Statistische Daten zu Freiburg

Die Bevölkerung

Freiburg ist nicht nur die südlichste Großstadt Deutschlands, sondern mit rund 230 000  Einwohnern auch die viertgrößte Stadt Baden-Württembergs. Mit dem nun veröffentlichten Statistischen Jahrbuch und dem Stadtbezirksatlas für 2017 gibt es wieder viel Interessantes über unsere Stadt zu entdecken. In den nächsten Wochen werden wir in der Rubrik "Leben in Freiburg" verschiedene Themenbereiche aus den umfangreichen Berichten vorstellen. Im ersten Teil der Serie: Fakten zur Freiburger Bevölkerung.

Mit durchschnittlich 30,7 Jahren ist der Stadtbezirk Brühl-Industriegebiet, derjenige Stadtbezirk in Freiburg mit der jüngsten Einwohnerschaft. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter in Freiburg liegt bei 40,4 Jahren. Foto: Stadt Freiburg

Das Statistische Jahrbuch und der Stadtbezirksatlas werden vom Amt für Datenverarbeitung und Informationsmanagement  aufbereitet, der Stadtbezirksatlas erscheint dabei alle drei Jahre. Zu jedem der 42 Stadtbezirke finden sich darin vier Seiten mit den wichtigsten Infos und Indikatoren. Die Daten beider Publikationen beschreiben das Jahr 2017 und sind als PDF erhältlich, zum bestellen oder online. Alle Daten sind außerdem im städtischen Statistik-Portal Fritz eingepflegt, online unter fritz.freiburg.de.

Statistisches Jahrbuch und Stadtbezirksatlas als PDF-Version

Im Jahr 2017 hatte Freiburg 229 636 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese lebten zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 9,8 Jahre im Stadtgebiet. Das Durchschnittsalter liegt bei 40,4 Jahren – damit ist Freiburg, nach Heidelberg mit einem Durchschnittsalter von 40,2 Jahren, die zweitjüngste Großstadt in Baden-Württemberg.

Die Wohnbevölkerung Freiburgs ist mit 225 610 Menschen etwas geringer als die amtliche Einwohnerzahl. Sie beschreibt diejenigen Personen, die in Freiburg ihre alleinige Wohnung haben oder - bei mehreren Wohnsitzen - von Freiburg aus ihrer Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Die amtliche Einwohnerzahl hingegen wird vom Statistischen Landesamt mit Hilfe des Zensus erhoben, der dann fortgeschrieben wird. Zu den Einwohnern zählen alle Personen, die in Freiburg ihren ständigen Wohnsitz haben oder wohnberechtigt sind. Dabei ist der Hauptwohnsitz ausschlaggebend.

Amtliche Einwohnerzahl

Zu den Einwohnern von Freiburg zählen alle Personen, die hier wohnsitzberechtigt sind. Dabei ist der Hauptwohnsitz ausschlaggebend. Die amtliche Einwohnerzahl wird in Deutschland durch die Statistischen Landesämter erhoben, bis 1987 mit Hilfe einer Volkszählung, die dann fortgeschrieben wurde. Ab 2012 gilt der im Jahr 2011 erhobene Zensus, auf dessen Basis die Einwohnerzahl nun fortgeschrieben wird. Amtlich wird diese Einwohnerzahl deshalb genannt, weil sie immer dann herangezogen wird, wenn eine Rechtsvorschrift auf die Einwohnerzahl einer Stadt oder Gemeinde abhebt (z.B. im Wahlrecht).

Wohnbevölkerung und wohnberechtigte Bevölkerung sind nicht dasselbe

Wohnbevölkerung beschreibt nicht dieselbe Gruppe von Menschen wie wohnberechtigte Bevölkerung: In der Wohnbevölkerung sind alle Personen enthalten, die in Freiburg ihre alleinige Wohnung haben, bei mehreren Wohnsitzen diejenigen, die von Freiburg aus ihrer Arbeit oder Ausbildung nachgehen. Es zählen also diejenigen mit hinein, die sich überwiegend in Freiburg aufhalten. Bei der wohnberechtigten Bevölkerung zählen alle Einwohner hinein, die eine Haupt- oder Nebenwohnung in Freiburg gemeldet haben. Allerdings können hier Personen mit mehreren Wohnsitzen mehrmals gezählt werden.

