Die Weichen nach Norden sind gestellt

Stadtbahn fährt jetzt fast bis nach Gundelfingen

Bislang war das Freiburger Stadtbahnnetz 36,4 Kilometer lang. Mit dem 15. März 2014 ist diese Zahl hinfällig, denn an diesem Tag eröffnet die VAG die neue Stadtbahnlinie Zähringen, die das Streckennetz um 1,8 Kilometer bis Gundelfingen verlängert.

Damit wird Realität, was die Stadt und die Gemeinden der Region vor genau zehn Jahren vertraglich vereinbart haben. Die Stadtbahnverlängerung Zähringen verbessert die ÖPNV-Erschließung der nördlichen Stadtteile und die gesamte städtebauliche Situation am nördlichen Stadteingang. Das 24,5 Millionen Euro teure Projekt wurde zu 80 Prozent von Land und Bund bezuschusst, den Rest teilten sich die VAG, der ZRF und die Stadt Freiburg.

2.500 Anwohner und 6.000 Arbeitsplätze erschlossen

Der neue Streckenabschnitt beginnt an der bisherigen Endhaltestelle Reutebachgasse und verläuft über die Zähringer Straße und die Gundelfinger Straße bis zur Gemarkungsgrenze Gundelfingen, wo sie in einer Wendeschleife endet.

Über insgesamt vier neue, rollstuhlgerechte Haltestellen (siehe Plan) erschließt die Strecke rund 2500 Einwohner, 6000 Arbeitsplätze sowie das Einkaufszentrum an der Gundelfi nger Straße und den südlichen Bereich des Industriegebiets Gundelfingen.

Neben der Endhaltestelle entstand außerdem ein großer Park+Ride-Platz für 335 Autos, der Pendlern den Umstieg in den öffentlichen Nahverkehr erleichtert. Die Endhaltestelle ist zugleich eine Drehscheibe im Busnetz mit zahlreichen Anschlüssen an städtische und regionale Buslinien. Und Radfahrer finden überdachte Radparkplätze und ein Dutzend verschließbare Fahrradboxen für die besonders sichere Unterbringung. Auch an die Fußgänger ist gedacht: Eine Treppe verbindet die Hans-Bunte-Straße mit der P+R-Anlage, sodass die Stadtbahnhaltestelle aus dem Industriegebiet Nord gut zu erreichen ist.

Mehr Platz für Radler und Fußgänger

Mit dem Bau der Stadtbahnlinie wurde auch der Straßenraum von Zähringer und Gundelfinger Straße neu aufgeteilt. Die bisherige Haltestelle Reutebachgasse rückte nach Norden zum Platz der Zähringer und verbindet nun das Stadtteilzentrum besser mit dem Nahverkehr, was vor allem Ältere und Gehbehinderte freuen wird. Das Ortszentrum bietet jetzt mehr Platz für Fußgänger als vorher, und die Tempo-30-Regelung trägt zur Verkehrsberuhigung bei. Erst nördlich der Bahnunterquerung ist wieder Tempo 50 erlaubt. Für Radler gibt es jetzt erstmals eine ordentliche Verkehrsführung, die sicheres und zügiges Radeln ermöglicht.

Mit der Stadtbahnstrecke bis zur Gemarkungsgrenze Gundelfingen ist eine weiterer Baustein des Gesamtprojekts „Stadtbahn in die nördlichen Stadtteile“ realisiert. Der erste Baustein war die Neugestaltung der Habsburgerstraße, die 2010 eröffnet wurde. Der nächste Schritt könnte frühestens ab 2018 die Verbindung mit der Breisgau-S-Bahn sein, die am nordöstlichen Rand Gundelfingens eine Haltestelle erhalten soll. Voraussetzung hierfür ist, dass die Gemeinde Gundelfingen und der Zweckverband Regio Freiburg (ZRF) die Strecke von der Endhaltestelle bis dorthin verlängern.

