Handlungsfeld

Energieversorgung

Woher kommt die Energie in der Stadt und wie wird sie möglichst effizient genutzt? Dies sind äußerst wichtige Aspekte auf dem Weg zur Klimaneutralität. Um klimaneutral zu werden, muss Freiburg bis 2050 die Hälfte des Energieverbrauchs einsparen und von der anderen Hälfte 95 Prozent aus erneuerbaren Energien bereitstellen. Zudem empfiehlt die Studie "Freiburg Klimaneutral" dringend, die Erzeugungskapazitäten für regenerativen Strom in der Stadt selbst zu erhöhen, um die Abhängigkeit vom Umland zu verringern. Mit Mitteln aus der Konzessionsabgabe ist es der Stadt Freiburg möglich, in ihren eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel voranzugehen.

Mehr Effizienz und ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien – so steuert die Stadt Freiburg ihre Energieversorgung in Richtung Klimaneutralität.

Gesamtförderung: rund 5,62 Millionen Euro

In acht Schulen und im städtischen Kultur- und Bürgerzentrum Lameystraße wurden Blockheizkraftwerke (BHKW) und auf den Dächern von drei Schulen Photovoltaikanlagen (Seite 15) installiert. 2,5 Millionen Euro aus der Konzessionsabgabe investierte Freiburg in diese Maßnahmen zur klimafreundlichen Energieversorgung. Häufig bedienen die städtischen BHKW gleich mehrere Gebäude, bei der Pestalozzischule sind es neben dem Schulgebäude auch die Sporthalle und die May-Bellinghausen- Halle.

 
Projekt
Jahr Zuständigkeit
CO2-Einsparung
in t/a
Investition
  Energieversorgung     3.588 5.619.200 €
12 Entwicklung KWK-Strategieplan 2008 UWSA nicht quantifizierbar 186.000 €
13 Anschaffung des "GOSOL Städtebausimulations-Programms" (inkl. Mitarbeiterschulung und Upgrade) 2011 StPla nicht quantifizierbar 25.000 €
14 Blockheizkraftwerk Tunibergschule 2011 GMF 99 120.000 €
15 Blockheizkraftwerk Lycee-Turenne 2011 GMF 80 175.000 €
16 Installation BHKW im Theodor-Heuss-Gymnasium/Schneeburgschule 2014 GMF 96 200.000 €
17 BHKW Droste-Hülshoff-Gymnasium 2015 GMF 113 275.000 €
18 PV-Anlage zur Eigenstromnutzung Theodor-Heuss-Gymnasium 2015 GMF 36 70.000 €
19 BHKW Walter-Eucken-Gymnasium 2015 - 2016 GMF 100 350.000 €
20 BHKW Friedrich-Gymnasium 2015 - 2016 GMF 100 440.000 €
21 BHKW Lessingschulen 2015 - 2016 GMF 100 350.000 €
22 BHKW Lameystraße 2016 GMF 80 120.000 €
23 BHKW Pestalozzi-Schule 2016 GMF 110 250.000 €
24 PV-Anlage Pestalozzi-Schule 2016 GMF 28 90.000 €
25 Wiederinbetriebnahme Wasserrad an der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule 2016 ASB 25 89.000 €
26 PV-Anlage zur Eigenstromnutzung Berufsschulzentrum 2016 GMF 60 164.000 €
27 9 Blockheizkraftwerke 2017 - 2018 GMF 575 2.215.000 €
28 2 PV-Anlagen 2017 - 2018 GMF 86 270.000 €
29 Machbarkeitsstudie PV auf eigenen Dächern 2017 GMF nicht quantifizierbar 30.000 €
30 Fifty-Fifty-two: Passivhaus- und sanierte Schulen 2017 GMF 100 50.000 €
31 Energiekonzepte 2017 - 2018 UWSA nicht quantifizierbar 40.000 €
32 Folgeauftrag zum SC-Stadion (Fernwärme und PV) 2017 - 2018 UWSA 1300 50.200 €
33 Klimaschutzteilkonzept Fernwärme 2017 UWSA 500 60.000 €

Effizient und emissionsfrei

Um zielgerichtet die städtische Energiewende voran zu treiben, ließ das Umweltschutzamt einen Strategieplan zur Kraft-Wärme-Kopplung entwickeln. Die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme ist hocheffizient und gerade in Städten ein wichtiges Instrument zur Senkung der Treibhausgasemissionen. Der Strategieplan war grundlegend für die Installation von BHKW in Freiburger Liegenschaften und lieferte vielfältige Vorschläge, wie Wohnbauunternehmen, Handwerksbetriebe und Bevölkerung motiviert werden können.

