Kappler Straße Littenweiler (vorerst zurückgestellt)

Abgrenzung des Gebiets in Littenweiler (Bild: Stadt Freiburg)

Das Gebiet liegt nördlich der Kappler Straße bzw. des Zenlinweges. Im Norden wird es durch den entlang der Dreisam verlaufenden Fuß- und Radweg begrenzt. Im Südwesten grenzt die Fläche an die bestehende Wohnbebauung der Kappler Straße, des Zenlinweges sowie der Reinhold-Schneider Straße. Westlich befindet sich eine öffentliche Grünfläche bzw. ein Bolzplatz. Das gesamte Gebiet ist ca. 4 Hektar groß und besteht hauptsächlich aus einer Wiese, durch die ein Fußgängerweg in Richtung Dreisam verläuft.

Die Fläche Kappler Straße wurde im Perspektivplan als Wohnbaupotenzial identifiziert. Dieser zeigt die Chance auf, hier einen neuen Stadteingang zu gestalten, der (durch die Option der Stadtbahnverlängerung bis zum Kappler Knoten) gut angebunden ist und durch die Nähe zur Dreisam ein schönes Wohnumfeld bietet.

Besondere Herausforderungen bei einer Entwicklung dieser Fläche stellen die verkehrliche Erschließung sowie ökologische Belange dar. Ein Teil der Fläche liegt im Wasserschutzgebiet.

Etwa die Hälfte der Fläche befindet sich im Eigentum der Stadt Freiburg. Um den Ankauf der restlichen privaten Flächen und damit die Umsetzung der städtebaulichen Entwicklung zu erleichtern, wurde die Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht (vgl. Drucksache G-16/238) durch den Gemeinderat beschlossen. Das Baugesetzbuch erlaubt die Begründung eines besonderen Vorkaufsrechts in Gebieten, in denen die Gemeinde eine städtebauliche Maßnahme in Betracht zieht. Im Fall einer Verkaufsabsicht des Eigentümers/der Eigentümerin an eine dritte Person oder Institution hat die Stadt nun die Möglichkeit, das Grundstück vorrangig zu erwerben.

Was wurde bisher gemacht?

Eine Reihe von Untersuchungen wurde bereits durchgeführt. Zum Beispiel wurden Klimagutachten erstellt und alle erforderlichen Erfassungen von Lebensräumen für Pflanzen- und Tierarten vorgenommen und ausgewertet.

Im Fall einer baulichen Entwicklung wäre demnach ein erheblicher Ausgleich für die Schutzgüter Boden und Fläche sowie für die vorhandenen Pflanzen, Tiere und biologische Vielfalt zu schaffen.

Das Gutachten zum Klima stellt fest, dass bei einer entsprechend offenen und speziell ausgerichteten Bebauung die klimaökologische Situation (wie Luftströmungen) sowohl innerhalb des Gebiets als auch im Umfeld weiterhin gut sein wird.

Zu Beginn der Arbeiten wurden Gespräche mit dem Bürgerverein Littenweiler geführt. Dieser steht einer Nachverdichtung im Stadtteil grundsätzlich positiv gegenüber. Eine Bebauung der Dreisamwiesen wird hingegen nicht befürwortet.

Weiteres Vorgehen

Um die Eignung dieser Fläche für den (kostengünstigen) Wohnungsbau abschließend beurteilen zu können, wären eine Reihe weiterer Gutachten und vertiefte Prüfungen erforderlich. Der Umgang mit dem Wasserschutzgebiet müsste geklärt werden. Aufgrund der anspruchsvollen Topografie (wie Höhenunterschiede von mehreren Metern) muss auch der Frage nach der verkehrlichen Erschließung sowie städtebaulichen Einbindung nachgegangen werden.
Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, diese ProWo-Fläche und ihre Bedeutung für den Wohnungsbau zunächst nochmals gesamtstädtisch zu betrachten. Eine Abwägung und Entscheidung über zukünftige Siedlungserweiterungsflächen soll dann im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2040 erfolgen. Der Flächennutzungsplan stellt als vorbereitender Bauleitplan gesamtstädtisch und im groben Maßstab die angestrebten Nutzungen wie z.B. Grünflächen, Gewerbe- und Verkehrsflächen, Wohnbauflächen, Wald, Landwirtschaft und Gewässer u.a. dar. Er ist somit eine sogenannte „planerische Absichtserklärung“.

Der Prozess der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan hat im Frühjahr 2019 begonnen und wird voraussichtlich noch mehrere Jahre andauern. Im Dialog mit der Stadtgesellschaft werden in einer ersten Phase Zukunftsthemen und mögliche -szenarien für die Stadt Freiburg diskutiert. Im Anschluss werden im gesamtstädtischen Vergleich die geeigneten Flächenoptionen geprüft. Hierbei geht es ausdrücklich auch um die Belange von Natur, Landschaft und Erholung.
Aus diesem Grund werden die oben genannten vertieften Untersuchungen für die Kappler Straße vorerst nicht weiter bearbeitet.
Hintergründe und weitere Informationen: Drucksache G-18/127

Kontakt

Projektgruppe
Neue Wohnbauflächen
(ProWo)
Dezernat V
Stadtplanungsamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

ProWo@stadt.freiburg.de

Weiterführende Informationen

Kommunales Handlungsprogramm Wohnen in Freiburg
www.freiburg.de/wohnprogramm

Fachkonferenz Wohnen 2019 (4,384 MB)

Downloads

Gemeinderat vom 13.11.2018:
Offenlagebeschluss Zähringen Nord 1. Teilbebauungsplan
Vorlage G-18/129

Gemeinderat vom 27.11.2018:
Stand der Flächenentwicklung und weiteres Vorgehen
Vorlage G-18/127

Bauauschuss vom 19.09.2018:
Frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung "Neue Messe und Grüne Mitte"
Vorlage BA-18/013

Bauausschuss vom 13.06.2018:
Wettbewerb Stühlinger West
Vorlage BA-18/005

Bauauschuss vom 7.03.2018:
Frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung „Zähringen Nord“
Vorlage BA-18/003

Änderung des Flächennutzungsplans 2020 „Zähringen Nord“
Vorlage BA-18/002

Gemeinderatssitzung vom 25.07.2017:
Weiteres Vorgehen Stühlinger West
Vorlage G-17/072

Bauausschuss vom 3.5.2017:
Bebauungsplan Zähringen Nord
Vorlage BA-17/005

Erläuterungspapier
Neue Wohnbauflächen (1,452 MB)

Gemeinderatssitzung vom 15.11.2016:
Vorkaufssatzungen für Zähringen-Nord und Littenweiler
Vorlage G-16/238

Gemeinderatssitzung vom 18.10.2016:
Aktueller Stand neue Wohnbauflächen
Vorlage G-16/177

Gemeinderatssitzung vom 21.6.2016:
Kooperatives städtebauliches Entwicklungsverfahren Zähringen-Nord
Vorlage G-16/088

Gemeinderatssitzung vom 10.5.2016:
Aufstellungsbeschluss Stühlinger West
Vorlage G-16/062

Gemeinderatssitzung vom 15.12.2015:
Neue Wohnbauflächen
Vorlage G-15/218