4. Warum braucht Freiburg Dietenbach?

Was sind die Anzeichen des angespannten Wohnungsmarktes?

  • Freiburg gehört sowohl bei den Miet- als auch bei den Immobilienpreisen zu den teuersten Städten in Deutschland. Es gibt nur wenige Angebote, und nur ganz selten preiswerte.
  • Die städtische Wohnungssucherdatei wächst seit Jahren kontinuierlich. Aktuell beinhaltet die Wohnungsnotfallliste 1.600 Haushalte, die Freiburger Stadtbau GmbH hat eine Warteliste von über 3.200 Haushalten, bei den Wohnbaugenossenschaften liegen die Wartezeiten bis zum ersten Angebot bei mehreren Jahren.
Viele Menschen auf einer Wiese

Was sagen die Prognosen?

  • Bis 2030 fehlen nach gutachterlichen Untersuchungen, die gerichtlich bestätigt worden sind, knapp 15.000 Wohnungen.
  • In Freiburg besteht seit längerem nicht nur ein Geburtenüberschuss, sondern auch eine starke Zuwanderung von Studierenden und Arbeitnehmer_innen. Freiburg ist eine attraktive Universitätsstadt.
  • Zugleich wandern viele junge Familien ins Umland ab, weil sie hier keinen angemessenen Wohnraum finden. Familien, die sich trennen, finden keinen bezahlbaren Wohnraum.
  • Die aktuelle Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg geht mittlerweile von einem weiteren Anstieg der Bevölkerungszahlen um landesweit rund 340 000 Personen bis 2035 aus. Damit bestätigt das Land die Berechnungen der städtischen Statistiker.

Welche sozialpolitischen Ziele verfolgt die Stadt mit Dietenbach?

  • Dietenbach ist die Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen, dem sich auch die Stadt nicht entziehen kann: Bevölkerungswachstum, steigender Individueller Wohnbedarf, Familien, die Wohnen und Arbeiten sozial und ökologisch miteinander verbinden wollen, nicht weit pendeln wollen zwischen Job und Familie; Menschen, deren Einkommen nicht in dem Zuge steigt wie die Mietpreise, Menschen, die nur mit großer Not ihre Miete aufbringen können, Flüchtlinge, die noch nicht auf dem Wohnungsmarkt angekommen sind.
  • Der neue Stadtteil ist eine Antwort auf soziale Folgeprobleme der Wohnungsnot, gegen die wir in der Stadt angehen müssen: wachsende Armut, Abwanderung und Verdrängung der Mittelschicht aus der Stadt, soziale Spaltung in reich und arm.
  • Für Freiburg bietet der neue Stadtteil die Chance für die Entwicklung einer sozialen Infrastruktur, die positiv auf die gesamte Stadt abstrahlt: z.B. Angebote im Bereich Pflege und alternatives Wohnen (u.a. generationsübergreifende Modelle) und für kreative soziale Projektideen. Daneben soll Dietenbach in allen Bereichen ein barrierefreier Stadtteil werden, ganz im Sinne der städtischen Gesamtstrategie Inklusion.

Wo wohnen die 15.000 Menschen, die einmal im neuen Stadtteil Dietenbach wohnen sollen, denn jetzt?

  • Die zukünftigen Dietenbacher kommen vor allem aus Freiburg oder wandern aus dem Umland wieder zurück in die Stadt: Die Bevölkerung eines neuen Stadtteils setzt sich, wie wir aus den Stadtteilen Rieselfeld und Vauban wissen, zu 70-75 % aus Freiburger_innen zusammen. Rund 10 % stammen aus dem näheren Umland.

Ist der Verlust landwirtschaftlicher Flächen gerechtfertigt?

  • Dietenbach minimiert aus regionaler Sicht, aber auch den Flächenverlust in der Landwirtschaft: Da die Bevölkerung durch Geburten und Zuwanderung wächst, würde sich der Siedlungsdruck vermehrt ins Umland richten, und dort aufgrund der ländlichen Strukturen den 2-4-fachen Flächenverbrauch nach sich ziehen!
  • Die Behauptung, dass 169 ha regionale Anbaufläche verlorengehen, ist übrigens falsch. Die Flächen nördlich der Straße zum Tiergehege bleiben erhalten. Das engere Plangebiet, in dem der Stadtteil errichtet werden soll, ist ca. 108 ha groß.
  • Dort gibt es 12 Landwirte, die bis auf einen konventionell wirtschaften. Sie bauen überwiegend Mais an, daneben noch Getreide und in untergeordnetem Umfang Gemüse.

Was passiert, wenn Dietenbach nicht kommt?

  • Mieten und Wohneigentum werden im Preis stark ansteigen.
  • Immer weniger Menschen werden sich leisten können, in Freiburg zu wohnen und müssen aus der Stadt wegziehen.
  • Mittelfristig entsteht eine Stadt der Wohlhabenden und der Bedürftigen, „Normalverdiener“ gehen der Stadtgesellschaft verloren, wenn sie die Wohnung wechseln müssen.
  • Für Wirtschaftsbetriebe, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten wird es immer schwieriger, Personal zu finden, weil der entsprechende Wohnraum nicht nur in der Stadt, sondern auch im näheren Umland zu teuer wird und die Anfahrtswege zu lang werden.
  • der Nachverdichtungsdruck auf die gewachsenen Stadtquartiere und verbleibenden Freiflächen steigt. Viele kleine Flächen im allen Stadtteilen müssten dann bebaut werden, um den dringendsten Wohnbedarf zu decken (ohne die Preise deutlich beeinflussen zu können).

Kontakt

Projektgruppe Dietenbach
Fehrenbachallee 12 (Rathaus im Stühlinger)
79106 Freiburg

dietenbach@stadt.freiburg.de
Tel. 0761 / 201-4091