Tag des Freiwilligen Engagements: Engagement tut der Stadt gut und macht Freiburg reich und liebenswert

Am 10. Dezember wenige Tage nach dem Internationalen Tag des Freiwilligen Engagements veranstaltete die Stadt gemeinsam mit der Katholischen Hochschule im Bürgerhaus Seepark die 18. Festveranstaltung, um die Leistungen bürgerschaftlich und freiwillig engagierter Bürgerinnen und Bürger zu würdigen. Im Rahmen der Veranstaltung mit rund 400 Personen ehrte Oberbürgermeister Horn stellvertretend vier Personen und vier Projekte. Darüber hinaus wurden zum 8. Mal der Wilhelm Oberle-Sozialpreis und der AOK-Präventionspreis für gesundheitliches Engagement vergeben.

Städtische Würdigung des freiwilligen, bürgerschaftlichen Engagements

Für Oberbürgermeister Horn stärkt das bürgerschaftliche Engagement durch das Für- und Miteinander den sozialen und demokratischen Zusammenhalt des Gemeinwesens. Er hob hervor: "Freiburg bietet Dank seiner lebendigen Vielfalt viele Möglichkeiten, um Erfahrungen, Kompetenzen und Vorlieben zur Förderung Freiburgs kreativ und bürgerschaftlich einzubringen. Davon profitieren alle außerordentlich und es macht unsere Stadt reich und liebenswert.“
Eine Jury unter Leitung des Ersten Bürgermeisters von Kirchbach traf eine Auswahl aus den fast 40 Personen- und Projektvorschlägen. Stellvertretend für die Gesamtheit der Engagierten wurden folgende Personen geehrt:


Gabriele Fabri, ist seit mehr als zehn Jahren in Wohnheimen für Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigungen wie dem Haus Wonnhalde, dem Haus St. Konrad aber auch im Arbeitskreis Behinderte an der Christuskirche engagiert. Trotz eigener körperlicher Einschränkungen betreut sie ein bis zwei Mal pro Woche á 3 Stunden Menschen bei Spaziergängen, sowie bei Spiel-, Gesprächs- und Nähangeboten, um sie zu begleiten, zu begeistern oder sie anzuregen.

Konrad Reich engagiert sich seit 40 Jahren in Hochdorf. Vom Hochdorfer Waldhock, über die Chorvereinigung bis hin zur Kirchen-Bibliothek ist er mit Tat, Rat und Werkzeugkoffer aktiv. Aber nicht nur dort, vor allem sind es die Hochdorfer Gemeinschaftseinrichtungen, für die er sich unermüdlich und zuverlässig einsetzt. Dank vielfältiger praktischer, organisatorischer und technischer Erfahrungen und seine soziale Vernetzung ist er ein wichtiges Bindeglied in der Hochdorfer Engagementlandschaft.
 
Karl-Heinz Winkler hat vor dreizehn Jahren einen Engagementaufruf für die Begegnungsstätte der Seniorenwohnanlage Kreuzsteinäcker gelesen und ist seit dem bei der Essensausgabe engagiert. Mit seinen 82 Jahren muntert er die Heimbewohner*innen auf, regt zu Gesprächen an und bietet den Menschen etwas Abwechslung in ihrem Wohnheimalltag. Als Mitglied des Vereins „Freundeskreis Altenhilfe“ tauscht er sich mit anderen Engagierten über die Erfahrungen in der Einrichtung aus und sammelt Anregungen für seinen Einsatz.

Hanna Wagener ist seit 1994 Mitbegründerin des künstlerisch-therapeutischen Vereins „Räume für Kunst und Therapie“ in der Sternwaldstraße. Als das Angebot aus finanziellen Gründen hätte beendet werden müssen, hat sie viel unternommen, um das Angebot zu sichern und den Verein zu erhalten. Darüber hinaus engagiert Sie sich seit mehr als zehn Jahren beim Aufbau einer außerstationären Begleitung und Unterstützung für Betroffene gerade auch in Krisensituationen. So gründete sie 2011 den Verein Außerstationäre Krisenbegleitung um Betroffene, Angehörige und Interessierte zu informieren und zu schulen sowie ehrenamtliche Begleter*innen für psychische Krisen zu gewinnen.

