Zukunft für den Mundenhof

Stadt will Erweiterungsflächen für das Tiergehege erschließen

Besucherzahl zwischen 2013 und 2018 um 34 Prozent gestiegen. Weiterer Anstieg durch Stadtteil Dietenbach zu erwarten

Der Mundenhof platzt an manchen Tagen aus allen Nähten – und wenn in einigen Jahren nebendran der neue Stadtteil Dietenbach bezogen ist, wird der Publikumsandrang im Freiburger Tiergehege wohl noch größer.

Mit seinem weitläufigen Tiergehege hat der Mundenhof 2018 rund 400.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Seit Jahren steigt ihre Zahl stetig und steil an; 2013 waren es 297.000 gewesen. Heute kommt der Mundenhof an sonnigen Frühlingswochenenden an seine Kapazitätsgrenze. Die Infrastruktur und die Personalausstattung sind den Besucherströmen an diesen Tagen kaum gewachsen, die Aufenthaltsqualität ist eingeschränkt.

Daher wird die Stadt nun Erweiterungsflächen für das Tiergehege erschließen. Auf einer Pressekonferenz betonte Bürgermeisterin Gerda Stuchlik heute, dass die Stadt die besondere Attraktivität des Mundenhofs erhalten und seine Alleinstellung als Tiergehege mit umweltpädagogischem Anspruch stärken will.

Stuchlik erklärte: „Die jetzt angestoßenen Maßnahmen sind der nächste konsequente Schritt zur Weiterentwicklung des Tier-Natur- Erlebnisparks Mundenhof. In seinen Anfängen war der Park als Naherholung für die Stadtbevölkerung konzipiert. Heute übernimmt er eine wichtige Aufgabe in der Umweltbildung. Wir schaffen mit den jetzigen Entscheidungen Rahmenbedingungen, damit er auch zukünftig für viele Generationen von Kindern ein Ort für besondere Naturerlebnisse bleibt.“ Zusätzlich solle der Mundenhof künftig einen wesentlichen Beitrag zur Naherholung des Stadtteils Dietenbach und zur Entlastung des Naturschutzgebietes Rieselfeld (NSG) leisten.

Deshalb hat das für den Mundenhof zuständige Forstamt gemeinsam mit den anliegenden Einrichtungen Maßnahmen erarbeitet, die den Mundenhof zukunftsfähig machen – auch bei veränderten Rahmenbedingungen. Dazu müssen weitere Bereiche für das Tiergehege auf Flächen zwischen Autobahn und Naturschutzgebiet entwickelt werden, die der Mundenhof jetzt landwirtschaftlich nutzt. Zusätzlich werden angrenzende Flächen, die bisher die Stadtgärtnerei als Baumschule und der Reitclub 99 als Reitplatz nutzt, aufgewertet und durch eine gezielte Besucherlenkung für die Öffentlichkeit neu erschlossen.

Zwischen Parkplatzflächen und Erweiterungsflächen wird ein Brückenschlag notwendig, der dem Publikum attraktive Einblicke in das Naturschutzgebiet und die dortigen Schutzgüter in Flora und Fauna ermöglicht. Das Ganze ist eingebettet in das übergeordnete Erholungs- und Lenkungskonzept, das die Projektgruppe Dietenbach mit dem Garten- und Tiefbauamt (GuT) erarbeitet.

Gleichzeitig mit der Weiterentwicklung der Flächen, die an das Tiergehege grenzen, wird der vorhandene Gebäudebestand für die Öffentlichkeit geöffnet. In den 2013 statisch sanierten Alten Kuhstall soll deshalb weiter investiert werden. Bis 2025 soll dort ein Schlechtwetter-Angebot für Familien entstehen. Angedacht sind interaktive Stationen zu Themen des Mundenhofs (Landwirtschaft, Tierhaltung usw.), niedrigschwellige Spielstationen (Ins-Heu-Springen, Burgen aus Strohballen bauen) und womöglich auch ein integriertes Café. Die Fortführung und der Abschluss dieser Baumaßnahmen bis 2025 kosten rund 2 Millionen Euro.

Wo heute das Requisitenlager des Theaters steht, soll zudem perspektivisch (2026-29) ein kleiner Schaubauernhof entstehen.

Dem Mundenhof steht also seit der Gründung des Tiergeheges 1968 der dritte prägende Umbruch bevor – nach der Erweiterung Mitte der 80er Jahre und der Umgestaltung im Zusammenhang mit der Entwicklung des Stadtteils Rieselfeld Ende der 90er Jahre.

Parallel zu diesen Entwicklungen erörtert das Umweltdezernat mit den Veranstaltern des Zeltmusikfestivals (ZMF) Entwicklungsoptionen für das Festival am bestehenden Standort. Eine maßgebliche Erweiterung des ZMF zu Lasten von Mundenhof-Flächen ist dabei für die Stadtverwaltung keine Option.

Ihr Ansprechpartner im Presse- und Öffentlichkeitsreferat:
Toni Klein, Telefon: 0761/201-1330
E-Mail: toni.klein@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 02. Oktober 2019

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