Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern

In der Bürgerinformation vom 7. Juli 2016 sowie im Zeitraum der sogenannten "frühzeitigen Bürgerbeteiligung" vom 4. Juli bis 5. August 2016 wurden zahlreiche Anregungen gegeben. Das Plankonzept wurde unter dem Gesichtspunkt der Anregungen weiterentwickelt und teilweise erheblich überarbeitet, viele Anregungen konnten damit aufgenommen werden.

Die wichtigsten Anregungen und deren Berücksichtigung sind im Folgenden zusammengefasst dargestellt.

Mehr Bäume in der Waldkircher Straße

Begrünte Straßenräume sind das Ziel jeder Straßenplanung der Stadt Freiburg. Durch Optimierungen der Trassenführung wurde es möglich, einige Bäume mehr anzulegen, als im ursprünglichen Plankonzept. Im Planumgriff gibt es heute 127 Bäume. Das Garten- und Tiefbauamt hat die Planungen intensiv überarbeitet und zusätzliche 37 Baumstandorte vorgesehen. Damit gleich das neue Plankonzept die 62 wegfallenden Bäume durch Neupflanzungen beinahe vollständig aus (60 neue Bäume).

Grünfläche am Abzweig Rennweg erhalten

Diese Grünfläche wird nicht entfernt oder verkleinert, sondern bleibt erhalten, wird aufgewertet und sogar um 240 m2 vergrößert. Die umgestaltete Grünfläche soll zudem besser in den Straßenraum integriert werden.

Guter Verkehrsfluss für den Autoverkehr

Diese Anregung wurde in der Bürgerinformation und in zahlreichen Schreiben an die Verwaltung herangetragen. Hier konnte das Plankonzept an zwei wichtigen Stellen verbessert werden:

  • Änderung der Einmündungen Kaiserstuhlstraße/ Rennweg/Neunlindenstraße: Die im Plankonzept vom Juli 2016 umwegige Führung des Autoverkehrs aus und in den Rennweg wurde geändert, in dem der Rennweg über die wegfallende Stadtbahntrasse direkt an den neuen Kreisverkehr an der Kaiserstuhlstraße angeschlossen wird.
  • Das Linksabbiegen am Knotenpunkt Waldkircher Straße/Isfahanallee/Karlsruher Straße stadtauswärts in die Karlsruher Str. konnte durch Umplanung möglich gemacht werden. Damit entfallen evtl. Bedenken wegen daraus resultierenden zusätzlichen Verkehren in der Komturstraße.

Das neue Plankonzept wurde einer Verkehrssimulation unterzogen. Die Ergebnisse sind positiv: Die Verkehre können in einer weitgehend guten, an allen Stellen ausreichenden Verkehrsqualität abgewickelt werden. Wenn heute und in Zukunft zähfließender Verkehr in der Waldkircher Straße auftritt, ist das eine Folge von Rückstaueffekten aus der stadtauswärts überlasteten Zähringer Straße. Abhilfe wird mit dem mittelfristig vorgesehenen Bau der B3-Umfahrung geschaffen.

Denkmalschutz Gebäude 14-16

Durch Verbesserungen bei der Trassierung kann die Situation für diese Gebäude deutlich verbessert werden.

Der notwendige Grunderwerb bei den Gebäuden 14 und 16 ist gegenüber dem Plankonzept vom Juli 2016 deutlich verringert. Ebenso wird die Situation im Umfeld durch wesentlich mehr Begrünung verbessert.

Sehr gute Querungsmöglichkeiten für den Fußverkehr, wenig Trennwirkung

Diese Anregung konnte aufgenommen werden. Durch Überarbeiten der Planung konnte die bereits hohe Zahl an gesicherten Querungen noch einmal erhöht werden.

Der Planumgriff wurde auf die für den Fußverkehr wichtige Kreuzung Rennweg/ Komturstraße erweitert, dort sind jetzt zwei Zebrastreifen vorgesehen.

Alle Querungsstellen im Plankonzept werden barrierefrei angelegt - die Situation für Menschen mit Behinderung wird spürbar verbessert.

Attraktive und sichere Radverkehrsanlagen

Auch hier konnten einige Aspekte verbessert werden, die vorgesehenen Radfahrstreifen haben jetzt überwiegend eine Breite von 2,00 m mit zusätzlichen Sicherheitstrennstreifen mit 0,50 m Breite vor Längsparkern.

Umweltschutz: Schutz vor Lärm, Berücksichtigung des Artenschutzes

Alle Fragestellungen des Umweltschutzes wurden umfassend in Gutachten bearbeitet. Deren Ergebnisse sind die Grundlage für die umfangreichen Maßnahmen zum Schutz der Anwohner_innen:

  • Senkung der Lärmemissionen soweit wie möglich: die Stadtbahn wird in Abschnitten mit eigenem Gleiskörper durchgehend auf Rasengleis geführt. Beim Kfz-Verkehr werden Geschwindigkeitsbeschränkungen aktuell im Rahmen der Lärmaktionsplanung betrachtet (dies ist im stadtweiten Kontext zu betrachten). Verbleibende Lärmemissionen wird durch Maßnahmen des Lärmschutzes begegnet (Lärmschutzfenster).
  • Erschütterungen: die Immissionen werden im ganzen Straßenzug eingehalten, am Knotenpunkt Waldkircher Straße/Zähringer Straße wird eine elastisch gelagerte Gleistragplatte eingebaut.
  • Luftschadstoffe: Die Immissionswerte für Feinstaub liegen in der Waldkircher Straße sehr deutlich unter den Grenzwerten. Bei den Stickoxiden gibt es heute eine sehr geringe Überschreitung am Knotenpunkt Waldkircher Straße/Zähringer Straße, ab dem Jahr 2020 wird die Einhaltung der Grenzwerte prognostiziert.