Verkehrsberuhigung für Zähringen

Letzter Akt des Gesamtprojekts wäre die Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der südlichen Zähringer Straße. Voraussetzung hierfür ist der Ausbau der B 31: Erst wenn der bisher nur stadteinwärts führende Ast der B 31 zwei stadtauswärtsführende Fahrspuren erhält und damit der Verkehr in beiden Richtungen möglich ist, kann ein Großteil der täglich 40 000 Fahrzeuge Zähringen umfahren. Platz für die zusätzlichen Fahrspuren gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Nord. Die von Zähringen stadtauswärts führenden Fahrspuren der Isfahanallee könnten dann zurückgebaut werden. Ein Bebauungsplan und der Antrag auf Bundesfördermittel sollen bis 2016 stehen. Vor 2020 ist jedoch nicht mit dem Start des rund 30 Millionen Euro teuren Projekts zu rechnen.

Stadtbahn Zähringen - Anschluss nach Norden
14.03.2014
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Brückenbau in Volksfestatmosphäre

Zweieinhalb Jahre Bauzeit und vier Stunden Hochspannung

Über zweieinhalb Jahre dauerten die Bauarbeiten an der Stadtbahn Zähringen, aber das Wochenende vom 22. und 23. September 2012 wird den Ingenieuren und Technikern noch lange in Erinnerung bleiben. Innerhalb von vier Stunden wurde das neue Stadtbahn-Brückenbauwerk in den Bahndamm der Güterbahnlinie geschoben, die für dieses Wochenende gesperrt war.

Bei der spektakulären Aktion bewegten Hydraulikpressen den 3000 Tonnen schweren und 17 Meter langen Betonrahmen, der zuvor neben der Bahnlinie errichtet worden war. Millimetergenau und mit einer Geschwindigkeit von sieben Metern pro Stunde rückten sie das Schwergewicht an seinen Platz. Hunderte von Schaulustigen applaudierten, und nach drei Tagen konnte die Gleislücke wieder geschlossen und die Sperrung der Bahnlinie aufgehoben werden. Das neue Brückenbauwerk, das neben der bisherigen Unterführung entstand, schafft Platz für die Stadtbahn und auch für Radler und Fußgänger.

In den 32 Monaten Bauzeit nach dem ersten Spatenstich am 26. Juli 2011 geschah aber noch viel mehr. Zunächst erstreckten sich die Arbeiten auf den Untergrund, denn fast alle Kanäle und Versorgungsleitungen waren zu erneuern und neu zu sortieren. Deshalb waren neben der VAG und dem Garten- und Tiefbauamt, die das ganze Projekt koordinierten, auch die Deutsche Bahn, die Badenova, die Abwasser Freiburg GmbH und die Telekom mit im Boot. Auch das „Freimachen“ des Baufeldes, die Räumung der Kleingartenanlage Vordermatte an der Gemarkungsgrenze und der Abbruch mehrerer Gebäude gehörten zu den ersten Arbeiten.

Erst dann konnten im Februar 2012 die Gleis- und Straßenbauarbeiten beginnen, in deren Verlauf zunächst der Nordabschnitt zwischen Güterbahn und Wendeschleife mit dem großen P+R-Platz fertiggestellt wurde. Im Jahr 2013 folgten dann die Arbeiten im südlichen Teil zwischen Güterbahn und Isfahan allee. Hier mussten die Arbeiten im öffentlichen Straßenraum mit privaten Bauprojekten koordiniert werden. Besonders aufwendig waren die insgesamt vier Ingenieurbauwerke. Neben der Eisenbahnunterführung waren dies die neue Brücke über den Dorfbach, eine Stützwand an der Haltestelle Berggasse und der Brückensteg zu den westlich der Gundelfinger Straße liegenden Einkaufszentren. Die Dorfbachbrücke musste erneuert werden, weil das alte Bauwerk statisch und von den Abmessungen her nicht geeignet war, die Stadtbahnlinie aufzunehmen. Im Rahmen eines kleinen Festes wurde im vergangenen November die restaurierte Figur des Brückenheiligen Nepomuk angebracht und geweiht. Für den Betrieb der Stadtbahn war außerdem der Bau zweier Gleichrichterwerke sowie eines Gebäudes mit Sozialräumen für das VAG-Personal auf dem P+R-Platz erforderlich.

