Gründe für die Verlegung der Stadtbahn

Die bisherige Stadtbahntrasse in der Komturstraße stammt aus der Nachkriegszeit, ist am Ende der bautechnischen Lebensdauer und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen von Sicherheit.
Und es sprechen noch mehr Gründe für eine Verlegung:

Stadtbahn-Ausbau-Übersichtsplan

Gesamtkonzept Freiburger Stadtbahn

Die Freiburger Stadtbahn ist ein wichtiger Baustein der umweltfreundlichen Verkehrsplanung und ein großes Erfolgsmodell.

Heute sind über 80% der Einwohner_innen von Freiburg an die Stadtbahn angeschlossen. Entscheidend für den Erfolg ist ein attraktives Angebot mit kurzen Fahrtzeiten und pünktlichen Bahnen.

Der Ausbau auf eigenen Gleiskörper soweit wie möglich ist Grundlage für einen schnellen und störungsfreien Stadtbahnbetrieb.

Erfolge des Stadtbahn-Ausbaus

Zum Erhalt der städtischen Lebensqualität ist es wichtig, dass möglichst viele Fahrten nicht mit dem Auto, sondern mit dem Umweltverbund zurückgelegt werden – also zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem ÖPNV.

Stadtbahnen sind das ideale Verkehrsmittel zur Erschließung von innerstädtischen, urbanen Quartieren.

Die Freiburger Stadtbahn dient dem Klimaschutz, sie fährt CO2-frei mit regenerativ erzeugtemÖkostrom.

Entwicklung des Güterbahnhofareals

Das Güterbahnhofareal ist die zur Zeit größte städtebauliche Entwicklung in Freiburg. Im Endausbau sollen ca. 3.800 Einwohner_innen und 4.000 Arbeitsplätze angesiedelt sein.

Die bestmögliche Anbindung dieses neuen Baugebiets an die Stadtbahn ist wichtig, um neu entstehenden Verkehr soweit wie möglich per ÖPNV abzuwickeln

Eine Verlegung der Stadtbahn in die Waldkircher Straße ist die Voraussetzung für eine hervorragende Erschließung des Areals.

Optimale Erschließung der Siedlungsfläche

Mit der Verlegung der Stadtbahn in die Waldkircher Straße wird das Güterbahnhof-Areal an-nähernd vollständig im 500m-Radius und somit sehr attraktiv erschlossen.

Gleichzeitig bleibt die bestehende Wohnbebauung in den Straßenzügen Komturstraße und Kandelstraße weiterhin hervorragend im 300m-Radius angebunden.

Die Stadtbahn liegt an der neuen Stelle optimal zur Erschließung der gesamten Sied-lungsfläche.

Zustand der Gleise erfordert Sanierung

Die Gleisanlagen in der Komturstraße stammen aus den 1950er Jahren und sind sanierungsbedürftig. Ohne eine aufwändige Komplettsanierung bzw. den Neubau in der Waldkircher Straße könnte der Stadtbahnverkehr nicht aufrecht erhalten werden.

Heute gilt wegen des schlechten Gleis- und Fahrbahnzustands für Stadtbahn und Autoverkehr eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Bei einer Sanierung der Stadtbahn würde in der Komturstraße wieder Tempo 50 eingerichtet werden

Haltestellen nicht barrierefrei

Die Haltestellen Eichstetter Straße und Komturstraße sind
nicht barrierefrei. Das Aussteigen auf die Fahrbahn ist sehr unattraktiv, und für Personen mit Mobilitätseinschränkung nicht machbar. Darüber hinaus fehlen auch gesicherte Querungsmöglichkeiten.

Warum eine Sanierung in der Komturstraße nicht einfacher und günstiger wäre

Eine Neuanlage der Stadtbahntrasse in der Komturstraße müsste nach heutigen Standards für Sicherheit und Barrierefreiheit erfolgen. Die Anlage eines eigenen Gleiskörpers ist grundsätzlich die beste Lösung für einen schnellen und störungsfreien, und somit attraktiven Stadtbahnbetrieb. Aufgrund der Enge des Straßenraums wäre dies in der Komturstraße jedoch nicht umsetzbar.

Aber auch eine Anlage eines straßenbündigen Gleiskörpers mit barrierefreien Haltestellen wäre wegen der Enge des Straßenraums nur mit unbefriedigenden Kompromisslösungen und mit gravierenden Eingriffe in den Straßenraum möglich.

Als Problembereiche wären zu erwarten:

  • schwierige Einbindung der Stadtbahntrasse in den Straßenraum
  • unbefriedigende Haltestellen
  • schwierige Führung des Radverkehrs
  • Verlust zahlreicher Parkplätze und Bäume.

Wegen der erheblichen Umgestaltung des Straßenraums und der grundhaften Erneuerung würde eine Sanierung in der Komturstraße einer Neubaumaßnahme entsprechen.

Die Kosten dafür werden auf ca. 11,3 Mio. Euro geschätzt, inkl. des notwendigen Schienenersatzverkehrs. Allerdings sind darin nicht enthalten Kosten für dann notwendige Baumaßahmen in der Waldkircher Straße zur Verbesserung vor allem der Situation für den Fuß- und Radverkehr. Daher wären voraussichtlich mit Gesamtkosten von insgesamt rund 13,4 Mio. Euro zu rechnen.

Kontakt

Bei Fragen und Anregungen zur Baumaßnahme wenden Sie sich bitte an das:

Garten- und Tiefbauamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

Projektleitung
peter.schley@stadt.freiburg.de
Tel. 0761-201-4531

Zeitplan

5. Februar 2019
Satzungsbeschluss

1. April 2020
Finanzierungszusage durch das Land Baden-Württemberg

April 2020 – Frühjahr 2021
Neuordnung der Ver- und Entsorgungsleitungen (Kanal, Erdgas / Wasser, Strom, Telekommunikation)

September 2020 – Mai 2021
Neubau Roßgäßlebachbrücke

Ende März 2021
Beginn der Tief-, Gleis- und Straßenbauarbeiten (4 Bauabschnitte)

ab Februar 2023
Fertigstellung der technischen Gewerke (z. B. Fahrleitung, Elektroinstallation usw.), Schulungsfahrten

Mitte 2023
Inbetriebnahme der Stadtbahn Waldkircher Straße