosphäre, die nicht nur von Kindern sehr geschätzt wird. (Archivbild: A. J. Schmidt)

Grundsätzlich entstand der Eindruck, dass die Menschen im Vauban zu den besonders zufriedenen gehören; jedenfalls begann fast jede Wortmeldung mit der Feststellung, wie schön es sich in Freiburgs jüngstem Stadtteil leben lässt. Doch selbst dort, wo die Sonne dauerhaft im Zenit zu stehen scheint, ist in geringem Umfang auch Schatten feststellbar.

Ein großes Thema ist die sichere Überquerung der Wiesentalstraße zur Oltmannsstraße – eine der wichtigsten Radwegeverbindungen in Richtung Innenstadt. Hier sind mittlerweile Gelder im Haushalt eingestellt, sodass zumindest die Planung vorangehen kann. Immer wieder kam auch die Sprache auf den neuen Stadtteil Dietenbach, bei dem vielfach der Wunsch und das Angebot geäußert wurden, die guten Erfahrungen aus dem Vauban ins Dietenbach zu übertragen: bei der Bürgerbeteiligung, dem genossenschaftlichen Bauen oder dem Verkehrskonzept, die zusammen noch heute den weltweiten Vorbildcharakter des Quartiers begründen. Oberbürgermeister Martin Horn nahm das Angebot dankbar an und verwies auf die verschiedenen Beteiligungsformate, die zum neuen Stadtteil geplant seien.

Ein Ärgernis ist offenbar der von Straßenbahnen und Güterzügen ausgehende Lärm. Das Quietschen der Bahnen, das passgenau auch beim Bürgergespräch zu vernehmen war, soll durch Nachrüsten der Fahrzeuge vermindert werden. Hier gibt es derzeit allerdings Lieferengpässe beim Hersteller, so OB Horn. Schwieriger gestaltet sich die Frage, wie dem Lärm von der Güterbahn begegnet werden kann. Eine Bürgerinitiative kämpft hier für Verbesserungen – mehr als die Vermittlung eines Gesprächs mit der Bauverwaltung konnte OB Horn aber nicht zusagen. Nicht in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung fallen andere Anliegen, die vorgetragen wurden. Ein Bürger brachte seine Sorge vor den Gesundheitsgefahren des neuen Mobilfunkstandards 5G zum Ausdruck, musste aber zur Kenntnis nehmen, dass Sendeanlagen unter zehn Metern Höhe gar nicht genehmigungspflichtig sind. Das Fehlen einer Sparkassenfiliale beklagte ein anderer – auch hier konnte der OB zwar Verständnis aufbringen, aber keine Hilfe in Aussicht stellen.

Einige Punkte landeten zur Klärung auf der To-do-Liste des städtischen Stadtteilbeauftragten Joachim Fritz. Dazu zählen das Reinigen von Radwegen ebenso wie die Einrichtung von behindertengerechten Spielplätzen oder einer "Toilette für alle".

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