Letzter Akt der Bauarbeiten war die Montage der Fahrleitungen und der Signalanlagen sowie die Elektroverkabelung. Im Februar 2014 konnte die VAG dann den Probebetrieb aufnehmen und die Schaffner auf der neuen Strecke schulen. Zum Abschluss pflanzte die VAG noch 180 Bäume, und die Stadt legte einige kleinere Grünflächen an. Außerdem wird der Dorfbach auf einer Länge von 230 Metern renaturiert; beim P+R-Platz ist das schon passiert, unterhalb der Dorfbachbrücke beginnen die Arbeiten demnächst.​


Bürgerbeteiligung mit EU-Unterstützung

Planung unter vielen Blickwinkeln

Wohl nie zuvor ist in Freiburg ein Verkehrsprojekt unter so ausführlicher Beteiligung der Bürgerschaft geplant worden. Möglich wurde dies durch das Eu-Projekt "Genderalp!", an dem die Stadt Freiburg ab 2005 teilgenommen hat. Dabei haben die Fachleute systematisch die aspekte der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt. Mit Erfolg: Die Verlängerung der Stadtbahn stieß im Stadtteil auf breite akzeptanz – und der Gemeinderat beschloss, dieses Projekt mit oberster Priorität anzugehen.

Jeder Mensch sieht seine Umgebung mit eigenen Augen - und entsprechend unterschiedlich sind die Bedürfnisse. All diese versuchen die planenden Fachleute in den Büros der Stadtverwaltung und der Verkehrs AG natürlich zu berücksichtigen - doch erst das Wissen der „Experten vor Ort“ macht die Planung rund. Wo sind die Geheimwege, die Kinder gerne benutzen? Wo sind die Hindernisse für Rollstühle oder Rollatoren? Wo machen die Älteren gerne mal eine Pause? Welche Zufahrt ist unübersichtlich und daher gefährlich? Wo kommen die Kunden von Bäckerei und Blumenladen her?

Um diesen „Wissensschatz“ zu bergen, hat die Stadtverwaltung in Zähringen alle Register gezogen. Zwischen Oktober 2005 und November 2006 fanden mehrere Workshops mit der Bevölkerung, diverse Stadtteilrundgänge mit unterschiedlichen Gruppen (Männer, Frauen, Kinder, Jugendliche, Ältere, Behinderte) und Arbeitsgespräche mit Geschäftsleuten statt. Außerdem gab es begleitende, interdisziplinär besetzte Gremien. Letztlich konnten sich alle, die sich beteiligen wollten, aktiv in den Planungsprozess einbringen - manchen genügte dafür die einmalige Teilnahme an einer Informationsveranstaltung, andere rangen bis zuletzt um Details der Planung. Und was ist unterm Strich rausgekommen?

Grundlegende Veränderungen hat es nicht gegeben; doch zwei Dinge haben sich auf jeden Fall gelohnt: Für die Planer war es das gute Gefühl, wirklich alle Aspekte berücksichtigt zu haben. Eine Überraschung im Sinne von „hätten wir das mal vorher gewusst“ wird es in Zähringen eher nicht geben. Und zum Zweiten hat „Gender Alp!“ zu hoher Akzeptanz im Stadtteil geführt, die selbst in den heißesten Bauphasen mit massiven Verkehrseinschränkungen nicht dauerhaft gelitten hat. Und das Beste von allem: Mitte März 2014 rollt die Bahn - das hätte zum Abschluss des Beteiligungsprozesses vor rund sieben Jahren kaum jemand geglaubt.


