Handlungsfeld

Mobilität und Verkehr

In Sachen klimaschonende Mobilität liegt die Fahrradstadt Freiburg schon lange bundesweit auf den vordersten Rängen. Laut Klimaschutzbilanz 2010/2011 haben sich die CO2-Emissionen aus dem Verkehrsbereich seit 1992 um acht Prozent verringert. Dieser Rückgang ist auch der städtischen Verkehrspolitik zu verdanken. Um klimaneutral zu werden, sind jedoch weitere Anstrengungen dringend notwendig.

Freiburger Bürgerinnen und Bürger wollen umweltfreundlich mobil sein. Die Stadt unterstützt sie dabei mit vielfältigen Investitionen in die dafür benötigte Infrastruktur.

Gesamtförderung: rund 2,53 Millionen Euro

Zweieinhalb Millionen Euro flossen von 2010 bis 2016 aus der Konzessionsabgabe in den Bereich klimafreundliche Mobilität. Zu Beginn war das Budget für konkrete Verkehrsprojekte noch bescheiden. 2013 setzte der Freiburger Gemeinderat jedoch ein deutliches Zeichen und beschloss die Erstellung eines Verkehrsmodells inklusive Modal-Split-Erhebung und CO2-Berechnung. Heute steht eine solide Datengrundlage für die Planung von Mobilitätsmaßnahmen zur Verfügung.

Die neuen Zahlen zeigen, dass Freiburg in Sachen umweltfreundlicher Mobilität auf einem sehr guten Weg ist: 29 Prozent ihrer innerstädtischen Wege legten die Freiburger zu Fuß zurück, 34 Prozent mit dem Fahrrad und für 16 Prozent der Verbindungen nutzten sie öffentliche Verkehrsmittel. Somit bestreiten die Freiburgerinnen und Freiburger, gemessen an der Anzahl der Wege, fast 80 Prozent der innerstädtischen Mobilität mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln.

Bei den innerstädtischen Wegen verschiebt sich der Fokus deutlich in Richtung umweltfreundliche Verkehrsmittel.

Des Weiteren erstellte die Stadt zusammen mit VAG und RVF die Konzeptstudie "Verkehrsträgerübergreifende Kooperation" zur besseren Vernetzung von ÖPNV, Car-Sharing und Radverkehr. Die ersten Bausteine werden, begleitet von Marketingmaßnahmen unter der Marke "frei.mobil", bereits umgesetzt.

Schneller ans Ziel kommen Radlerinnen und Radler dank neuer Radvorrangrouten. Das in Freiburg beliebte und verbreitete Auto-Teilen unterstützt die Stadt durch die Förderung von Car-Sharing. Und auch der eigene Fuhrpark wird unter die Lupe genommen: Eine bessere Auslastung der städtischen Fahrzeuge im neuen Pool-Konzept bringt Einsparungen von Geld und Emissionen, gleichzeitig stellt die Stadt 75 Prozent ihrer PKW und Transportflotte auf Elektroantrieb um. Ab Ende 2017 werden 53 E-Fahrzeuge den Kern des Fahrzeug-Pools bilden.

  Projekt Jahr Zuständigkeit
CO2-Einsparung
in t/a
Investition
  Mobilität und Verkehr     457 2.534.900 €
34 Verbesserung der Nahmobilität (konkrete Radwegprojekte) 2008 - 2010 GuT nicht quantifizierbar 150.000 €
35 Car-Sharing-Stellplatzkonzept (Planung und Bau) 2013 - 2016 GuT nicht quantifizierbar 190.000 €
36 Rad-Vorrang-Netz 2013 - 2014 GuT nicht quantifizierbar 359.000 €
37 Erhebung neuer Modal-Split-Daten + Erstellung eines neuen, aktuellen Verkehrsmodells (Verkehrsmodell inkl. Modal-Split und CO2-Berechnung) 2013 - 2016 GuT nicht quantifizierbar 146.000 €
38 Pilotprojekt Elektrofahrzeuge (Verleih von Elektrofahrzeugen in Kombination mit ÖPNV), Anschaffung von einem E-Fahrzeug 2013 VAG 2 27.000 €
39 Projekt "Verkehrsträgerübergreifende Kooperation" (Planung und Umsetzung / Anschubfinanzierung) 2013 - 2014 GuT nicht quantifizierbar 165.000 €
40 Fußgängerpauschale 2013 - 2014 GuT   14.000 €
41 Mobilitätsmanagement: Finanzierung von Bausteinen der ersten Umsetzungsstufen 2015 – 2016 VAG nicht quantifizierbar 315.000 €
42 Optimierung betriebliche Personenmobilität: Pool-Konzept: "Parken und Laden" 2016 HPA 140 100.500 €
43 Optimierung betriebliche Personenmobilität: Pool-Konzept: "Elektro-PKWs" 2016 HPA 140 148.400 €
44 Car-Sharing-Projekte 2017-2018 GuT 50 80.000 €
45 Ausbau Nahmobilität (Radverkehr) 2017-2018 GuT nicht quantifizierbar 60.000 €
46 Planungen für eine "Ausbauoffensive Radverkehr 2019 -2020" 2017-2018 GuT nicht quantifizierbar 150.000 €
47 Öffentliches Fahrradverleihsystem (Ausschreibungs- und Vergabeprozess) 2017 VAG nicht quantifizierbar 50.000 €
48 Öffentliches Fahrradverleihsystem (Anschubfinanzierung) 2017-2018 VAG 120 200.000 €
49 Schwungradspeicher (Zwischenspeicherung Bremsenergie der Straßenbahnen) 2017-2018 VAG 145 380.000 €

