Priorität im Bundesverkehrswegeplan

Der Stadttunnel könnte Wirklichkeit werden

Der Blick auf die B31 wäre mit dem Stadttunnel Vergangenheit (Foto: Stadt Freiburg)

Das Freiburger Projekt wird im jetzt vorgestellten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans als "vordringliche Priorität" eingestuft. Der Stadttunnel ist ein rund 1,8 Kilometer langes Teilstück der heutigen innerstädtischen B 31/B31a und soll die derzeitige oberirdische Durchfahrtstraße beidseits der Dreisam ersetzen. Mit der Einstufung ist der Weg für weitere Planungen frei.

„Ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg zum Stadttunnel ist geschafft“ – so kommentiert Oberbürgermeister Dieter Salomon die Einstufung des Stadttunnels in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ im Bundesverkehrswegeplan. Heute hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth den Entwurf des Planwerks der Öffentlichkeit vorgestellt und den Ländern übermittelt.

Wie geht es weiter?

Auf die Vorlage des Entwurfs folgt nun eine weitere Anhörung der Länder, die ihrerseits Stellung nehmen können zu den vorgesehenen Maßnahmen. Danach wird der Bundesverkehrswegeplan im Bundeskabinett beschlossen und geht über den Verkehrsausschuss des Bundestags in das Parlament. Mit dem Beschluss des Bundestags erlangt das Planwerk Rechtskraft. Es soll für eine Laufzeit von rund 10 bis 15 Jahren gültig bleiben.
Die jetzt noch anstehenden Planungsschritte für den Tunnel erfordern einen Zeitraum von geschätzt rund fünf bis sieben Jahren bis zum Baubeginn. Wann tatsächlich der erste Spatenstich sein wird, hängt wesentlich von der Finanzierung ab: Der Bund stellt den Ländern ein jährliches Budget für Bundesstraßen und andere Verkehrsprojekte zur Verfügung, aus dem nach den Festsetzungen des Bundesverkehrswegeplans Projekte wie der Stadttunnel finanziert werden.

Der Stadttunnel

Der Stadttunnel ist ein rund 1,8 Kilometer langes Teilstück der heutigen innerstädtischen B 31/B31a und ersetzt die derzeitige oberirdische Durchfahrtstraße beidseits der Dreisam. Der Tunnel beginnt am Autobahnzubringer Mitte unmittelbar westlich der Kronenbrücke und folgt zunächst in zwei getrennten Röhren mit jeweils zwei Fahrspuren beidseits der Dreisam dem heutigen Verlauf der Dreisamuferstraßen. In Höhe des Schwabentor- und Greifeneggrings unterquert die nördliche Tunnelröhre die Dreisam und führt ab Höhe des Dreikönighauses neben der südlichen Röhre bis zum heutigen Schützenalleetunnel, an den die beiden Tunnelröhren anschließen.
Nach dem heutigen Planungsstand der Vorplanung sind die Baukosten des Stadttunnels auf rund 325 Millionen Euro kalkuliert. Die Stadt erwartet von dem Stadttunnel eine nachhaltige Verbesserung der gesamten innerstädtischen Verkehrssituation. Die heutige B 31 beidseits der Dreisam mit zahlreichen Engstellen und Ampelkreuzungen, regelmäßigen Staus und einer Straßenführung zum Teil in unzumutbarer Nähe zur Wohnbebauung widerspricht allen heute gültigen Standards. Zudem ist die verkehrliche Leistungsfähigkeit für den Durchgangsverkehr völlig unzureichend.

Die Vorgeschichte

Die Überlegungen für einen innerstädtischen Tunnel als Ersatz für die oberirdische B 31 gehen bis weit in die 1960er und 1970er Jahre zurück. Im östlichen Stadtgebiet ist die Tunnellösung mit der 2002 eröffneten B 31 Ost und ihren Tunnelabschnitten zu einem Teil bereits realisiert. Die westliche Ausfahrt des Schützenallee-Tunnels wurde schon damals so angelegt, dass eine Weiterführung nach Westen angeschlossen werden kann.

Info: Der Bundesverkehrswegeplan

Der Bundesverkehrswegeplan ist ein Investitionsrahmenplan für alle Bundesfernstraßenprojekte (Autobahnen und Bundesstraßen) sowie Bahnlinien und andere Verkehrswege und damit das wichtigste Planungsinstrument für die Verkehrspolitik des Bundes. Er stuft Projekte nach ihrer verkehrlichen Bedeutung ein und legt in verschiedenen Kategorien fest, welche der über die Länder angemeldeten Vorhaben vorrangig in Angriff genommen werden. Die Kategorie „vordringlicher Bedarf“ ist die höchstmögliche Einstufung; die darin berücksichtigten Projekte werden als erste finanziert und gebaut. Da die Investitionskosten der von den Ländern angemeldeten Vorhaben in der Regel die Budgets im Bundeshauhalt um ein Mehrfaches überschreiten, legt der Bundesverkehrswegeplan fest, welche Vorhaben mit welcher Priorität verwirklicht werden sollen.


Veröffentlicht am 16. März 2016

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