Mensch, Biene!, Grafik: lahaye tiedemann gestalten, Ulm

Überlebensschutz für Wildbiene & Co

Verschiedene Insektenhotels auf dem Freiburger Mundenhof, Foto: Marco Sepulveda

Im letzten Blog-Beitrag haben wir erfahren, dass sich Honigbienen in ihrem Stock zusammenkuscheln und umeinander herumwuseln, um die kalte Jahreszeit zu überleben. Wildbienen überwintern dagegen nicht zusammen mit ihrem Volk. Die meisten von ihnen sterben im Winter. Nur ihr Nachwuchs überlebt. Entweder draußen in der Natur oder in sogenannten „Insektenhotels“. Mit einem Hotel haben die aber eigentlich nichts zu tun. Warum diese Behausungen eine wichtige Hilfe für Insekten sind, und wie man sie richtig baut, klären wir in unserem heutigen Beitrag.

Nistkästen beherbergen alles, was kreucht und fleucht

Sie sehen aus wie kleine Häuser mit winzigen Löchern und bestehen zum Großteil aus Naturmaterialien. Ob in Gärten, auf Schulhöfen oder Balkonen: In Freiburg gibt es immer häufiger „Insektenhotels“. Das sind Nistkästen für alles, was sechs Beine hat. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Tierwelt, insbesondere schützen sie Wildbienen, Wespen und Co.

Nistkästen ähneln stark menschlichen Behausungen: Oftmals verfügen sie über ein Dach, sind mehrstöckig und in einzelne Räume unterteilt. Streng genommen ist die Bezeichnung „Insektenhotel” jedoch nicht ganz korrekt. Denn viele der kleinen Tierchen überleben den Winter nur in Form von Larven, Eiern oder Puppen. Die Nistkästen schützen also die Übergangsstadien und nicht die ausgewachsenen Insekten vor der kalten Jahreszeit. Daher sind die Behausungen in Wahrheit keine Hotels, sondern ein Überlebensschutz.

Ein Nistkasten mit einem schlüpfenden Insekt, Foto: Marco Sepulveda

Diverse Insektenarten können einen Nistkasten bewohnen. Dazu gehören unter anderem Wildbienen, Wespen und viele verschiedene Fliegenarten.

Warum müssen Menschen für Tiere ein Hotel bauen?

Aber warum ist es wichtig, dass wir den Insekten helfen und ihnen sogar Behausungen bauen? In den letzten hundert Jahren haben Menschen begonnen in der Natur „aufzuräumen“: Hecken, Unkraut und tote Bäume stören auf der Wiese. Aber genau das sind die Orte an denen Insekten ihre Eier ablegen. Viele sind deswegen vom Aussterben bedroht.

Insbesondere viele Wildbienenarten sind bereits stark gefährdet. Doch wir brauchen sie! Denn sie sorgen dafür, dass das System unserer Natur weiter funktioniert. Direkt oder indirekt sind sie für die Produktion von etwa 30 Prozent aller Lebensmittel verantwortlich und bestäuben etwa 80 Prozent aller Pflanzen. Ohne sie wären Nahrungsmittel wie Birnen, Äpfel oder Erdbeeren nicht mehr verfügbar und es würde viele Tier- und Pflanzenarten nicht mehr geben

Insektenhotels sollen den Tierchen also eine neue Heimat bieten und damit deren Überleben sichern. Denn Wildbienen & Co sind für die Natur und den Menschen von großer Bedeutung.

Do it youself – Bauanleitung für einen Niskasten

Damit sich die Gäste im Nistkasten besonders wohl fühlen, gilt es einige Dinge zu beachten. Das Hotel sollte vorzugsweise aus natürlichem Material gefertigt werden und in der Nähe von Büschen, Bäumen oder Blumen platziert werden. Somit finden die kleinen Bewohner ihr neues Zuhause leichter. Außerdem bieten die Pflanzen eine Nahrungsquelle für die Tiere und sichern somit deren Überlebenschance. Bestenfalls sollte sich deshalb auch eine kleine Wasserstelle in der Nähe des Insektenhotels befinden.

Wer Wildbiene und Co. in Zukunft selbst helfen möchte, findet auf der Website des Nabu eine tolle und unkomplizierte Bauanleitung für ein eigenes Insektenhotel.

 

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Veröffentlicht am 06.02.2019
 
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