Mooswald West (vorerst zurückgestellt)

Abgrenzung des Gebiets in Mooswald (Bild: Stadt Freiburg)

Das Gebiet ist insgesamt 13 Hektar groß. Davon sind ungefähr 11 Hektar bewaldet. Es liegt zwischen Paduaallee bzw. Granadaallee, Rehwinkel und der S-Bahntrasse.

Mit der Entwicklung dieser Fläche für den Wohnungsbau besteht die Chance, ein gemischtes Wohnviertel zu bauen, das Lärm und Luftbelastungen der Padua- und Granadaallee abschirmt und sich mit neuen öffentlichen Grünflächen und Freiräumen sowie zusätzlicher Infrastruktur zum bestehenden Stadtteil hin öffnet.
Besonders wichtig bei der Entwicklung wäre, Lärm- und Schadstoffbelastungen zu vermeiden und attraktive Freiräume, die an den gesamten Stadtteil angebunden sind, einzuplanen. Außerdem erfordert der hohe Wert des Waldstücks für den Arten- und Naturschutz umfassende Ausgleichsmaßnahmen. Das bedeutet, dass bauliche Eingriffe in die Natur an einer anderen Stelle kompensiert werden müssen. Damit bestimmte seltene Tier- und Pflanzenarten einen neuen Ersatzlebensraum besiedeln können, müssen einige Ausgleichsmaßnahmen schon vor einer Bebauung fertig sein.

Die geplante Fläche Mooswald West liegt zudem im Landschaftsschutzgebiet (LSG), das für eine wohnbauliche Entwicklung geändert werden muss.

Was wurde bisher gemacht?

Der Schwerpunkt der Prüfungen dieser Fläche hinsichtlich ihrer Eignung für den Wohnungsbau lag von Beginn an auf der Begutachtung der Natur mit ihren Biotopen, Tier- und Pflanzenarten und dem Boden.

Um den Verlust an Waldfläche auszugleichen zu können, wurde ein sogenanntes Waldumwandlungsverfahren vorbereitet. Dieses bereitet die Änderung der Waldfläche in eine neue Flächennutzung vor.

Dazu fand in einem ersten Schritt im Mai 2016 unter Federführung der fachlich zuständigen höheren Forstbehörde (Verfahrensträger) ein öffentlich zugänglicher Scopingtermin statt. Bei einem Scoping werden gemeinsam mit Behörden und Trägern öffentlicher Belange mögliche Projektauswirkungen auf die Umwelt diskutiert. Einzelne Aspekte, was mögliche Folgen einer Abholzung sein können, können hier ergänzt werden. Daraus leiten sich weitere notwendige Untersuchungen ab. Anwesende Bürger_innen erhielten auf dem Scoping ebenfalls die Möglichkeit, Fragen zu stellen und Anregungen zum Waldumwandlungsverfahren vorzubringen. Die aus diesen Terminen hervorgegangenen Erfassungen zu Lebensräumen und Arten wurden im Jahr 2017 vollständig durchgeführt. Es wurden z.B. Daten gesammelt zum Vorkommen von Tieren, Pflanzen und Biotopen. Ebenfalls wurden Bodenbeschaffenheiten, Wasserstände, klimatische Verhältnisse, Lärm oder Luftschadstoffe erfasst.

Gutachten zum technischen Umweltschutz, zur Erschließung o. ä. wurden noch nicht erstellt. Zu Beginn der Arbeiten wurden Gespräche mit dem Bürgerverein Mooswald geführt. Der Bürgerverein lehnt eine Bebauung der Fläche ab.Eine breit angelegte Bürgerbeteiligung, bei der auch diese ProWo-Fläche thematisiert wurde, fand im Rahmen des Projekts „Rahmenkonzept Stadtteil Mooswald“ statt.

Rahmenkonzept Mooswald

Das Projekt „Rahmenkonzept Stadtteil Mooswald“ startete im Herbst 2017 und wurde im Frühjahr 2019 durch den Gemeinderat beschlossen. Im Rahmenkonzept wurde die Waldfläche neben vielen anderen Bauprojekten im Stadtteil mit gedacht. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie der Stadtteil in den nächsten 10 bis 15 Jahren weiterentwickelt werden kann. Damit sollte sichergestellt werden, dass sich das potenzielle neue Stadtquartier in den Stadtteil integriert und die Infrastruktur wie zum Beispiel Einkaufsmöglichkeiten dem Bedarf im Mooswald entsprechend angepasst wird.Alle weiteren Informationen zu dem Projekt sind nachzulesen unter www.freiburg.de/rahmenkonzeptmooswald

