Bildung, Kinder und Jugendliche

Statistische Daten zu Freiburg

Der historische Rekordwert von 768 Personen beim Geburtenüberschuss für 2017 zeigt, das Freiburg auch weiterhin von innen heraus wächst. Diese und weitere interessante Fakten beinhalten das kürzlich veröffentlichte Statistischte Jahrbuch und der Stadtbezirksatlas für 2017. Im zweiten Teil unserer Reihe dazu, widmen wir uns den Kindern und Jugendlichen in Freiburg, aber auch der Betreuungs- und Bildungssituation.

Kinder und Jugendliche unter der Lupe: Mit Hilfe des Statistischen Jahrbuchs und des Stadtbezirksatlas für 2017 haben wir zu den Kindern und Jugendlichen in Freiburg interessante Fakten und Trends entdeckt. Foto: A. J. Schmidt

Im Jahr 2017 kamen 2.646 Babys zur Welt, 152 mehr als im Vorjahr, da waren es 2.494 Geburten. Nach Alter aufgeziffert gab es in 2017 2.506 Säuglinge (Babys unter einem Jahr), 7.138 Kleinkinder (unter drei Jahren) und 13.451 Kinder unter 6 Jahren. 17.181 Kinder waren im Alter von 6 bis 15 Jahren, außerdem gab es 5.642 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren. Mädchen oder Jungen gab es - egal in welcher Altersgruppe - fast gleich viele.

Statistisches Jahrbuch und Stadtbezirksatlas als PDF-Version

Insgesamt bilden die Kinder und Jugendlichen in 2017 16,1 Prozent der Wohnbevölkerung.  Die 18 bis 45-Jährigen machen mit 42,9 Prozent die größte Gruppe aus, die 45 bis unter 65-Jährigen bilden 24,5 Prozent der Wohnbevölkerung. Etwas größer als der Anteil der Kinder und Jugendlichen ist für 2017 die Gruppe der Personen, die 65 Jahre und älter sind, sie bilden 16,5 Prozent. Schaut man sich die Proportion der Alten zu den Jungen für 2017 an, also das Verhältnis der 65-Jährigen und älter zu den unter 15-Jährigen, fällt Gleiches auf: Diese beträgt 121,6. Zur Erklärung: Der Wert bedeutet, dass auf 100 junge Menschen (unter 15 Jahre) 121,6 ältere Personen (über 64 Jahre) kommen.

Die Proportion der Alten zu den Jungen war in St.Georgen-Süd in 2017 besonders hoch: Sie betrug dort 346,1, also kamen dort auf 100 junge Menschen unter 15 346,1 Personen über 64 Jahre. Auch in Altstadt-Mitte und Neuburg treffen im Verhältnis sehr viel mehr ältere auf junge Menschen (Proportion von 295,7 für Altstadt-Mitte und 256,1 für Neuburg). Besonders niedrig war die Proportion der Alten zu den Jungen in Vauban: Hier kommen auf 100 junge 25,3 ältere Menschen. Auch niedrig war die Proportion in den Stadtbezirken Brühl-Industriegebiet (25,9) und Mundenhof (36,4).

Der Jugendquotient betrug für 2017 17,5. Auf 100 potenziell erwerbsfähige Personen kommen in diesem Jahr also im Durchschnitt 17,5 Kinder. Auf die Stadtbezirke aufgeziffert gab es 2017 in Munzingen mit 29,9 den höchsten Jugendquotienten, gefolgt von Weingarten mit 27,8 und Landwasser mit 27,2. Den niedrigsten Jugendquotienten gab es in Altstadt-Mitte (8,8), gefolgt vom Altstadt-Ring (9,5) und Stühlinger Eschholz (10,6).

Jugendquotient

Der Jugendquotient ist das Maß für die Berechnung des Verhältnisses von Kindern (unter 15 Jahre) und potenziell erwerbsfähigen Personen (15 bis unter 65 Jahre). Er kann als Indikator zur Familienprägung einer Stadt oder einzelner Stadtbezirke verwendet werden. Ein Wert von 20 besagt beispielsweise, dass auf 100 potenziell erwerbsfähige Personen 20 Kinder kommen.