Die Gutachten können hier online eingesehen werden.

Kosten: Vergleichende Darstellung von Neubaustrecke und Sanierung im Bestand.

Die gewünschte vergleichende Darstellung der Kosten für den Neubau der Stadtbahn in der Waldkircher Straße und einer Sanierung der Stadtbahn im Bestand in der Komturstraße wurden erstellt.

Kosten für Neubau der Stadtbahn in der Waldkircher Straße

Die sehr gute Baukonjunktur führt aktuell zu stetigen Preissteigerungen (ca. 5% pro Jahr), daher müssen frühere Kostenschätzungen höher angenommen werden. Zu einem gewissen Teil hat sich auch der Projektumfang erhöht, insbesondere bei den Schallschutzmaßnahmen wird mit höheren Kosten gerechnet. Aus diesem Grund erhöht sich die Kostenschätzung aus dem Jahr 2014 von 13,6 Mio. Euro auf 16,7 Mio. Euro. Für den Neubau der Stadtbahn wird mit Zuschüssen des Landes gerechnet, da ein Gebiet neu bzw. besser erschlossen wird. Nach jetzigem Kenntnisstand können Zuschüsse in Höhe von mindestens 4 Mio. Euro erwartet werden, so dass die Stadt Freiburg und die VAG max. 12,7 Mio. Euro finanzieren müssen.Nach dem Neubau der Stadtbahn wird in der Komturstraße eine Sanierung des Straßenraums von geschätzt 1,7 Mio. Euro erforderlich. Insgesamt fallen somit in der Variante "Neubau in der Waldkircher Straße" 18,4 Mio. Euro an Projektkosten an, nach Abzug der Zuschüsse müssen Stadt und VAG 14,4 Mio. tragen.

Kosten für Sanierung der Stadtbahn in der Komturstraße

Auch hier wurde die Kostenschätzung aus 2014 aktualisiert, ebenso wie bei einer Neubaumaßnahme müssen auch Sanierungen mit höheren Kosten wegen gestiegener Baupreise rechnen. Die Kostenschätzung steigt somit von 9,0 Mio. Euro auf 11,3 Mio. Euro. Zuschüsse sind nicht zu erwarten.Nach Sanierung der Stadtbahn in der Komturstraße würde anschließend eine Sanierung des Straßenraums sowie Umgestaltungen in der Waldkircher Straße erforderlich, vor allem zur Verbesserung der Situation für den Fuß- und Radverkehr. Diese werden geschätzt auf ca. 2,1 Mio. Euro. Insgesamt fallen demnach in der Variante „Sanierung in der Komturstraße“ für Stadt Freiburg und VAG 13,4 Mio. Euro an Kosten an.Der Vergleich beider Kostenblöcke zeigt, dass sich für Stadt und VAG der Neubau nach Abzug der Förderung noch 1,0 Mio. Euro teurer darstellt als die Sanierung der Bestandsstrecke. Für diesen verhältnismäßig geringen Mehrbetrag bekommt die Stadt Freiburg die gewünschte wesentlich bessere ÖV-Erschließung des neu bebauten, großen Güterbahnhofareals mit geplanten 3.800 Einwohnerinnen und Einwohnern und 4.000 Arbeitsplätzen. Zur bestmöglichen Dämpfung des Zuwachses des Autoverkehrs ist dies aus Sicht der Stadtverwaltung dringend geboten. Außerdem wäre eine Sanierung der Stadtbahn in der Komturstraße aufgrund der Enge des Straßenraums mit unbefriedigenden Verkehrsanlagen (keine angemessenen barrierefreien Haltestellen) verbunden.Somit ziehen Stadtverwaltung und VAG bei dem Vergleich der Kostenblöcke die Schlussfolgerung, dass der Neubau der Stadtbahn in der Waldkircher Straße die zu verfolgende Variante darstellt.

Nächste Schritte

In welcher Planungsphase ist das Projekt?

Der dargestellte Planungsstand ist die sogenannte "Entwurfsplanung". D.h alle Elemente sind sorgfältig ausgearbeitet, aber noch nicht "auf den Zentimeter".Die Visualisierungen sind genau entsprechend den Planungen erstellt worden, trotzdem sind Visualisierungen selbstverständlich immer vereinfachte Abbildungen.

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen zum Plankonzept wenden Sie sich bitte an das:

Garten- und Tiefbauamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Tel. 0761-201-4681
peter.schick@stadt.freiburg.de

Zeitplan

Juni 2017
Informationsveranstaltung

26. Juni 2018Offenlagebeschluss

16. Juli bis 17. August 2018öffentliche Auslegung  

5. Februar 2019
Satzungsbeschluss

2020
Beginn Baumaßnahmen

2022
Inbetriebnahme