Nachlese

OB vor Ort in Tiengen

Trotz großer Hitze kamen 130 Menschen zum Bürgergespräch in Tiengen – Am 16. Juli ist der OB im Vauban.

Ein schöner Ort zum Leben ist Tiengen. Wer einmal vom Neubaugebiet gen Osten in die Berge geblickt hat, kann sich einen Umzug in die schon im Jahr 888 gegründete Ortschaft gut vorstellen. Dass im Alltag aber auch manches nicht so befriedigend ist, wurde beim Besuch von Oberbürgermeister Martin Horn in der Tuniberghalle deutlich. Vor allem das Gefühl, von der Kernstadt abgehängt zu sein, erzeug-te ein leichtes Grummeln.

Dieses Gefühl, dass mancher Freiburger gar nicht wisse, dass Freiburg auch „hinter der Autobahn“ noch weitergehe, nahm der OB gleich zu Beginn seiner Ausführungen auf – und versuchte den Abend über aufzuzeigen, dass die Tuniberggemeinden nicht anders behandelt werden als der Rest der Stadt auch. Beispiel Tempo 30: Mehrfach wurde an diesem Abend vorgetragen, dass generell Tempo 30 im Ort wünschenswert wäre – was bei Martin Horn auf offene Ohren stieß. Der „Schilderwald“ im gesamten Stadtgebiet wirke wie „Willkür“, ist es aber nicht. Dennoch hofft der OB bald auf gesetzliche Regelungen, die eine Vereinheitlichung zulassen – vielleicht mit „Freiburg als Modellstadt“.

Auch beim Thema öffentlicher Nahverkehr lenkte Horn den Blick auf die Gesamtstadt. Unumwunden gab er zu, dass die Busverbindungen nach Tiengen nicht optimal seien. Zugleich verwies er auf das große Investitionsprogramm der VAG und das Defizit, den das städtische Verkehrsunternehmen schon jetzt verursache. Am weiteren ÖPNV-Ausbau in einer wachsenden Stadt gehe dennoch kein Weg vorbei. Der Standortsuche für das Fahrradverleihsystem Frelo und für weitere Carsharing-Plätze sag-te der OB seine Unterstützung zu.

Auch für die Idee, einen heu-te schon bestehenden Schleichweg so auszubauen, dass der Durchgangsverkehr Richtung Mengen und Munzingen abge-leitet werden kann, zeigte sich Horn offen. Er verwies allerdings auf die Notwendigkeit der Einbettung in ein Verkehrskonzept, das auch Bestandteil der 2020 beginnenden Rahmenplanung für den Tuniberg sein soll. „Aktuell ist das aber in keiner Planung drin“, machte er wenig Hoffnung auf eine schnelle Umsetzung.

Handlungsbedarf gebe es beim Thema weiterführende Schule und Kleinkindbetreuung. Wenn beide Neubaugebiete wie geplant bebaut werden, würden bis 2024 rund 50 Plätze für unter Dreijährige und etwa 100 für über Dreijährige fehlen. Diese zu schaffen sei „eine große gesamtstädtische Herausforderung“. Pläne für eine zusätzliche viergruppige Kita in Tiengen gebe es aber bereits. Klare Worte, aber noch keine konkreten Festlegungen gab es zum Thema weiterführende Schule. „So weit wie noch nie seit der Eingemeindung“ sei man bei diesem Thema, berichtete Martin Horn. Genau wie in Opfingen ergab eine Spontanabfrage des Publikums ein deutliches Pro für ein Gymnasium, aber auch für eine Gemeinschaftsschule gingen viele Hände in die Höhe. „Natürlich brauchen wir eine Schule am Tuniberg“, ließ Horn keinen Zweifel an der Berechtigung der Forderung – die er aber-mals in einen gesamtstädtischen Zusammenhang stellte. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept – und die notwendigen Ressourcen.“

Weitere Fragen aus dem Publikum kamen zur Zukunft der Flüchtlingsunterkunft (Horn: „Genehmigung gilt bis 2021“), zur Edeka-Erweiterung („Verhandlungen laufen“) und zu Angeboten für Senioren („Es gibt Überlegungen eines privaten Anbieters, die aber noch sehr vage sind“).

Mit einem Werbeblock für das Stadtjubiläum 2020 entließ Oberbürgermeister Horn die Gäste im Tuniberghaus in den lauen Sommerabend. Fortsetzung folgt: Das nächste „OB vor Ort“ findet am 16. Juli um 19.30 Uhr in der Karoline-Kaspar-Schule im Vauban statt

Veröffentlicht am 05. Juli 2019

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