Proportion der Alten zu den Jungen

Das ist das Maß für das Verhältnis der Gruppe der 65-Jährigen und älter zu den unter 15-Jährigen. Die "Proportion der Alten zu den Jungen" gibt einen Hinweis darauf, ob eine der beiden Altersgruppen prägend auf die Gesamtstadt oder einen Stadtbezirk wirkt. Ein Wert von 120 bedeutet beispielsweise, dass 100 jungen Menschen (unter 15 Jahre) 120 älteren (über 64 Jahre) gegenüber stehen.

Schaut man sich die Entwicklung der Anzahl der Kinder und Jugendlichen in Freiburg in den letzten 10 Jahren an, fällt auf, dass diese kontinuierlich gewachsen sind (unten stehendes Diagramm). 2007 gab es 11.376 Kinder unter 6 Jahren in Freiburg, 2017 waren es 13.451 Kinder, das entspricht einer Steigerung von circa 18 Prozent in den letzten 10 Jahren. Die Kinder von 6 bis 15 Jahren sind von 2007 bis 2017 um 7,5 Prozent gewachsen. Lediglich die Gruppe der 15 bis 18-Jährigen nimmt seit dem Höchstand in 2015 (6.011 Personen) wieder ab, ist aber in 2017 mit 5.642 Personen trotzdem 5,6 Prozent höher als 2007 (5.341 Personen).

Auf einzelne Haushalte aufgeschlüsselt ergibt sich folgendes Bild: 2017 gab es 67.220 Einpersonenhaushalte, 36.721 Mehrpersonenhaushalte ohne Kind und 21.270 Mehrpersonenhaushalte mit Kind. Die Mehrpersonenhaushalte mit Kind nehmen also die kleinste Position ein. Sie lassen sich noch weiter aufschlüsseln: Von den Haushalten mit Kind sind im Jahr 2017 4.386 Erwachsene, die darin leben, alleinerziehend. Es gab außerdem 12.953 Haushalte, in denen Paare mit Kind und 2.979 Haushalte, in denen Paare mit Kind und weiteren Personen in einer Wohnung zusammen lebten. Haushalte, in denen Alleinerziehende mit weiteren Personen zusammen lebten, gab es 952.

Das unten stehende Diagramm stellt die Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kind auf Stadtbezirksebene gegenüber.  Demnach gibt es die meisten Haushalte ohne Kind im Stadtbezirk Betzenhausen-Bischofslinde (1.807 Haushalte), dicht gefolgt von Weingarten (1.793 Haushalte). In Betzenhausen-Bischofslinde gibt es im Vergleich weniger als die Hälfte an Haushalten mit Kind (735). In Weingarten ist das Verhältnis einigermaßen ausgeglichen, es gibt ebenfalls eine hohe Anzahl an Haushalten mit Kind (1.283 Haushalte). Die wenigsten Haushalte mit Kind gibt es in Mundenhof (6 Haushalte), was jedoch an der kleinen Größe des Stadtbezirks liegt. Darauf folgen Haslach Schildacker mit 72 Haushalten, in denen Kinder leben und Brühl-Industriegebiet mit 109 Haushalte mit Kind. In beiden Stadtbezirken sind die insgesamte Anzahl der Haushalte und auch die Anzahl der Haushalte ohne Kind jedoch ebenfalls gering.

Greift man die Gruppe der unter 6-Jährigen für 2017 heraus, lassen sich Stadtbezirke ausmachen, in denen es besonders wenige und auch besonders viele Kinder und Kleinkinder gibt. Oftmals kann man das mit dem Wohngebietstyp erklären, der den jeweiligen Stadtbezirk charakterisiert.

