Die Albert-Schweitzer-Schule I bietet viele Aktivitäten für Kinder

Persönlichkeiten entdecken, Stärken fördern

Alle Schüler, die die Albert-Schweitzer-Grundschule nach der vierten Klasse verlassen, sollen das mit einem positiven Gefühl tun. So wünscht es sich Schulleiterin Helga Schäuble. „In der Zeit bei uns entwickeln sich die Kinder zu kleinen Persönlichkeiten und entdecken, dass sie Stärken haben, die sie ausmachen“, sagt Schäuble. Diese Stärken zu fördern und oftmals überhaupt erst zu entdecken, hat sich das Kollegium an der Albert-Schweitzer-Grundschule zur Aufgabe gemacht.

Zurzeit handelt es sich um eine kleine, fast familiäre Grundschule, zu jeder Klasse gehören im Schnitt 19 Schülerinnen und Schüler. In der offenen Ganztagsschule ist die Lernzeit bis in den Nachmittag hinein verlängert, darüber hinaus können die Kinder zahlreiche Freizeit- und Bildungsangebote auf freiwilliger Basis wahrnehmen. Fußball oder Chor, Kinderfitness oder Ukulelenkurs – „wir sind gut aufgestellt“, sagt Helga Schäuble.

Kinder in der Albert-Schweitzer-Schule sitzen in einem Kreis auf dem Boden der Sporthalle.
Bewegungsfreiheit: Die Albert-Schweitzer-Schule I bietet den Kindern viele Möglichkeiten, ihrem Bewegungsdrang bei Sport und Spiel nachzugehen. (Foto: A. J. Schmidt)

Die Vielfalt der Angebote ist wichtig, damit jedes Kind die Chance hat, das zu finden, woran es Freude hat, oder um eine neue Begabung überhaupt zu entdecken. Die erworbene Begeisterungsfähigkeit aus den unterschiedlichen Projekten fördert Neugier, unterstützt kindgerechte Problemlösestrategien und wirkt sich schließlich positiv auf die Motivation beim Lernen aus. Die Kinder lernen im Klassenzimmer mit engagierten Pädagogen, in Kleingruppen auf den Fluren – manchmal unter Anleitung von Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Freiburg oder in einer Eins-zu-eins- Betreuung mit einer ehrenamtlichen Leselernpatin. „In unseren Klassenzimmern und Fluren geht es bunt, fröhlich und lebendig zu“, sagt Helga Schäuble.

Dem Bewegungsdrang der Grundschüler wird auf dem großzügigen Sportplatz im Freien, an der Aktion- und Kletterwand in der Bewegungshalle oder beim Fußballspielen in der großen Sporthalle ausreichend Raum gegeben. „Viele Kinder lieben diese Form von Körpererfahrung, Geschicklichkeits- oder Ausdauertraining“, sagt Schäuble. Auch hier haben schon etliche Kinder ihre Talente beim Turnen, Klettern oder beim Rollbrettfahren entdeckt.

Die Albert-Schweitzer- Grundschule ist Mitglied im Modellverbund Landwasser Durchgängige Sprachbildung. So werden beispielsweise die Kindergartenkinder, die später einmal die Schule besuchen werden, in die schuleigene „Bibliothek der Kulturen“ eingeladen. Hier stehen nicht nur Kinderbücher in mehreren Sprachen in den Regalen, sondern es finden auch regelmäßig Vorlesevormittage statt. Dann liest beispielsweise eine Russisch sprechende Mutter gemeinsam mit einer Lehrerin, die den deutschen Part übernimmt, aus einem Kinderbuch vor – immer abwechselnd. „Außerdem haben wir uns mit den Kindertagesstätten auf einen gemeinsamen Grundwortschatz verständigt“, sagt Helga Schäuble. So lernen die Kinder bereits vor ihrem ersten Schultag wichtige Über- und Unterbegriffe zu allen Dingen, die sich im Schulranzen befinden. Das erleichtert ihnen später den Beginn an der Albert- Schweitzer-Grundschule.

„Wir gehen friedlich miteinander um, und jeder ist so wie er ist gut“ – das ist die innere Haltung, auf die sich die drei Albert-Schweitzer-Schulen verständigt haben, die sich in Landwasser einen Campus teilen. Der friedfertige Umgang miteinander, betont Helga Schäuble, genieße in allen drei Schulen einen hohen Stellenwert. Dem anderen genau zuzuhören, die Körpersprache richtig zu deuten und für schwierige Situationen andere, Lösungen als Gewalt zu finden, sind die Eckpfeiler dieses Umgangs. Damit der gelingt, wird er regelmäßig trainiert. Jede Klasse der Albert-Schweitzer-Grundschule hat einmal pro Woche eine sogenannte Faustlos- Stunde. „Faustlos“ ist ein evaluiertes Präventionsprogramm, mit dem die Kinder spielerisch lernen, schwierige soziale Situationen zu meistern.

So wie die Schülerinnen und Schüler der Albert-Schweizer-Grundschule jede Woche das gewaltlose Miteinander üben, schärfen sie auch regelmäßig ihre Sinne für kulturelle Themen. Alle acht Klassen nehmen teil am Kulturagenten-Programm, jede mit einem eigenen Projekt. Dabei werden die Klassen von Freiburger Künstlerinnen und Künstlern bei der Umsetzung ihrer Kunstaktionen unterstützt. Das Spektrum reichte in den vergangenen beiden Schuljahren von der Produktion eigener Kunstwerke zum Thema „Lebenskunst“ und das Umsetzen einer Vernissage im Kunstverein Freiburg e.V. mit dem Titel „Waldgeister und Farbenmixer“ über die Inszenierung des Theaterstücks „Zeitreise im Weltall“ bis hin zur Tanzperformance mit Sprungeinlagen über ein ausgedientes Schulsofa.

Theaterstücke besuchen, eine Ausstellung im Museum anschauen oder sich von klassischer Musik verzaubern lassen – viele Kinder erleben solche Dinge im familiären Umfeld nicht. Dank der Schule wird ihnen diese kulturelle Bandbreite geboten, und somit noch eine Ch ance, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und vielleicht das eigene Talent im musisch-künstlerischen Bereich zu entdecken. „Sich selbst wahrnehmen, in Rollen schlüpfen, seine Gefühle im Tanzen und mit Rhythmus ausdrücken – das sind tolle Erlebnisse für Kinder“, betont Helga Schäuble, die Schulbildung eben auch als Persönlichkeitsbildung verstehen möchte.

Steckbrief

Albert-Schweitzer-Grundschule I
Habichtweg 46
79110 Landwasser
www.schule-der-chancen.de

Leitung: Helga Schäuble
Lernende: 157
Lehrende: 16

Besonderheiten:
  • Grundschulförderklasse
  • Vorbereitungsklasse
  • Viertägige offene Ganztagsschule
  • Inklusionsgruppen
  • Vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote im Ganztag
  • Schulsozialarbeit
  • Sozialcurriculum
  • Projekte „Stille Jungs“ und „Starke Mädchen“
  • Kulturagentenprogramm für kreative Schulen Baden-Württembergs
  • Kooperation mit dem Tanzsportverein TTC Rot-Weiß
  • Bildungspatenschaften