Projektgruppe neue Wohnbauflächen legt erste Zwischenbilanz vor

Fünf neue Flächen sind in der Vorbereitung, jetzt erster Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes im Stühlinger

Stühlinger-West bietet ideales Umfeld, vorhandene Strukturen sollen eingebunden und verbessert werden


Bereits im Dezember hatte die im Herbst eingesetzte Projektgruppe neue Wohnbauflächen (ProWo) dem Gemeinderat die ersten fünf möglichen Flächen für eine Wohnbebauung vorgelegt. Sie waren vorab aus den Entwürfen zum Perspektivplans genommen worden, um schneller Wohnbauflächen realisieren zu können. Freiburg braucht dringend neuen Wohnraum, der Wohnungsmarkt ist angespannt wie nie.
 
Zur Entwicklung der Flächen startete die ProWo umfassende Planungsverfahren, bei denen von Anfang an die Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden. Nach einem Auftaktgespräch mit allen fünf Bürgervereinen im Dezember 2015 fanden im April weitere Gespräche mit den Bürgervereinen Stühlinger, Zähringen und Mooswald statt, für Juni und Juli sind Termine mit den Bürgervereinen Littenweiler und Vauban vereinbart. Für alle fünf Flächen wurden schon Umweltgutachten vergeben, die Vogelkartierungen laufen bereits seit Anfang März.
 
Unter den fünf Flächen war auch der Westen des Stadtteils Stühlinger, in dem drei Teilflächen für Wohnungsbau entwickelt werden können. Vergangenen Mittwoch beriet der Bauausschuss nun den ersten Aufstellungsbeschluss „Stühlinger West“, der am 10. Mai vom Gemeinderat beschlossen werden soll. Auch in den anderen vier ProWo-Flächen laufen bereits vorbereitende Umweltuntersuchungen und Gespräche mit den Bürgervereinen, Nachbarn und Flächeneigentümern.
 
„Wir haben in kürzester Zeit nun den ersten Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan in die Wege geleitet“, so Bürgermeister Martin Haag. „Es hat sich gelohnt, dass wir in der Verwaltung alle Kräfte gebündelt haben. Nur so können wir so schnell wie möglich die dringend benötigten neuen Flächen für Wohnungsbau schaffen“, erklärte Haag.
 
Auf den neuen Flächen im Stühlinger könnten laut Haag fünfhundert bis tausend Wohnungen entstehen. Der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Thomas Fabian, erklärt: „Der Stühlinger bietet mit seiner zentralen Lage, seiner hervorragenden Verkehrsanbindung und seinem lebendigen, urbanen Charakter ein attraktives Wohnumfeld für verschiedenste Bevölkerungsgruppen.“ Aus planerischer Sicht liegen im Gebiet Stühlinger-West drei Kernbereiche, die zu sozial gemischten Wohnquartieren entwickelt und durch attraktive Freiraumstrukturen untereinander und mit dem Stadtteil verknüpft werden sollen:
 
1. „Bissierstraße“ – jetziger Wohnmobilstellplatz, der im Zusammenhang der Sanierung „Metzgergrün“ bebaut werden soll,
2. „Kleineschholz Süd“ – Parkplatz des Technischen Rathauses und Kleingärten Lehener-Wannerstraße.
3. „Kleineschholz Nord“ – Leihgärten hinter der Agentur für Arbeit.
 
Für die Bebauung dieser Flächen müssen die jetzigen Nutzungen verlagert werden. Der Wohnmobilstellplatz soll an den Rand des neuen Baugebietes „Im Zinklern“ in Lehen umziehen. Für die Parkplätze am Technischen Rathaus muss in den nächsten Bauabschnitten des neuen Verwaltungszentrums Ersatz gefunden werden.
 
Schwieriger wird der Ersatz der Kleingärten, deren Bestand für dieses und nächstes Jahr auf jeden Fall noch gesichert ist. Neue Kleingartenflächen werden gesucht, sie werden aber nicht im Stühlinger zu finden sein.
 
Im Aufstellungsbeschluss ist die Vergabe eines Rahmenplanes für die Freiraumstrukturen vorgesehen. „Er soll zunächst strukturelle Ideen für den großflächigen Entwicklungsbereich Stühlinger West und darauf aufbauend Realisierungskonzepte für die Freiraumqualifizierung in den Kernbereichen und insbesondere in den verknüpfenden Freiräumen enthalten“, erklärt die Leiterin der ProWo, Babette Köhler. Dieses Konzept wird von der Stadt noch diesen Sommer vergeben und soll über ein Jahr mit intensiver Beteiligung der Bürgerschaft und der verschiedenen Nutzer der Freiräume entwickelt werden. Im Juli 2016 ist eine erste Bürgerinformationsveranstaltung geplant, Termin und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben.
 
