Freiburg wird gefördert im EU-Projekt Greencycle​

Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufgesellschaft - 3 Jahre EU-Förderung für die Stadt Freiburg

Freiburg liegt in der EU-Interregion Alpenraum und wurde von 2017 bis März 2020 mit dem Interreg-Projekt Greencycle gefördert, um im Alpenraum die „Circular Economy“ (CE) voranzubringen: von der Wegwerfgesellschaft hin zur Kreislaufgesellschaft.

11 Partner aus 6 Städten in Slowenien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Liechtenstein haben die Projektergebnisse gemeinsam erarbeitet.

Sechs Standorte, Details im Text oben

Sie trugen als zirkuläre Leuchttürme im Alpenraum ihre besten Beispiele aus Abfallwirtschaft, Energie, Mobilität/Transport, Bauen und Netzwerken zusammen. Sie haben Pilotprojekte voran gebracht und 6 eigene Strategien zur Stärkung der Circular Economy  sowie eine Toolbox entwickelt.

12 Schlüsselprinzipien für einen Übergang zu einer Circular Economy wurden erarbeitet und zu einem Manifest für Kreislaufwirtschaft gefügt. 133 Institutionen aus der EU und darüber hinaus haben das Manifest bisher unterzeichnet.

Das Manifest steht hier zum Download zur Verfügung (5.493 MB). Außerdem kann es auf der Greencycle-Plattform weiterhin unterzeichnet werden: http://marketplace.greencycle.si/Greencycle-Manifesto

12 Schlüsselprinzipien für einen Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft

  1. Einarbeiten der Grundsätze der Kreislaufwirtschaft in die lokale Politik, um den lokalen Übergang  zur Kreislaufwirtschaft als nachhaltigere und ressourceneffizientere Form des Wirtschaftens zu ermöglichen.
  2. Streben nach den UNO Zielen für nachhaltige Entwicklung mit besonderem Fokus auf nachhaltigem Konsum und Produktion sowie Klimaschutz.
  3. Transnational netzwerken im Bereich der Kreislaufwirtschaft.
  4. Unterstützen der sektorübergreifenden Zusammenarbeit und Stärkung von Zivilgesellschaft, Unternehmen und NGO's zur Förderung von Initiativen der Kreislaufwirtschaft.
  5. Mit gutem Beispiel vorangehen und mit den Prinzipien in der eigenen Institution beginnen, um den kulturellen Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft zu fördern.
  6. Aufklären der Öffentlichkeit:  für mehr Abfallvermeidung, mehr Reparaturen und Gebrauchtwarennutzung und eine bessere Abfalltrennung.
  7. Fördern von Kreislaufprodukten, die leicht zu teilen, leicht zu leasen, einfach wiederzuverwenden, leicht zu reparieren, leicht wiederaufzubereiten und zu recyceln sind.
  8. Fördern nachhaltiger Verbrauchsmuster zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, Produktabfällen und Energieverlusten.
  9. Unterstützen von Forschung, Innovation und Qualifizierung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft.
  10. Schaffen finanzieller Anreize zur Förderung des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft.
  11. Investieren in eine Infrastruktur, die den Material- und Ressourcenkreislauf ermöglicht, in intelligente Netze und erneuerbare Energien.
  12. Überwachen und messen von Material-, Abfall- und Energieflüssen und schließen der Kreisläufe so lokal wie möglich.
12 Schlüsselprinzipien, Details im Text oben
Bild: Greencycle Manifest CC BY 4.0 mit Kunst von Angelica Dallapè

„Circular Economy“ – das Wirtschaften in Stoff- und Energie-Kreisläufen – gehört schon lange zu Freiburgs Konzept bei der Abfallwirtschaft und im Klimaschutz und soll weiterhin stärker werden. Freiburg orientiert sich auch an den 17 globalen nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) der UNO wie die „Champions-Liga der globalen nachhaltigen smart Green Cities“. Diese wird  in Deutschland, Europa und der ganzen Welt immer umweltbewusster, erneuerbarer und vernetzter.

