ATTRACTIONS(S) Biennale de la Photographie de Mulhouse

Kunsthaus L6: ATTRACTION ?! (9. Juni – 29. Juli 2018)

Vernissage: 8. Juni 2018 / 19 Uhr


ATTRACTION ?!

Miriam Hüning (DE) / Stefan Karrer (CH) / Mickaël Marchand (FR) / Baptiste Schmitt (FR) / Jacob Schnetz (DE)
kuratiert von Finn Schütt


Was ist eine Attraktion? Was ist ein attraktives Bild/eine attraktive Fotografie? Eine präzise Antwort auf diese Fragen fällt nicht leicht und muss immer subjektiv bleiben. Die verschiedenen Ausstellungen der Biennale de la Photographie de Mulhouse unter dem Themenkreis Attraction(s) sind demzufolge sehr unterschiedlich konzeptioniert und machen den grenzüberschreitenden Besuch zu einem Gewinn.

Die Ausstellung Attraktion ?! im Kunsthaus L6 in Freiburg untersucht das Verhältnis zwischen Attraktion(en) und Bild(ern). Eine Attraktion, so der Ausgangspunkt der Überlegungen, steht im Zentrum der Aufmerksamkeit oder ist zumindest bestrebt in dieses Zentrum vorzudringen. Sollte sich die Fotografie in einer Zeit, in der uns attraktive Bilder, ob in sozialen Medien oder in der Werbung, in Printmedien oder im Internet tagtäglich begleiten und um unsere Aufmerksamkeit ringen, wieder verstärkt den unattraktiven Bildern und Motiven widmen? Dies im Sinne einer dokumentarischen Tradition, die sich dem Ungesehenen, Nicht-Wahrgenommenen widmet. Unattraktiv im Sinne von Fotografien, die sich als Gegenentwürfe der heutigen schnelllebigen Bilderwelt verstehen und neue Perspektiven auf bereits
bestehende Bilderwelten und Attraktionen werfen.

Fünf junge künstlerische Positionen nähern sich auf unterschiedliche Weise diesen Fragestellungen. Leere Werbetafeln in Griechenland werden zu einer Attraktion widerwillen und fragen nach dem Zusammenhang von Bild und Ökonomie. Kleine Gesten und Momente des Pausierens in dem riesigen Verkaufs- und Vermarktungsapparat Messe lassen uns einen anderen Blick auf die Branche und darüber hinaus auf unsere Gesellschaft werfen. Wolken und Wellen, zwei Motive der Natur, die sich zu tausenden auf den Servern der digitalen Welt finden lassen – was macht sie heute noch so attraktiv und was wollen uns diese sich überraschend ähnelnden Bilder noch sagen? Reale austauschbare Orte oder doch künstlich hergestellte Landschaften – im Moment der Irritation werden wir auf unsere eigene Wahrnehmung zurückgeworfen. Vergessene oder ausrangierte Alltagsgegenstände auf der Straße werden zu einer temporären Installation und begegenen uns im Ausstellungsraum neu zusammengesetzt in Form von Diaprojektionen.

Die Ausstellung im Kunsthaus L6 (9. Juni - 29. Juli 2018) findet im Rahmen der Biennale de la Photographie de Mulhouse statt. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, den 8. Juni um 19 Uhr.
Eintritt frei.

Website der BPM 2018: http://www.biennale-photo-mulhouse.com/2018/exposition-l6-freiburg