Dietenbach

Vorbereitungen für den neuen Stadtteil laufen auf Hochtouren

Ein Bach mit grün bewachsener Uferböschung rechts und links
Der Dietenbach ist Namensgeber des geplanten Stadtteils und von hoher ökologischer und wasserwirtschaftlicher Bedeutung. Um Überschwemmungen vorzubeugen, soll sein Bachbett stark verbreitert werden. (Foto: A. J. Schmidt)

Nachdem sich beim Bürgerentscheid im Februar über 60 Prozent der Bürgerschaft für den neuen Stadtteil Dietenbach ausgesprochen haben, sind die Planungen ein gutes Stück voran gekommen.

Jetzt gehe es um die Feinjustierung der Planung auf Grundlage des Siegerentwurfs der Bürogemeinschaft K9 Architekten, so Oberbürgermeister Martin Horn auf einer Pressekonferenz zum Thema. „Das Grundgerüst ist hervorragend und bietet die ideale Vorlage, einen sozialen, ökologischen, inklusiven und urbanen Stadtteil mit bezahlbarem Wohnraum zu entwickeln.“

Mehrstufiger Bürgerdialog geplant

Die verschiedenen Varianten des Wohnungsbaus und des Vermarktungskonzepts sollen jetzt öffentlich diskutiert werden. Zu dem dreistufigen Dialogprozess sollen, neben den Vertretern verschiedener Interessengruppen, auch zufällig ausgewählte Einwohner und Einwohnerinnen eingeladen werden. Sie sollen als repräsentative Querschnittsgruppe den Prozess über mehrere Jahre begleiten. Nach einer Schulungsphase beginnt dann die eigentliche Diskussion über Nutzungskonzepte und Vermarktungsvarianten. Die von den Beteiligten erarbeiteten Modelle durchlaufen anschließend eine Machbarkeitsstudie, in der auch die Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaftlichkeit überprüft werden, bevor die Ergebnisse und eine Variantenempfehlung in einer dritten Phase Anfang 2021 dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Städtische Genossenschaft

Darüber hinaus prüft das Referat für bezahlbares Wohnen gemeinsam mit den Fachämtern die Gründung einer städtischen Genossenschaft, wie es von SPD, Freien Wählern und FDP im Mai beantragt wurde. Sie soll in Ergänzung zu anderen Bauträgern im neuen Stadtteil geförderten und preisgebundenen Wohnraum schaffen. Auf einen Entwicklungsträger – wie im Rieselfeld oder Vauban – will die Verwaltung verzichten. Für die Stadt sei es wirtschaftlicher und effizienter, die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme mit der Grundstücksneuordnung und dem Grundstücksverkauf durch die Projektgruppe Dietenbach zu steuern, so Rüdiger Engel, Leiter der Projektgruppe. Überdies sei das erforderliche externe Know-how am Markt zur Zeit kaum zu finden.

Vorbereitungen bis zum Baubeginn

Derzeit laufen die Planungen für das Erdaushubzwischenlager, den Gewässerausbau sowie die Verlegung der Hochspannungs- und Erdgasleitungen, berichtete Baubürgermeister Martin Haag. Da das Gelände noch als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen ist, muss der Dietenbach bis zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplans umgebaut werden. Dabei müssen Vorgaben des Hochwasser- und Naturschutzes berücksichtigt werden. Hier sollen die Arbeiten Anfang 2022 losgehen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Trotz des Bürgerentscheids, während dem die Verwaltung alle Arbeiten stoppen musste, hält sich der Zeitverlust in Grenzen. Haag äußerte sich optimistisch, dass bereits im Jahr 2024 mit den ersten Hochbauten begonnen werden kann.

Wegen des hohen Grundwasserstands sind vor der Erschließung der Grundstücke – ähnlich wie damals im Rieselfeld – Erdaufschüttungen notwendig. Daher soll frühzeitig ein Erdaushubzwischenlager am Zubringer Mitte angelegt werden. Hierfür kann das Bodenaushubmaterial von Baustellen aus Südbaden, das ansonsten teuer entsorgt werden müsste, verwendet werden.

Über 400 Dietenbach-Eigentümer zum Verkauf bereit

Die Flächen für das Zwischenlager, den Gewässerausbau und den naturschutzrechtlichen Ausgleich befinden sich auf städtischen und privaten Grundstücken. Den Pächtern wurde bereits fristgerecht gekündigt. Sofern die Landwirte Ersatzlandbedarf geltend machen, werden ihnen in Zusammenarbeit mit der Landsiedlung Baden-Württemberg geeignete Flächen angeboten. Mit den Landwirten, die Eigentum innerhalb des Entwicklungsbereichs haben und sich noch nicht entschieden haben, ob sie an die Sparkassengesellschaft verkaufen, ist die Liegenschaftsverwaltung im Gespräch. Amtsleiter Bruno Gramich sagte: „Wir wollen Enteignungsverfahren vermeiden, indem wir anbieten, noch bis September an dem Kooperationsmodell mit der Sparkasse teilzunehmen. Wer dies nicht möchte und auf Ersatzflächen angewiesen ist, bekommt entsprechende Angebote. Die Stadt kann aus rechtlichen Gründen bei einem Grundstückstausch allerdings nur den gutachterlich ermittelten Wert von 15 Euro pro Quadratmeter zugrunde legen.“

Insgesamt haben bislang über 400 Eigentümerinnen und Eigentümer mit 70,4 Hektar privater Flächen den Optionsverträgen mit der Sparkassengesellschaft zugestimmt. Sie repräsentieren rund 90 Prozent der Gesamtfläche. In den nächsten Tagen werden die ersten 30 Hektar notariell beurkundet. Ziel der Gesellschaft ist es, bis Ende November 2019 mit allen mitwirkungsbereiten Eigentümerinnen und Eigentümern notarielle Verträge abzuschließen. Sorgen vor umfänglichen Enteignungen sind damit jetzt vom Tisch.

Weitere Informationen:
www.freiburg.de/stadtteil-dietenbach

Veröffentlicht am 08. Juli 2019

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