Konkret durchgeführt wurde 2012-2014 die Kampagne "Kraftwerk Wiehre", mittels derer Hauseigentümer im Stadtteil Wiehre über die ökologischen und ökonomischen Vorteile von BHKW informiert wurden. Gerade für die Wiehre mit ihren vielen historischen Gebäuden sind BHKW, z.B. bei einer Sanierung mit Denkmalschutzauflagen, besonders geeignet.

Die stromerzeugende Heizung für den Klimaschutz

Blockheizkraftwerke (BHKW) sind ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Während bei der herkömmlichen Stromerzeugung ein Großteil der aufgewendeten Energie als Abwärme in der Atmosphäre verpufft, ist die gemeinsame Erzeugung von Strom und Wärme in BHKW hoch effizient. Im Grundprinzip bestehen BHKW aus einem Motor, der mittels eines Generators Strom erzeugt. Die anfallende Wärme dient als Heizenergie. BHKW sind auch wirtschaftlich eine hervorragende Lösung, vor allem, wenn der Strom vor Ort genutzt werden kann.

Die Stadt Freiburg geht mit gutem Beispiel voran und setzt in den eigenen Liegenschaften bei der Heizungserneuerung auf BHKW, seit der vom Gemeinderat beschlossenen Mittelerweiterung im Jahr 2014 hat sich das Tempo nochmals erhöht. Das Ziel, mindestens zwei BHKW pro Jahr zu realisieren, wird nun übertroffen. Zwischen 2012 und 2018 werden in acht Freiburger Schulen sowie im städtischen Kultur- und Jugendhaus im ehemaligen Thermalbad Lameystraße BHKW installiert.

Schule Jahr der Installation Investitionssumme Jährliche CO2-Einsparung
Tunibergschule 2012 120.000 € 99 Tonnen
Lycee-Turenne 2013 175.000 € 80 Tonnen
Theodor-Heuss-Gymnasium / Schneeburgschule 2014 200.000 € 96 Tonnen
Droste-Hülshoff-Gymnasium 2016 275.000 € 113 Tonnen
Walter-Eucken-Gymnasium 2017 350.000 € 100 Tonnen
Friedrich-Gymnasium mit Nahwärmeleitung 2017 440.000 € 100 Tonnen
Lessingschulen 2017 350.000 € 100 Tonnen
Lameystraße 2017 250.000 € 80 Tonnen
Pestalozzischule mit Nahwärmeleitungen 2018 520.000 € 110 Tonnen

Mit der Kraft der Sonne

Auch bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen setzt die Stadt Freiburg Zeichen und nutzt eigene Dächer zur Erzeugung von emissionsfreiem Strom. Am Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) zeigt sie darüberhinaus, wie ein BHKW und eine PV-Anlage sich hervorragend ergänzen können. Die PV-Anlage erzeugt den Strom vorwiegend in den Sommermonaten, während das BHKW in der Heizperiode zum Einsatz kommt. In der Übergangszeit sorgen Stromspeicher dafür, dass die erzeugte Energie auch möglichst überwiegend im Gebäude genutzt werden kann. In Zeiten niedriger Einspeisevergütung und hoher Strompreise ist dies ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil. Beispielhaft ist auch die Sanierung des THG auf Passivhausniveau. In der Kombination mit BHKW und PV-Anlage ist es die erste sanierte Schule dieser Art in Baden-Württemberg, was das THG nun zu einem herausragenden Vorzeigeobjekt bundesweit macht. Weitere aus der Konzessionsabgabe geförderte PV-Anlagen werden 2017 auf der Pestalozzischule und auf dem Berufsschulzentrum errichtet.

Kleinwasser macht auch Strom

Bereits 2003 wurde am Gewerbekanal nahe der Richard-Fehrenbach-Schule ein kleines Wasserrad installiert. Dieses sollte für die dort lernenden Auszubildenden nicht nur zu Anschauungszwecken dienen, sondern auch tatsächlich Strom liefern. Bei ausreichendem Wasserstand kann es 45.000 Kilowattstunden jährlich erzeugen. Das Problem: Der Kanal stellte sich als undicht heraus, so dass das Wasserrad jahrelang brach lag. Mit Mitteln aus der Konzessionsabgabe wurde 2016 begonnen, den Kanal zu sanieren. Die Sanierung und die Wiederinbetriebnahme des Wasserrades werden im Laufe des Jahres 2017 abgeschlossen. Dann können die Schülerinnen und Schüler das Wasserrad wieder in Aktion erleben. Den erzeugten Strom verbraucht die Schule selbst.

(Fotos: triolog · kommunikation mit energie, Doradzillo)

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