Direktanschluss zum Hauptbahnhof

Außer der 2 fährt in Spitzenzeiten auch die Linie 5 nach Zähringen

Doppelt hält besser: Mit Eröffnung der Stadtbahnverlängerung fährt nicht nur die Linie 2 nach Zähringen, sondern in den Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags auch die Linie 5. Das ist besonders für Bahnpendler interessant, da Zähringen damit Direkt anschluss an den Hauptbahnhof erhält.

Im Wesentlichen bleibt mit der Eröffnung des neuen Streckenabschnitts das Bus- und Stadtbahnnetz weitgehend unverändert. Alle vier Stadtbahnlinien werden tagsüber wie gewohnt im 7,5-Minuten-Takt fahren. Bei den Linien 1 und 3 ergeben sich keinerlei Änderungen. Für die Stadtbahnlinie 2 aus Günterstal ist jetzt folglich nicht mehr an der bisherigen Endhaltestelle Reutebachgasse Schluss, sondern erst an der Wendeschleife „Gundelfinger Straße“. Eine längere Strecke legt jetzt auch zeitweise die Linie 5 aus dem Rieselfeld zurück. Während sie bislang in der Hornusstraße wendete, geht es nun in den Spitzenzeiten weiter bis zur Endhaltestelle in Zähringen. Dort gibt es also tagsüber je nach Tageszeit zwischen 8 und 16 Fahrten pro Stunde in jeder Richtung.

Neue Endhaltestelle für die VAG-Busse

Da viele der Freiburger Omnibuslinien auf die Stadtbahnstrecken ausgerichtet sind, ergeben sich auch Änderungen im Busverkehr. Betroffen sind dabei die Buslinien 22, 24 und 25. Diese enden nicht mehr wie bisher an der Haltestelle „Mooswaldallee“, sondern an der neuen Stadtbahnwendeschleife „Gundelfinger Straße“. Dadurch wird Linie 23 hinfällig, die bisher zwischen Mooswaldallee und Hornusstraße verkehrte.

Auch bei den Bussen der Linien 15 und 16, die Gundelfingen und das Wildtal andienen, ergeben sich Änderungen. So endet die Linie 16 an der Gundelfinger Straße. Die Linie 15 bietet Umsteigemöglichkeiten auf die Stadtbahn sowohl an der Berggasse als auch an der Gundelfinger Straße. Die Omnibuslinie 27 wird noch bis zur Inbetriebnahme der Stadtbahn Messe über den Bertoldsbrunnen geführt.

Drehscheibe für das regionale Busnetz

Mit Inbetriebnahme der Stadtbahnverlängerung Zähringen gelten in der Region auch neue Bus- und Bahnfahrpläne. Für die Verbindungen ins Freiburger Umland gibt es dabei erhebliche Veränderungen – und eine neue Drehscheibe für den Busverkehr an der Endhaltestelle Gundelfinger Straße.

Die Südbadenbus (SBG) nutzt die Inbetriebnahme der Stadtbahn, um ihren Fahrplan für die Region nördlich von Freiburg grundsätzlich neu zu ordnen. So erhalten viele Linien neue Routen. Und am Bahnhof in Denzlingen entsteht – zunächst provisorisch – ein kleiner Busbahnhof, der den Umstieg vom Zug zum Bus oder von Bus zu Bus erleichtert.

Auch die Firma Binninger aus Vörstetten, die die 200er-Linien im RVF betreibt (Anbindung von Vörstetten, Reute, Nimburg), ordnet zu diesem Zeitpunkt die Linien neu. Prinzipiell gibt es künftig bessere Verbindungen und mehr Fahrten. Allerdings ist in der Regel der Umstieg an der Gundelfinger Straße auf die VAG-Stadtbahn erforderlich, während es vorher (wenn auch mit weniger Fahrten) direkt zum Zentralen Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof Freiburg ging.