Circular Economy machen wir schon,

  • wenn wir Abfall trennen und aus Alt-Glas wieder Glas wird,
  • wenn Kunststoff nicht in China oder im Meer landet, sondern als Rezyklat wieder zu einer Kunststoffflasche wird,
  • wenn Abwärme im Industrie-Gebiet Nord zur Heizwärme des Nachbarn wird. Siehe Preisverleihung für Green Industry Park (GIP) Dezember 2018,
  • wenn Menschen in Freiburg Autos und Bohrmaschinen miteinander teilen.

Circular Economy stärken wir,
wenn wir ungenutzte Handys, Kleidung und Haushaltsgeräte nicht zuhause horten, sondern zur Weiternutzung weitergeben. Z.B. können Arbeitgeber und Schulen Tauschregale für unkompliziertes Weitergeben von Gebrauchtem für die Mitarbeitenden bzw. die Schüler*innen einrichten. Und zusätzlich Alt-Handy-Sammel-Aktionen durchführen.

Circular Economy machen wir mit einer nachhaltigen Beschaffungsstrategie der Stadt Freiburg, die noch viel mehr auf Abfallvermeidung und zirkuläre Wirtschaft setzt als heute. Auch das Zusammenführen von Angebot und Nachfrage beim großen Stoffstrom Bodenaushub wird Entlastung bringen.

Circular Economy braucht zukünftig:
sowohl mehr Netzwerke von Menschen in Unternehmen und Behörden, als auch die Digitalisierung.

Finanziert wurde das Projekt Greencycle zu 85 % mit rund 157.000 € aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Interreg Alpenraum Programms. Rund 28.000 Euro, 15 % der Kosten, betrug der Eigenanteil der Stadt Freiburg.

Mehr lesen: Strategie zur Circular Economy der Stadt Freiburg - Überblick (3.347 MB)

Ergebnisse

Was im Projekt von den europäischen Partnern erarbeitet wurde, findet sich auf den folgenden Webseiten des Projektes
www.alpine-space.eu/projects/greencycle/en/about
marketplace.greencycle.si/Greencycle-Manifestowww.greencycle.si

Fünf aufgelistete Punkt: Strategie für Circular Economy, Instrumente und Pilotprojekte, Marktplatz und Unterstützer, Beste Beispiele für Circular Economy, Manifest für Circular Economy

Das Freiburger Pilotprojekt: Gemeinsames Bodenaushubmanagement

Initiiert durch das EU-Interreg-Projekt Greencycle, das die Circular Economy in der Stadt stärken soll, fanden sich 2018 im Rahmen eines runden Tisches die Stadt Freiburg mit Umweltschutzamt, Garten- und Tiefbauamt sowie Projektgruppe Dietenbach, die städtische Wohnbaugesellschaft Freiburger Stadtbau und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald zur Sondierung für ein gemeinsames Bodenmanagement ein. Die Entsorgungssituation für Erdaushub in der Region hat sich in den letzten Jahren aufgrund der hohen Bautätigkeit sehr verschärft. Bis zur Eröffnung einer regionalen Deponie soll ein temporäres Zwischenlager für Erdaushub Entlastung bringen und Kosten senken helfen. Circular Economy braucht Netzwerke in Behörden und Unternehmen: sich gemeinsam Lösungen überlegen, und nicht isoliert handeln.

Info-Film zum Thema Erdaushubmanagement

Wie kann mit Circular Economy in der eigenen Institution begonnen werden?

Auch Circular Economy beginnt in unseren Köpfen und erfordert ein Umdenken. Mit diesen einfachen Beispielen kann der Anfang gelingen:

  • Richten Sie als Arbeitgeber / Universität / Schule ein Tauschregal ein: "Gib gebrauchtes einfach hier weiter", und helfen Sie damit, Abfall zu vermeiden und die Lebensdauer von Produkten zu verlängern
  • Sammeln Sie Alt-Handys zur Rohstoffgewinnung oder Weiterverwendung www.handy-aktion.de/mitmachen/handys-sammeln/
  • Verzichten Sie auf ToGo-Becher und nehmen Sie stattdessen Pfandbecher www.freiburgcup.de
  • Beschaffen Sie Produkte mit hohem Recycling-Anteil oder erfinden Sie diese

Projektmanagement Greencycle


Susanne Knospe
Tel: 0761/201-6154
Susanne.Knospe@stadt.freiburg.de

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