Wohngebietstypen

Die für den Stadtbezirksatlas mit Hilfe einer Clusteranalyse erstellten vier Wohngebietstypen heben die für die Haushaltsstruktur charakteristischen Merkmale im jeweiligen Stadtbezirk hervor. Repräsentativ dafür waren, welche Art von Haushalten es gibt, ob darin Kinder wohnen und welche Altersgruppen stärker oder schwächer vertreten sind, immer gemessen am städtischen Durchschnitt. Manche Stadtbezirke können auch mehreren Typen zugeordnet werden oder befinden sich gerade im Übergang vom einen zum anderen Typ. Die vier Wohngebietstypen werden im Folgenden ausführlicher erklärt:

Durchschnittswohngebiet:
Beim Durchschnittswohngebiet gibt es in den oben genannten Merkmalen nur geringe Abweichungen vom Gesamtdurchschnitt für Freiburg, lediglich die Einpersonenhaushalte sind in allen Altersgruppen häufiger vorhanden.
 
Senior_innenwohngebiet:
In Senior_innenwohngebieten ist der Anteil an Einpersonenhaushalten und an Haushalten mit kinderlosen Paaren über 60 besonders hoch. Gleichzeitig gibt es nur wenige Einpersonenhaushalte und Haushalte ohne Kinder unter 60 Jahren.
 
Studierendenwohngebiet:
In Studierendenwohngebieten gibt es viele Einpersonenhaushalte mit Personen unter 30 Jahren, in Freiburg sind das typischerweise Studierende. Außerdem gibt es einen höheren Anteil an Einpersonenhaushalten mit Personen zwischen 30 und 60 Jahren, Familien mit Kindern liegen unter dem Durchschnitt für die Gesamtstadt.
 
Familienwohngebiet:
In Familienwohngebieten leben überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern. Paare mit erwachsenen bzw. älteren Kinder aber auch Paare, die gerade wachsen, sind vertreten. Auch finden sich dort Paare ohne Kinder. Unterrepräsentiert sind hingegen Einpersonenhaushalte mit Personen unter 30 Jahren.

Am wenigsten Kinder unter 6 Jahren gibt es in Mundenhof (4 Kinder), wobei der Stadtbezirk wegen seiner geringen Gesamtgröße nicht repräsentativ ist: In Mundenhof wohnen insgesamt nur 57 Menschen, der Stadtbezirk zeichnet sich vor allem durch das Gelände des Naturerlebnisparks Mundenhof aus. Auch in Haslach-Schildacker gibt es gerade einmal 46 Kinder unter 6 Jahren, die Wohnbevölkerung  umfasst hier für 2017 insgesamt 940 Menschen, damit ist der Stadtbezirk nach Mundenhof von der Wohnbevölkerung her der zweitkleinste Stadtbezirk. Haslach-Schildacker wird als Durchschnittswohngebiet typisiert, mit einem vor allem gewerblich geprägtem Quartier, aber mit wohnbaulichen Schwerpunkten.

In Brühl-Industriegebiet ist die Anzahl der Kinder auch relativ gering (99 Kinder unter 6 Jahren). Brühl-Industriegebiet lässt sich zu keinem bestimmten Wohngebietstyp zuordnen, der Stadtbezirk ist vor allem geprägt durch das Industriegebiet Nord, den Flugplatz, der Neuen Messe und der Technischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität. Außerdem gibt es große Waldbestände. Der Stadtbezirk ist flächenmäßig zwar sehr groß, die Wohnbebauung aber so gering, dass er von der Wohnbevölkerung her mit 1.676 Personen zum drittkleinsten Stadtbezirk zählt.

Die meisten Kinder unter 6 Jahren leben in Weingarten (840), Rieselfeld (651) und Unterwiehre-Süd (612). Weingarten wird als Familien- und Seniorenwohngebiet typisiert und ist vor allem durch Wohnungsbau geprägt. Außerdem ist Weingarten der Stadtbezirk mit den meisten Einwohnern. Rieselfeld, das zwischen 1995 und 20102 als komplett neuer Stadtteil erbaut wurde, wird ebenfalls als Familienwohngebiet typisiert. Unterwiehre-Süd ist ein Durchschnittswohngebiet. Der Bezirk ist Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, mit Einzel- und Doppelvillen, die bis auf den Lorettoberg hinauf reichen.