Zusätzlich zu den Buslinien der VAG (siehe oben) verkehren folgende regionale Buslinien ab der Haltestelle Gundelfinger Straße:

  • Linie 200: "Schnellbus" Freiburg ZOB – Gundelfi nger Straße – Vörstetten
    (eine Fahrt Mo – Fr)
  • Linie 201: Gundelfinger Straße – Vörstetten – Reute – Nimburg
    (Mo – Fr in der Regel stündlich, mit Zusatzfahrten in der Hauptverkehrszeit)
  • Linie 7200.1: Freiburg ZOB – Gundelfinger Straße – Wasser – Emmendingen
    (einzelne Fahrten zur Hauptverkehrszeit und abends)
  • Linie 7206.1: Freiburg ZOB – Gundelfinger Straße – Waldkirch – Bleibach
    (eine Fahrt)
  • Linie 7209.1: Freiburg ZOB – Gundelfinger Straße – Denzlingen (einzelne Fahrten morgens/abends)
  • Linie 7203 (neu): Freiburg ZOB – Gundelfinger Straße – Denzlingen Heidach – Denzlingen Bahnhof
    (Mo – Fr einzelne Fahrten zur Hauptverkehrszeit, samstags und sonntags stündliches Angebot)

Fahrplaninformationen im Internet unter:
www.vag-freiburg.de
www.rvf.de
www.suedbadenbus.de


Neue Verkehrsführung in Zähringens Mitte

Alles neu für alle

Zwar heißt das Projekt "Stadtbahnverlängerung Zähringen", doch de facto hat der Stadtbahnbau im Herzen Zähringens Auswirkungen für alle Verkehrsarten und -teilnehmer. Neben den Stadtbahn-Reisenden profi tieren auch Radfahrer und Fußgänger erheblich von dem Umbau. Die zuvor stellenweise katastrophalen Verhältnisse gehören der Vergangenheit an.

Anders als früher hat jetzt nicht mehr der Durchgangsverkehr oberste Priorität. Während er vor dem Umbau bis zu 60 Prozent des Verkehrs im Zähringer Ortskern ausmachte, soll ein Großteil künftig die leistungsfähige Umgehungsstraße nutzen. Das ist in jedem Fall schneller, denn in Zähringen gilt bis zur Güterbahnbrücke aus Lärmschutzgründen durchgängig Tempo 30.

Außerdem ist die Fahrbahn an vielen Stellen so schmal, dass Radfahrer nicht mit ausreichendem Abstand überholt werden können. Daher gilt für den Autoverkehr der klare Tipp: Wer von Norden kommend Richtung Innenstadt fährt oder in umgekehrter Richtung nach Gundelfingen will, fährt am besten über die B 3, die auf diesem Streckenabschnitt Isfahanallee heißt. Wer mit dem Rad unterwegs ist, wird erfreut feststellen, dass jetzt endlich eine entspannte Fahrt durch Zähringen möglich ist. Weil aber nicht überall genug Platz für eine einheitliche Lösung für den Radverkehr war, wechseln sich verschiedene Formen der Wegeführung ab. So gibt es teilweise separate Radwege (Zähringer Straße bis Kirchhofweg), Schutzstreifen (Johannesgasse bis zur Bernlappstraße) oder Radstreifen (Gundelfi nger Straße stadteinwärts).

Dazu kommen Streckenabschnitte, wo der Platz für einen separaten Radstreifen oder Radweg nicht gereicht hat. Hier fahren die Radler - wie in Tempo-30-Zonen üblich - im fließenden Verkehr auf der Fahrbahn mit. Die engste Stelle findet sich zwischen Bernlappstraße und Berggasse. Hier war zum Teil nicht mal genügend Platz für einen eigenen Gleiskörper, sodass sich Stadtbahn, Autos und Radfahrer die Fahrbahn teilen müssen. Eine Verbreiterung des Straßenraumes wäre nur mit dem Abriss weiterer Häuser möglich gewesen. Aber auch so läuft es verblüffend reibungslos - und für Radler ist es ohnehin am sichersten, wenn sie im direkten Blickfeld der Autofahrer unterwegs sind. Um zu verhindern, dass Radler von überbreiten oder schlecht geparkten Autos behindert werden, sind die parallel zur Straße angelegten Parkplätze meist extra breit. Dadurch ragen auch Lieferfahrzeuge nicht in die Fahrbahn, und Radler werden nicht durch unvorsichtig geöffnete Türen gefährdet.