Für die neuen Flächen ist das verbindende Element und wesentliches Entwicklungsziel die Weiterentwicklung und Stärkung der bereits vorhandenen und für den Stadtteil Stühlinger sehr wichtigen Grün- und Freiräume, namentlich des Eschholzparks. Köhler, erläutert: „Der Eschholzpark ist bereits jetzt eine der wichtigsten Grün- und Naherholungsflächen des Stadtteiles und besitzt ein großes Potential für eine Aufwertung, um ihn attraktiver zu gestalten und die Freiflächen besser nutzen zu können.“ Dies beinhalte, so Köhler, auch die Einbindung in die bestehenden von Nord nach Süd verlaufende Grünflächen und Freiräume, die sich vom Eschholzpark bis hin zu den Freiflächen des Universitätsklinikums erstrecken. Köhler weist darauf hin, dass es eine Aufgabe des Rahmenkonzeptes für die Freiräume ist, die drei neuen Wohnquartiere miteinander zu verknüpfen und in die Freiraumstrukturen des Stühlingers einzufügen. Außerdem soll jede einzelne Baufläche ein eigenes trag- und realisierungsfähiges Freiraumkonzept erhalten.
 
So soll der Eschholzpark weiterentwickelt werden, um noch attraktivere Freiraumangebote und ein durchgängiges Wegenetz für die unterschiedlichen Nutzergruppen zu erhalten. Hier treffen sich die Anwohnenden und Familien aus dem Stühlinger, die Schülerinnen und Schüler der Berufsschulen und die Besucherinnen und Besucher sowie Mitarbeitenden des neuen Verwaltungszentrums.
 
Für den gesamten Freiraumverbund sollen auch Lösungen zum Erhalt und zur oberirdischen Führung der vorhandenen Runzgewässer gesucht werden. Das ist auch ein Ziel aus den Stadtteilleitlinien (STELL) Stühlinger. dessen Entwicklungsziele, mit der Rahmenplanung aufgegriffen werden sollen. Die Verbesserungen für die Freiraumvernetzung und -qualitäten im westlichen Stühlinger sollen zeitlich parallel zur Bauflächenentwicklung umgesetzt werden. Die neuen Wohnbauflächen sollen optimal an das Fuß- und Radwegenetz sowie das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angebunden werden. Der motorisierte Verkehr soll durch geeignete Mobilitätskonzepte minimiert werden. Ziel ist es, zusätzlichen Verkehr im Stühlinger damit zu vermeiden.
 
Nicht vom Aufstellungsbeschluss umfasst, aber direkt nördlich angrenzend, plant das Universitätsklinikum auf eigenem Gelände die Errichtung von Wohngebäuden für Auszubildende und Pflegekräfte des Klinikums. Diese Entwicklung soll in das Gesamtkonzept Stühlinger-West eingebettet werden. Die Verwaltung steht dazu in engem Kontakt mit dem Klinikum, ein Aufstellungsbeschluss für die Fläche wurde bereits gefasst.
 
 
Hintergrund: Projekt neue Wohnbauflächen
Aufgrund des akuten Mangels an bezahlbaren Wohnraum hat die Verwaltung vorzeitig fünf Flächen aus den Entwürfen des Perspektivplans benannt, die schnellstmöglich entwickelt werden sollen. Im Herbst letzten Jahres wurde im Baudezernat die Projektgruppe neue Wohnbauflächen (ProWo) installiert. Ihr Auftrag ist es, diese fünf Flächen zu neuen Wohngebieten zu entwickeln. Die Flächen wurden vorgeschlagen, weil sie sich in den Entwürfen und Diskussionen zum Perspektivplan Freiburg als interessante Wohnbauflächenpotenziale erwiesen haben und weil diese Flächen überwiegend im Eigentum der öffentlichen Hand sind, so dass eine zügige Entwicklung möglich erscheint.
 
Aufgabe des Perspektivplans ist es auch, einen neuen Flächennutzungsplan vorzubereiten. Dazu werden im Perspektivplan noch viele weitere Flächen untersucht, ob hier eine Nutzungsänderung sinnvoll wäre. Allerdings geht es nicht nur um Wohnbaupotenziale, sondern auch um Flächen, die sich für neue Freiraumnutzungen eignen zum Beispiel als neue Parks, Spielplätze, Kleingärten oder Sportplätze. Oder bei denen eine Nachverdichtung oder eine Nutzungsänderung, wie zum Beispiel von einem Gewerbe- zu einem Mischgebiet in Frage kommt. Dabei sind auch die Flächen, die im geltenden Flächennutzungsplan als Bauflächen dargestellt, aber noch nicht bebaut sind. Viele Flächen sind in privatem Eigentum und können erst entwickelt werden, wenn alle Eigentümer damit einverstanden sind. Zur Entwicklung der neuen Bauflächen wird es nötig sein, den Flächennutzungsplan fortzuschreiben, der aktuell nur noch wenige unbeplante Wohnbauflächen enthält.
 
Da Freiburg als sogenannte Schwarmstadt auch in den nächsten Jahren weiter wachsen wird, werden nach der 2014 erstellten Prognose bis 2030 voraussichtlich rund 14.600 zusätzliche Wohnungen benötigt, um der Nachfrage gerecht werden zu können und den Preisanstieg zu dämpfen. Dazu kommt aber inzwischen noch der Bedarf an Wohnungen für ehemalige Flüchtlinge, die nach ihrer Anerkennung integriert werden und einen Platz in der Stadtgesellschaft finden sollen. Deshalb ist der Bedarf voraussichtlich sogar noch höher.
 
Informationen zu den neuen Wohnbauflächen auf www.freiburg.de/ProWo

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E-Mail: edith.lamersdorf@stadt.freiburg.de

Veröffentlicht am 06. Mai 2016

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