Das „Kernteam des Zeltlagers Haslach-Rieselfeld-Weingarten", dass einerseits beispielhaft für kirchliches Jugendengagement ist und andererseits Stadtteile miteinander verknüpft, in der die kirchliche Jugendarbeit im Umbruch ist. Seit 2006 kommen rund 150 junge Menschen jährlich für zehn Tage unabhängig von Religion, Bildung und Herkunft auf dem selbstorganisierten, überkonfessionellen Lager zusammen. Rund 40 Leiterinnen und Leitern von 17 - 27 Jahren sowie ein Küchenteam von ca. 5 Personen organisieren das Angebot. Die Gesamtleitung hat jeweils das dreiköpfige „Kernteam“ der Leiterrunde. Mit dem Angebot übernehmen junge Erwachsene Verantwortung, lernen Kinder und Jugendliche Sozialkompetenz, Teamarbeit und werden nebenbei zu Projektmanager*innen.

Der Verein „Bildung für alle“ vermittelt mit über 70 freiwillig Engagierten aktuell über 240 Menschen mit Migrations- oder Fluchhintergrund die deutsche Sprache und Schrift kostenfrei. Sieben Festangestellte kümmern sich um die Organisation der drei Abende pro Woche mit elf unterschiedlichen Niveau-Klassen in den Räumen der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule. 18 weitere Ehrenamtliche helfen bei der Kinderbetreuung, die Platz für 35 Kinder im Alter von 6 Monaten bis zehn Jahren bietet. Das Angebot ermöglicht zum einen eine Frauenquote von mittlerweile 30 Prozent in den Deutschkursen, zum anderen schafft es für die Kleinen und deren Eltern einen Raum der Begegnung und Kommunikation.

Das Reparatur-Café Freiburg entstand über Spendenaufrufe und Fördergelder, konnte Spezialwerkzeuge, Lötkolben, Messgeräte, Lampen, Kleinteile und vieles mehr anschaffen und kann so komplizierte Reparaturen, wie an Notebooks, Bildschirmen oder Smartphones, durchführen. Neben technischen Geräten werden auch Kleidungsstücke repariert und die selbstgebackenen Kuchen laden zum Gespräch ein. So wurden für viele Menschen, die sich neue Geräte oder teure Reparaturen nicht leisten können, bisher über 1000 Geräte vor dem Elektronikschrott gerettet. Einige wurden dadurch zu ehrenamtlichen HelferInnen.

Seit 2015 gibt es die Initiative KulturWunsch Freiburg. Aktuell sind etwa 1.200 Gäste und 40 Gruppen (z.B. Arbeitslosenprojekte, Flüchtlingswohnheime, Jugendgruppen, Projekte für Alleinerziehende) registriert. Über 3.800 Karten konnten allein im letzten Jahr an KulturGäste vermittelt werden. Zu der Vermittlung der Karten gehört dass die KulturGäste manchmal in einem persönlichen Gespräch beraten und motiviert werden. Das Veranstaltungsangebot ist so bunt wie das Kulturangebot in Freiburg sein kann. Ob Lesungen, Konzerte, Revues oder Ausstellungen, das Angebot erscheint genauso unerschöpflich wie auch das Engagementinteresse.

Mit dem AOK-Gesundheitspreis ausgezeichnet wurde die Telefonseelsorge Freiburg. Allein in 2017 verfassten die über 80 Ehrenamtlichen mehr als 700 Chats und aus 16.270 Anrufen wurden fast 13.000 seelsorgerliche Gespräche. Die Ehrenamtlichen organisieren ihren Dienste rund um die Uhr eigenständig helfen verzweifelten und einsamen Menschen und machen Mut. Sie begreifen ihr Engagement als eine gesellschaftliche Aufgabe – angesichts der vielen, die sich nicht ausreichend wahrgenommen fühlen.

Den Wilhelm-Oberle-Sozialpreis erhielt Beate Hauser. Sie leitet seit mehr als 10 Jahren die Außenstelle des Weißen Rings. Der Verein betreut jährlich rund 150 Opfer von Straftaten. So berät Frau Hauser Opfer, vermittelt Rechtsanwälte und Psychotherapeuten, unterstützt bei der Beantragung von Hilfen nach dem Opferentschädigungsgesetz, begleitet zu Gerichtsverfahren und beantragt finanzielle Mittel in Notlagen. Sie engagiert sich mit außergewöhnlichem Einsatz und betreut die Opfer teilweise jahrelang.

Weitere Informationen sind über die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Freiburg zu erhalten :
Tel. 0761/201-3052
gerhard.rieger@stadt.freiburg.de

Kontakt

Koordinationsstelle Bürgerschaftliches Engagement
Rathausplatz 2-4
79098 Freiburg
E-Mail
Fax (07 61) 2 01-30 99
Herr Rieger
Telefon (07 61) 2 01-30 52