Vogelspaziergang in Parkanlagen und Gärten

Insgesamt 500 Hektar Grünflächen stehen in Freiburg als Naherholungsflächen zur Verfügung. Sie reichen vom Tiergehege Mundenhof im Westen über den Stadtgarten in der Innenstadt bis zum Möslepark im Freiburger Osten und dienen einer Vielzahl von Vögeln als Lebensraum.

Rotkehlchen

Rotkehlchen (Foto: Marco Sepulveda)

Das Rotkehlchen ist wegen der ansprechenden Färbung seines Gefieders, seinem fast ganzjährigen Gesang und seiner Allgegenwart ein absoluter Sympathieträger unter unseren heimischen Vogelarten. Seine Hauptnahrung besteht aus Insekten, kleinen Spinnen, Würmern und Schnecken.

Blaumeise

Blaumeise (Foto: Marco Sepulveda)

Obwohl Laub- und Mischwälder hohem Eichenanteil die bevorzugten Lebensräume der Blaumeise sind, ist sie auch häufig in Parkanlagen und Gärten anzutreffen. Sie bevorzugt tierische Nahrung (Insekten und Spinnen), außerhalb der Fortpflanzungsperiode ernährt sie sich auch von pflanzlicher Kost (u.a. Sämereien). Bemerkenswert ist ihre Fähigkeit, kopfüber - selbst an kleinsten Ästen hängend - nach Nahrung suchen kann.

Kohlmeise

Kohlmeise (Foto: Marco Sepulveda)

Die Kohlmeise brütet primär in Laub- und Mischwäldern mit einem ausreichenden Angebot an Nisthöhlen. Dank ihrer großen Anpassungsfähigkeit besiedelt sie zahlreiche andere Habitate, vorausgesetzt es findet sich hier alter Baumbestand oder künstliche Nisthilfen.

Schwanzmeise

Schwanzmeise (Foto: Marco Sepulveda)

Namensgebend für die Schwanzmeise ist ihr langer Schwanz. Dieser ermöglicht ihr ein präzises Ausbalancieren des Körpers, was sie befähigt, ihre Nahrung an den äußersten Zweigenden zu suchen. Bemerkenswert: Aussehalb der Brutzeit lebt die Schwanzmeise in Schwärmen bis zu 30 Individuen, die jeweils ein bestimmtes Territorium für sich beanspruchen.

Kleiber

Kleiber (Foto: Marco Sepulveda)

Der Kleiber nutzt zur Fortpflanzung verlassene Bruthöhlen anderer Höhlenbrüter, z. B. jene von Spechten. Dabei „mauert“ er den Höhleneingang mit einer Mischung aus Lehm und Speichel soweit zu, dass er gerade noch hindurchpasst. Vor Mardern und Krähen ist seine Brut somit sicher. Auffallend: Er besitzt die Fähigkeit, kopfüber an Baumstämmen nach unten zu klettern.

Fitis

Fitis (Foto: Marco Sepulveda)

Der Fitis ist ein sogenannter Langstreckenzieher, der von April bis September bei uns anzutreffen ist. Seine Brutzeit – er ist ein Bodenbrüter – liegt zwischen Mai und Juli. Südlich der Sahara befindet sich sein Winterquartier; folglich legt er Flugstrecken zwischen 6000km und 13000 km zurück.

Türkentaube

Türkentaube (Foto: Marco Sepulveda)

Die Bezeichnung Türkentaube weist auf ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet hin. Erst seit den 1930er Jahren ist die Türkentaube von Südosten aus dem asiatischen Raum nach Europa eingewandert, wobei sie dem guten Nahrungsangebot an Landwirtschafts- und Hausabfällen folgte (Kulturfolger!). Nadelbäume sind ihre bevorzugten Brutbäume.

Eichelhäher

Eichelhäher (Foto: Marco Sepulveda)

Das farbenprächtige Flügelgefieder, das beim sitzenden Eichelhäher aus der Ferne ein leuchtend blaues Feld unterhalb der Schulter bildet, ist ein besonders charakteristisches Merkmal dieser Vogelart. Er ist tagaktiv; sein Nahrungsspektrum orientiert sich am jahreszeitlichen Angebot. Von Frühjahr bis Herbst überwiegt die tierische Nahrung, ab Herbst nimmt der pflanzliche Anteil zu, wobei für den Winter umfangreiche Vorräte an Eicheln und Nussfrüchten angelegt werden.

Elster

Elster (Foto: Marco Sepulveda)

Der schwarz-weiße Rabenvogel Elster ist mit seinen langen Schwanzfedern unverwechselbar. In der germanischen Mythologie galt sie sowohl als Götterbote als auch Vogel der Todesgöttin "Hel", was ihr den Ruf als Unheilsbote einbrachte. Im Gegensatz dazu gilt sie in Asien traditionell als Glücksbringer.

Rabenkrähe

Rabenkrähe (Foto: Marco Sepulveda)

Zu erkennen ist die Rabenkrähe an ihrem vollständig schwarzen Gefieder; selbst der befiederte Schnabelansatz ist schwarz. Raben krähen treten gewöhnlich einzeln oder paarweise auf; lediglich am Schlafplatz kann es zu Ansammlungen kommen. Der Nestbau erfolgt in der Regel in Astgabeln hoher Bäume. Verhaltensforscher attestieren ihnen eine hohe Intelligenz im Sozial-verhalten sowie insbesondere bei der Nahrungsbeschaffung.