Einrichtungen für Kinder und Jugendliche

Die Kinder und Jugendlichen im Stadtgebiet müssen gerade im kleinen Alter auch betreut und später schulisch gebildet werden. Dafür gibt es im gesamten Stadtgebiet 264 kommunale Einrichtungen, davon sind 72 Krippen und Krabbelstuben, mit 3.168 Plätzen für unter 3-Jährige. Kindergärten gibt es 153, diese bieten 7.607 Plätze für 3 bis 6-Jährige Kinder. Außerdem hat Freiburg 10 Schüler- und 4 heilpädagogische Horte sowie 25 Kinder- und Jugendtreffs.

Unterschied Gemeinschaftsschule und Gesamtschule

Gemeinschaftsschulen und Gesamtschulen sind nicht dasselbe. Der Unterschied: In Gemeinschaftsschulen werden Schülerinnen und Schüler mit den Empfehlungen für die Haupt- oder Realschule und dem Gymnasium in einem Klassenverband unterrichtet. In einer Gesamtschule werden die Schüler_innen nach Leistungsniveau in verschiedenen Kursen unterrichtet.

Schulen gibt es in Freiburg für das Schuljahr 2016/2017 insgesamt 95, davon sind 62 öffentliche allgemeinbildende und 33 private allgemeinbildende Schulen. Insgesamt gab es in Freiburg in 2017 18.757 Schüler_innen in den öffentlichen allgemeinbildenden Schulen und 5.897 Schüler-innen in den privaten allgemeinbildende Schulen.

Bei den öffentlichen Schulen gab es vom Schuljahr 2015/2016 zum Schuljahr 2016/2017 insgesamt 350 Schüler_innen mehr, die Werkreal-/Hauptschulen verzeichnen aber 173 Schüler_innen weniger. Auch die Gesamtschulen hatten im genannten Schuljahr 36 Schüler_innen weniger, in allen anderen Schulformen erhöhte sich die Schüler_innenzahl. Eine mögliche Erklärung für den Rückgang der Schüler_innen in Werkreal-/Hauptschulen könnte sein, dass es keine Grundschulempfehlung in diesen Schuljahren gab, sodass Eltern ihre Kinder generell öfters in Schulen mit höherem Leistungsniveau gegeben haben. Im Frühjahr 2018 wurde in Baden-Württemberg die Grundschulempfehlung wieder eingeführt, da die Leistungsspanne in Gymnasien und Realschulen immer höher wurde. Seitdem muss die Empfehlung bei der weiterführenden Schule vorgelegt werden. Wenn die Eltern bei der Schulwahl anderer Meinung sind, müssen sie dies begründen. Eine Gesamtschule steht grundsätzlich jedem offen.

Bei den privaten Schulen gab es vom Schuljahr 2015/2016 auf 2016/2017 insgesamt einen starken Rückgang bei den Grundschulen (63 Schüler_innen), auch die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)  und die Realschulen verzeichneten mit 44 und 30 Schüler_innen einen Rückgang. Die Gymnasien bekamen 19 Schüler_innen mehr, am stärksten wuchsen die Gemeinschaftsschulen mit 78 Schüler_innen.

Im Folgenden Diagramm werden die öffentlichen und privaten Schulen nach Schulart und Schüler_innenzahl gegenübergestellt. Die Waldorfschulen wurden hierbei wegen der Vergleichbarkeit weggelassen, da es in Freiburg keine öffentlichen Waldorfschulen gibt. Private gibt es davon 3, mit 1.456 Schüler_innen. Außerdem gibt es keine privaten Gesamtschulen in Freiburg, weswegen den öffentlichen Gesamtschulen im Diagramm keine Zahlen gegenübersteht. Egal ob öffentlich oder privat, die Gymnasien haben auf beiden Seiten die höchste Schüler_innenanzahl. Am wenigsten Schüler_innen gibt es auf beiden Seiten in Gemeinschaftsschulen (210 in öffentlichen und 194 Schüler_innen in privaten Gemeinschaftsschulen).

Veröffentlicht am 12. März 2019
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