Das Rad-Vorrang-Netz

Eine Steigerung des Radverkehrsanteils auf über 30 Prozent und gleichzeitig eine deutliche Senkung der Fahrradunfälle – das sind die Ziele des "Radverkehrskonzepts Freiburg 2020". Rund 150 Vorhaben mit einem Investitionsrahmen von 30 Millionen Euro listet das vom Gartenund Tiefbauamt entwickelte Konzept auf. Diese werden teilweise aus Landesmitteln bezuschusst. Der im Jahr 2008 prognostizierte Wert von 30 Prozent Radverkehr bis 2020 wurde nach der neuesten Erhebung bereits 2016 mit 34 Prozent deutlich übertroffen.

Pilotrouten im Rad-Vorrang-Netz Herzstück des Konzepts ist der (Aus-)Bau neuer Rad-Vorrang-Routen, auf denen Radlerinnen und Radler möglichst ohne Stopps an Ampeln oder kreuzenden Straßen zügig und sicher von Ost nach West und von Nord nach Süd gelangen. Dabei verläuft die Wegeführung bevorzugt auf einer eigenen Spur, getrennt von Auto- und Fußverkehr. Um Wartezeiten zu vermeiden und eine gleichmäßige Fahrweise ohne lästiges Anhalten und Wiederanfahren zu ermöglichen, sieht der Maßnahmenplan Unter- und Überquerungen vor, an einigen Stellen auch die Bevorrechtigung des Radverkehrs gegenüber den querenden Autos, wie z.B. am Sandfangweg.

Mit Mitteln aus der Konzessionsabgabe konnte die Radverkehrspauschale um 413.000 Euro aufgestockt werden, der Ausbau des Rad-Vorrang- Netzes geht nun deutlich schneller voran. Umgesetzt wurden insgesamt zwölf Maßnahmen an den drei Pilotrouten "Zähringen-Stühlinger-Vauban", "Güterbahn (FR2)" und "Dreisam (FR1)". Die ersten beiden Freiburger Pilotrouten sind nun durchgehend gekennzeichnet, an vielen Stellen wurden die Wege verbreitert. Die Untertunnelung von Hürden, wie am Unteren Mühlenweg, erleichtert das Vorankommen. Entlang der Eschholzstraße entstand ein breiter, bequemer Radstreifen. Weitere 180.000 Euro flossen in Beleuchtungsmaßnamen am Dreisamuferradweg.

Mobil ohne eigenes Auto

Car-Sharing leistet einen Beitrag zur Umweltentlastung, da es das private Auto ersetzen kann. Zudem wird, ein besonders wichtiges Argument in einer verdichteten Stadt wie Freiburg, der Parkraumbedarf reduziert. Auch die Zahl der Autofahrten verringert sich, weil mehr Busse und Straßenbahnen genutzt werden. Somit trägt Car-Sharing zur Verringerung von CO2-Emissionen bei.

Die Bewohnerinnen und Bewohner von mit Car-Sharing versorgten Quartieren haben die Möglichkeit, die hohen Fixkosten eines eigenen PKWs einzusparen und trotzdem vollwertig mobil zu sein. Car-Sharing kann also auch einen Beitrag zur Kostensenkung des Wohnens in der Stadt leisten.

In vielen Städten sind fehlende Car-Sharing-Stellplätze eine erhebliche Hürde für ein weiteres Wachstum des Autoteilens, vor allem in innerstädtischen Lagen, auch in Freiburg. Um dieses Problem zu überwinden, erarbeitete das Freiburger Garten- und Tiefbauamt 2013/14 mit Finanzmitteln aus der Konzessionsabgabe ein "Car-Sharing-Stellplatzkonzept", das feste Stellplätze im Straßenraum für Car-Sharing- Fahrzeuge vorsieht. 2015/16 folgte dann mit weiteren Geldern aus der Konzessionsabgabe die Umsetzung. Am 2. Juli 2015 eröffnete Verkehrsminister Winfried Hermann die erste Car-Sharing-Station in der Wilhelmstraße.

67 weitere Stationen folgten bis Mitte 2016 und bieten heute 190 deutlich markierte Stellplätze im Freiburger Straßenraum, welche sich die beiden Anbieter "Stadtmobil Südbaden" und "Grüne Flotte" teilen. Rund 450.000 Euro aus der Konzessionsabgabe flossen in Erstellung und Umsetzung des Stellplatzkonzeptes – ein Plus für die Umwelt und die Freiburger Bürgerinnen und Bürger, die nun in allen Stadtteilen ein wohnortnahes Mobilitätsangebot ohne eigenen PKW finden.

(Fotos: Garten- und Tiefbauamt)

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