Ab der Güterbahnbrücke haben die Radfahrer stadtauswärts dann die Wahl: Entweder fahren sie weiter gemeinsam mit den Autos auf der gut ausgebauten Straße - oder sie benutzen den zum Radeln freigegebenen Gehweg mit. Eine kleine Besonderheit gibt es noch für alle, die vom P+R-Platz an der Wendeschleife auf kürzestem Weg Richtung Industriegebiet Nord fahren wollen. Ausnahmsweise ist das Radfahren auch auf der linken Seite über die Brücke der B 3 erlaubt. Wegen entgegenkommender Radler, Fußgänger und an Einmündungen ist aber höchste Vorsicht und der möglichst rasche Wechsel auf die "richtige" rechte Seite empfohlen.

Unterm Strich haben es die Fachleute im Garten- und Tiefbauamt geschafft, unter räumlich teils sehr schwierigen Rahmenbedingungen gute Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer zu finden. Lob gibt es dafür sogar vom sonst eher kritisch eingestellten ADFC. Auf seiner Freiburger Internetseite schreibt der Fahrradclub: "Die katastrophale Situation des Radwegs in Zähringen hat sich im Zuge der Umbaumaßnahmen bezüglich der Stadtbahnerweiterung nach Gundelfi ngen stark verbessert."

Lediglich die Schutzstreifen sieht der ADFC wegen des Abstands zu parkenden Kfz skeptisch. Ganz zuletzt seien die genannt, die uneingeschränkt vom Umbau profi tieren: Fußgänger und Stadtbahnnutzer. Erstmals gibt es in Zähringens Ortsmitte fast überall ausreichend breite und bestens begehbare Wege. Da ist es fast schon schade, dass die nächste Stadtbahnhaltestelle jetzt so schnell erreicht ist...


Veröffentlicht am 14. März 2014

Technikfakten

500 Tonnen Stahl

Streckenlänge: 1 800 m
Haltestellen: 4
Schienen: 7 200 m
Schienenstahl: 500 t
Fahrleitungen: 6 400 m
Leitungsmasten: 79
Bodenaushub: 30 000 m³
Schüttmaterial: 33 000 m³
Asphalt: 13 000 t
Beton: 1 200 m³
Pflaster: 11 000 m²
Baumpflanzungen: 180

Finanzierung

Kosten und Zeit –
alles nach Plan


Die Stadtbahnverlängerung Zähringen wurde nicht nur vor der geplanten Frist, sondern auch innerhalb des vorgesehenen Kostenrahmens fertiggestellt. Die Investitionen für das gesamte Projekt einschließlich des Park-and-Ride-Platzes belaufen sich auf 24,5 Millionen Euro netto. Bau- und Kostenträger ist die Freiburger Verkehrs AG (VAG).

80 Prozent der förderfähigen Kosten kommen als Zuschuss nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz von Bund und Land. Förderfähig sind, vereinfacht gesprochen, alle unmittelbar durch den Stadtbahnbau verursachten Kosten. Nicht förderfähig waren Teile des Straßenumbaus, der Rad- und Gehwege und Fahrradabstellplätze.

Da diese Stadtbahnverlängerung innerhalb des Konzepts "Breisgau-S-Bahn 2020" als „regional bedeutsam“ eingestuft ist, finanziert der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) einen Teil der nicht durch Bundes- oder Landeszuschüsse getragenen Kosten. Der Eigenanteil der Freiburger Verkehrs AG beträgt knapp 5,4 Millionen Euro.