Betrachtet man den Zeitraum von 1979 bis 2017 so wie im unten stehenden Diagramm, fällt auf, dass die Einwohnerinnen und Einwohner Freiburgs seit Jahren kontinuierlich ansteigen.  Das Jahr 1979 war das letzte Jahr, in dem die Bevölkerungszahl gegenüber dem Vorjahr nicht angestiegen ist. Damals belief sich die Wohnbevölkerung auf 174 121 Personen. Die 220 000-Marke hatte Freiburg 2013 überwunden, die 210 000-Marke im Jahr 2002 und die 200 000-Marke im Jahr 1996. Gegenüber dem Vorjahr wuchs die Wohnbevölkerung in 2017 von 227 590 auf 229 636 Personen an, das sind 2046 Menschen mehr als 2016.

Der Geburtenüberschuss erreichte wieder einen historischen Rekordwert: 2017 sind 2646 Babys geboren, im Vergleich zu 2016 sind das 152 Babys mehr, da gab es 2494 Geburten. Auch interessant: Zum ersten Mal seit Beginn der Auswertung des Einwohnermelderegisters in den 1970er Jahren, ist 2017 die Bevölkerung Freiburgs stärker durch den Geburtenüberschuss als durch den Wanderungsüberschuss gewachsen. Der Geburtenüberschuss beschreibt das Verhältnis zwischen Geburten und Sterbefällen in einem bestimmten Zeitraum, der Wanderungsüberschuss das Verhältnis zwischen Zuzügen und Wegzügen. Auf die 2646 Geburten kommen im Jahr 2017 lediglich 1878 Sterbefälle, das macht einen Überschuss von 768 Personen. Zugezogen sind 2017 21 426 Personen, weggezogen 20 673 Personen, das macht einen Wanderungsüberschuss von 753 Personen.

Somit ist klar: Freiburg wächst nicht nur durch einen Zuzug von außerhalb, sondern vor allem aus sich selbst heraus. Wie stark, prognostiziert das unten stehende Diagramm, das das voraussichtliche Bevölkerungswachstum für Freiburg bis 2024 anahnd der wohnberechtigten Bevölkerung abbildet. Der Geburten- und der Wanderungsüberschuss sind dafür zwei wichtige Indikatoren. Für 2024 wir demnach mit 237 561 Menschen gerechnet, die in Freiburg wohnberechtigt sind. Im Vergleich zu 2017 ( 228 187 Personen) sind das 9374 Menschen mehr, ein Anstieg von 4,1 Prozent.

Das unten stehende Diagramm schlüsselt auf, wie sich die Wohnbevölkerung im Jahr 2017 auf die 42 Stadtbezirke aufteilt. Die meisten Menschen, genauer 11110 Personen, wohnten 2017 im Stadtteil Weingarten, die wenigsten im Mundenhof (57 Personen).

Der Stadtbezirk Brühl-Industriegebiet ist der jüngste Stadtbezirk in Freiburg - zumindest vom Alter der Bewohner aus: Das Durchschnittsalter lag in 2017 hier bei 30,7 Jahren. Brühl entstand ab Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung. Der Bezirk Industriegebiet mit dem großen Industriegebiet Nord, Flugplatz, Neue Messe, Technische Fakultät der Universität und großen Waldbeständen ist flächenmäßig um das Zehnfache größer als der Bezirk Güterbahnhof. Nach der Bevölkerungszahl ist er jedoch einer der kleinsten Stadtbezirke. Die Menschen, die dort wohnen, sind jedoch um einiges jünger, als in anderen Stadtbezirken.

Ältester Stadtbezirk war mit einem Durchschnittsalter von 52,7 Jahren St. Georgen-Süd. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter für die Gesamtstadt liegt bei 40,4 Jahren. Damit steht Freiburg im kommunalen Vergleich der Großstädte ziemlich gut dar: Nur Heidelbergs Bevölkerung ist mit durchschnittlich 40,2 Jahren in Baden-Württemberg jünger.

Veröffentlicht am 21. Februar 2019
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