Weiteres Vorgehen

Verschiedene Gutachten haben gezeigt, dass für die Schutzgüter Boden sowie für Pflanzen, Tiere und die biologische Vielfalt im Falle einer Bebauung ein erheblicher Ausgleich zu schaffen wäre. Insgesamt wäre der finanzielle und zeitliche Aufwand der erforderlichen Kompensationsmaßnahmen aller Belange sehr hoch. Für Ersatzaufforstungsflächen müsste vermutlich auf Flächen außerhalb des Stadtkreises zurückgegriffen werden. Dennoch ergibt sich nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen weder rechtlich noch fachlich ein Ausschlussgrund für eine Bebauung. Auch wenn der Entwicklung weitere fachgutachterliche Untersuchungen, rechtliche Verfahren und Kompensationsmaßnahmen vorauslaufen müssten, ist die Eignung dieser städtischen Fläche für den Wohnungsbau unbestritten.

Die offenkundige Verkehrslärmbelastung könnte durch bauliche Maßnahmen reduziert werden, erste Ideen hierfür wurden im Rahmenplan entwickelt (siehe auch die Dokumentation zum Rahmenkonzept Mooswald).
Aufgrund der erheblichen planerischen und finanziellen Herausforderungen sowie der Vorbehalte der Bürgerschaft im Stadtteil wurde die ProWo-Fläche „Mooswald West“ vorerst in ihrer Bearbeitung zurück gestellt. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, diese Fläche im Gesamtkontext der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans 2040 vertieft zu prüfen. Der Flächennutzungsplan stellt als vorbereitender Bauleitplan gesamtstädtisch und im groben Maßstab die angestrebten Nutzungen wie z.B. Grünflächen, Gewerbe- und Verkehrsflächen, Wohnbauflächen, Wald, Landwirtschaft und Gewässer u.a. dar. Er ist somit eine sogenannte „planerische Absichtserklärung".
Der Prozess der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan hat im Frühjahr 2019 begonnen und wird voraussichtlich noch mehrere Jahre andauern. Im Dialog mit der Stadtgesellschaft werden in einer ersten Phase Zukunftsthemen und mögliche -szenarien für die Stadt Freiburg diskutiert. Im Anschluss werden im gesamtstädtischen Vergleich die geeigneten Flächenoptionen geprüft. Hierbei geht es ausdrücklich auch um die Belange von Natur, Landschaft und Erholung.
Hintergründe und weitere Informationen: Drucksache G-18/127 

Kontakt

Projektgruppe
Neue Wohnbauflächen
(ProWo)
Dezernat V
Stadtplanungsamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

ProWo@stadt.freiburg.de

Leiterin der Projektgruppe
Dr. Gabi Lebherz
Tel. 0761/201-4121

Downloads

Gemeinderat vom 13.11.2018:
Offenlagebeschluss Zähringen Nord 1. Teilbebauungsplan
Vorlage G-18/129

Gemeinderat vom 27.11.2018:
Stand der Flächenentwicklung und weiteres Vorgehen
Vorlage G-18/127

Bauauschuss vom 19.09.2018:
Frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung "Neue Messe und Grüne Mitte"
Vorlage BA-18/013

Bauausschuss vom 13.06.2018:
Wettbewerb Stühlinger West
Vorlage BA-18/005

Bauauschuss vom 7.03.2018:
Frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung „Zähringen Nord“
Vorlage BA-18/003

Änderung des Flächennutzungsplans 2020 „Zähringen Nord“
Vorlage BA-18/002

Gemeinderatssitzung vom 25.07.2017:
Weiteres Vorgehen Stühlinger West
Vorlage G-17/072

Bauausschuss vom 3.5.2017:
Bebauungsplan Zähringen Nord
Vorlage BA-17/005

Erläuterungspapier
Neue Wohnbauflächen (1,452 MB)

Gemeinderatssitzung vom 15.11.2016:
Vorkaufssatzungen für Zähringen-Nord und Littenweiler
Vorlage G-16/238

Gemeinderatssitzung vom 18.10.2016:
Aktueller Stand neue Wohnbauflächen
Vorlage G-16/177

Gemeinderatssitzung vom 21.6.2016:
Kooperatives städtebauliches Entwicklungsverfahren Zähringen-Nord
Vorlage G-16/088

Gemeinderatssitzung vom 10.5.2016:
Aufstellungsbeschluss Stühlinger West
Vorlage G-16/062

Gemeinderatssitzung vom 15.12.2015:
Neue Wohnbauflächen
Vorlage G-15/218

Weiterführende Informationen

Kommunales Handlungsprogramm Wohnen in Freiburg
www.freiburg.de/wohnprogramm