Saatkrähen

Saatkrähen (Foto: Marco Sepulveda)

Am deutlichsten unterscheiden sich Saatkrähen von Rabenkrähen durch ihren unbefiederten, grau-weißen Ansatz des schlanken und spitzen Schnabels. Saatkrähen sind während des gesamten Jahres gesellig, brüten in großen Kolonien und nächtigen gemeinsam meist auf Schlafbäumen. Ihre Aktivitätsphase beginnt bereits ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang und endet erst sehr spät.

Star

Star (Foto: Marco Sepulveda)

Der Star ist heute einer der weltweit häufigsten Vogelarten. Sein Gefieder ist wegen des schwärzlich bis grünmetallischen Glanzes auffällig. Eine Besonder-heit ist sein Gesang, den er meist von einer exponierten Warte aus vorträgt. Dabei besitzt er die Fähigkeit, Tierstimmen und Laute zu imitieren, weshalb er auch als "Spötter" bezeichnet wird.

Buchfink

Buchfink (Foto: Marco Sepulveda)

Der Buchfink ist einer der häufigsten Brutvögel Mitteleuropas. Für den Nestbau, der meist in Astgabeln erfolgt, ist ausschließlich das Weibchen zuständig. Die Nahrung, die überwiegend am Erdboden unter rhythmischem Kopfnicken gesucht wird, besteht aus Beeren, Samen, Insekten und Spinnen.

Kernbeißer

Kernbeißer (Foto: Marco Sepulveda)

Der Kernbeißer als größte heimische Finkenart wird auch als "Finkenkönig" bezeichnet. Sein auffälligstes Merkmal ist der große, kräftige Kegelschnabel. In Verbindung mit einer Kräftigen Muskulatur kann er harte Samen, wie beispielsweise Kirschkerne aufbrechen. Als Nistplatz bevorzugt er hohe Obstbäume, Pappeln und Birken.

Buntspecht

Buntspecht (Foto: Marco Sepulveda)

Der Buntspecht ernährt sich überwiegend von Insekten und Larven, die ermit kräftigen Schnabelhieben unter der Borke – bevorzugt im Baumkronenbereich – hervorholt. Unüberhörbar ist das bereits mit ausgehendem Winter einsetzende "Trommeln" (eine schnelle Folge von Schnabelschlägen) der Buntspecht-Männchen. Es signalisiert den Weibchen, dass die von ihm gezimmerte Baumhöhle für die Fortpflanzung bezugsfertig ist.

Girlitz

Girlitz (Foto: Marco Sepulveda)

Der Girlitz ist die kleinste europäische Finkenart. Auffallend ist sein hektisch wirkender, klirrender Gesang, den er von erhöhten Sitzwarten, wie Baumwipfeln und Dachfirsten aus, vorträgt. Girlitze bevorzugen für den Nestbau gut versteckte, vom Weibchen ausgesuchte Orte, die gleichzeitig eine guten Ausblick ermöglichen.

Gimpel oder Dompfaff

Gimpel oder Dompfaff (Foto: Marco Sepulveda)

Der Gimpel oder Dompfaff ist unschwer an seinem leuchtend roten Bauch- und schwarzen Kopfgefieder zu erkennen. Früher stand er symbolhaft für Tölpelhaftigkeit und Ungeschicklichkeit. Sein ursprünglicher Lebensraum sind reine Nadelwälder. In der Folge ist er in Gärten und Parkanlagen nur anzutreffen, wenn in diesen Nadelbäume stocken.

Grünspecht

Grünspecht (Foto: Marco Sepulveda)

Der Grünspecht trommelt seltener als die meisten heimischen Spechtarten. Auffällig und nicht zu überhören ist hingegen sein lauter, markanter "lachender" Reviergesang, der von beiden Geschlechtern geäußert wird. Seine Nahrung besteht vornehmlich aus bodenlebenden Ameisen, weshalb er häufig am Boden zu beobachten ist., was ihm die Bezeichnung "Erdspecht" einbrachte.

Exotischer Wintergast: Seidenschwanz

Seidenschwanz (Foto: Marco Sepulveda)

Der Seidenschwanz, eine exotisch anmutende Vogelart, gilt im Winterhalbjahr als Invasionsvogel. Treten Seidenschwänze im Herbst gehäuft auf, so wird dies bei uns als Vorbote für eine strengen Winter gewertet. In Wirklichkeit hängt dieses Einfallen mit der Gesamtsituation (Brutdichte, winterliches Nahrungsangebot) in ihren Brutgebieten in Skandinavien und Russland zusammen. Übrigens: Nicht geerntete, bereits alkoholreiche Früchte als Nahrung stellen für Seidenschwänze (mit großer Leber) kein Problem dar.

Weitere Informationen

Wissenswertes zur städtischen Flora und Fauna bietet die Reihe "Natur in Freiburg", die in loser Folge im Amtsblatt erscheint.

Bisherige Ausgaben:
Wilder Westen (2,628 MB)
Naturgärten (1,292 MB)
Der Schloßberg (2,248 MB)
Der Schauinsland (1,999 MB)
Der Mooswald (4,337 MB)

Kontakt

Umweltschutzamt
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