Heute startet die Klimaschutzstraßenbahn der Stadt

Gemeinsam unterwegs in eine klimaneutrale Zukunft
 

Klimaschutz-Straßenbahn soll auf Erderwärmung aufmerksam machen

Messbar und spürbar ist auch das Freiburger Klima von der globalen Erhitzung betroffen. Anschaulich sichtbar wird der Klimawandel an einer Straßenbahn im Klima-Stripes-Design, die seit heute in Freiburg unterwegs ist. Streifen in verschiedenen Rot- und Blautönen stellen die durchschnittlichen Jahrestemperaturen von 1900 bis 2018 in Freiburg dar. Dabei gilt – je röter desto heißer. Auf einen Blick lässt sich deutlich erkennen, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen hat.

Um die klimaschädlichen Treibhausgasemissionen zu verringern, hat die Stadt Freiburg ein Klimaschutzkonzept mit 90 wirksamen Maßnahmen erstellen lassen. Dieses liegt jetzt auch in einer anschaulich bebilderten Kurzversion vor. Übersichtlich ist auf 36 Seiten dargestellt, was die Stadt Freiburg plant, in welchen Bereichen sie das bisherige Engagement noch ausbauen wird und wie die Bürgerinnen und Bürger mitmachen können. Erhältlich ist die Broschüre kostenlos an der Rathaus-Information oder auf www.freiburg.de/klima.
 
 

Fahrplan zur Klimaneutralität – das Klimaschutzkonzept 2019
„Der erschreckenden Wetterrekorde der vergangenen Jahre verdeutlichen die Dringlichkeit von wirksamen und zielstrebigen Klimaschutzmaßnahmen“, betont Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn. „Die Stadt Freiburg ist schon lange im Klimaschutz aktiv und verfügt über eine sehr engagierte Zivilgesellschaft. Dennoch müssen wir alle gemeinsam das Tempo erhöhen; die Treibhausgasemissionen müssen sinken und zwar schnell. International, national und ganz konkret bei uns in Freiburg.“

Mit dem aktualisierten Klimaschutzkonzept 2019 liegt ein Fahrplan vor, wie dies gelingen kann. 90 Maßnahmen haben das Freiburger Öko-Institut und das ifeu-Institut Heidelberg im Auftrag der Stadt und in stetiger Rückkopplung mit der Bürgerschaft erarbeitet. In ihrer Gesamtheit sollen die im Klimaschutzkonzept beschriebenen Projekte und politischen Instrumente Freiburg bis 2050 klimaneutral machen. Ambitioniertes Zwischenziel ist die Reduktion der Freiburger CO<sub>2</sub>-Emissionen um 60 Prozent bis 2030. Ganz klar ist aber auch, dass die Stadt Freiburg es nicht allein in der Hand hat, die CO<sub>2</sub>-Emissionen zu senken. Die Rahmenbedingungen auf EU-, Landes- und Bundesebene müssen ebenfalls stimmen. Als Fortentwicklung und Ergänzung dieses Konzepts wird bis zum Herbst ein „Klima- und Artenschutzmanifest der Stadt Freiburg“ erarbeitet, das auch die aktuellen Entwicklungen und Forderungen zum Klimaschutz aufgreift.

„Die Klimaschutzstraßenbahn im Klima-Stripes-Design macht für alle sichtbar, dass die Häufigkeit warmer und heißer Jahre zuletzt außergewöhnlich stark zugenommen hat. Die Klimaschutzanstrengungen merklich zu beschleunigen, ist daher eine zentrale Aufgabe von Politik und Gesellschaft“, unterstreicht auch Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. Umweltbürgermeisterin Stuchlik zeigt sich erfreut, dass Freiburg dank der großartigen Arbeit und Unterstützung von Herrn Prof. Dr. Bruno Burger vom Fraunhofer ISE derzeit als erster Kommune in Deutschland die Klimadaten in diesem Umfang und in dieser grafischen Form vorliegen. Die Klima-schutzstraßenbahn ist somit bundesweit die erste ihrer Art.
 

Die Grundidee, den Klimawandel in farbigen Streifen abzubilden, stammt vom britischen Klimaforscher Ed Hawkins. Dass diese Darstellung exklusiv mit lokalen Daten der Freiburger Wetterstation auf der KlimaschutzStraba zu sehen ist, ist jedoch Professor Bruno Burger zu verdanken. Er betreut am Fraunhofer ISE die Energiedaten-Plattform Energy-Charts. Diese zeigt mittels Daten der deutschen Netzbetreiber, wann und wie viel Strom aus erneuerbaren Energien im Netz vorhanden ist. Nebenbei sammelt Burger auch Klimadaten von den Servern des Deutschen Wetterdienstes, DWD, um den Klimawandel sichtbar zu machen. Bislang waren nur Grafiken für die einzelnen Bundesländer vorhanden, doch jetzt stellt der Energieexperte sie auf www.energy-charts.de für jede einzelne DWD-Station bereit. So lässt sich ablesen, in welchen Regionen der Klimawandel besonders schnell voranschreitet, wo also die „Hot-Spots“ sind – im wahrsten Sinne des Wortes.

Klima-Hot-Spot Freiburg
Freiburg im Oberrheingraben ist ein solcher Hot-Spot, der erheblich von der Klimaerwärmung betroffen ist. Während die jährlichen Durchschnittstemperaturen in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen um 1,5 Grad Celsius angestiegen sind, sind es in Freiburg sogar 1,8 Grad. Zielstrebiges Handeln ist somit dringend angesagt. Die Stadt Freiburg hat sich das Ziel gesetzt, die eigenen Anstrengungen zu verstärken und bietet ihren Bürgerinnen und Bürgern eine breite Palette an Fördermitteln und Mitmach-Angeboten. Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe.
 
Partner der Stadt Freiburg sind beim Projekt „KlimaschutzStraba“ die Freiburger Verkehrs AG (VAG) und die badenova GmbH & Co. KG. Der Freiburger Verkehrsdienstleister befördert jährlich 80 Millionen Fahrgäste klimafreundlich von A nach B. Dennoch ist der Mobilitätssektor immer noch der Bereich, in dem der Rückgang von CO<sub>2</sub>-Emissionen stagniert. Das Klimaschutzkonzept hält viele Ideen bereit, wie die Stadt Freiburg hier umsteuern kann – unter anderem durch die Anschaffung von Elektrobussen bei der VAG, ein Leuchtturmprojekt für das Jubiläumsjahr.

Die badenova GmbH & Co. KG, als ökologisch agierender Energie- und Umweltdienstleister, ist ebenfalls seit vielen Jahren im Klimaschutz engagiert. Bei etlichen Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept 2019 fungiert sie als Initiator, Projektpartner, Planungsunternehmen oder Akteur, beispielsweise beim klimaneutralen Solarstadion für den SC Freiburg, ebenfalls ein Leuchtturmprojekt. „Die Energiewende lokal voranzutreiben ist unser Auftrag, den wir mit Nachdruck verfolgen. Wir freuen uns, dass die Stadt Freiburg engagiert vorangeht und sich ambitionierte Ziele setzt, bei deren Realisierung wir unseren Teil beitragen können“, so Dr. Thorsten Radensleben, Vorstandsvorsitzender der badenova. Die neue Klimaschutzstraßenbahn wurde mit finanzieller Unterstützung der badenova umgesetzt.
 

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Veröffentlicht am 10. September 2019

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