Städtische Gesellschaften und Eigenbetriebe

Beteiligungsbericht 2022

Eine Straßenbahn fährt am Abend am Freiburger Theater vorbei
Ein Bild, zwei Töchter: Die VAG hält Freiburg fast rund um die Uhr in Bewegung, das Theater sorgt für Kultur in der Stadt.  (Foto: Seeger/Stadt Freiburg)

Die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe sorgen unter anderem dafür, dass es in Freiburg bezahlbare Wohnungen, öffentlichen Nahverkehr und Schwimmbäder gibt, dass der Müll abgeholt wird und das Theater Schauspiel ­bietet. Der jetzt vorgestellte Beteiligungsbericht zeigt, dass Corona zwar noch die Bilanzen trübt, aber auch eine Erholung absehbar ist.

Im Haupt- und Finanzausschuss vergangenen Dienstag haben die Geschäftsführungen die vielfältige Leistungsbilanz der städtischen Töchter vorgestellt und auf die Jahre 2021 und 2022 zurückgeblickt. Ende Januar wird sich der Gemeinderat noch einmal mit den Berichten befassen. Oberbürgermeister Martin Horn unterstreicht die Bedeutung der städtischen Beteiligungen für Freiburgs Zukunft: „Von den städtischen Gesellschaften, Eigenbetrieben und Zweckverbänden gehen wichtige wirtschaftliche, nachhaltige und soziale Impulse für Freiburg und die Region aus.“

Finanzbürgermeister Stefan Breiter betont: „Die Bedeutung der städtischen Beteiligungen im Konzern Stadt Freiburg ist immens. Deshalb ist es wichtig, dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit mit dem Beteiligungsbericht einen kompakten Überblick zu den vielfältigen Leistungen und zur Wirtschaftlichkeit der städtischen Beteiligungen zu geben.“

Im Berichtsjahr 2021 erwirtschafteten die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe trotz der Coronapandemie einen Gesamtumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und investierten rund 228 Millionen Euro. Der städtische Haushalt nahm gut 14 Millionen Euro durch die Gesellschaften ein und gab rund 55 Millionen Euro für die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe aus.

Erholung nach Corona

Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren gab es auch in 2021 noch erhebliche Umsatzeinbußen bei den städtischen Gesellschaften. Insgesamt lässt sich seitdem aber eine Erholung der Umsätze feststellen. Seit diesem Jahr haben sich aufgrund der Ukraine-Krise die Risiken auf die Kostenseite verschoben – hohe Kosten für Energie, Lieferketten und Personal erschweren das Geschäft.

Der Umsatzanstieg um rund 101 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf ein Plus bei der Badenova aufgrund der Witterungsbedingungen, auf höhere Umsätze der FSB aus dem Bauträgergeschäft und zusätzliche Umsätze aus der Vermietung der Messehallen als Impfzentrum zurückzuführen. Wie bereits in den vergangenen Jahren hat die Badenova mit rund einer Milliarde Euro den höchsten Umsatz aller städtischen Gesellschaften erwirtschaftet und steht wieder an der Spitze. Danach folgen die Freiburger Stadtbau mit 97 Millionen Euro, die Freiburger Verkehrs AG (VAG) mit 70 Millionen Euro und die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF) mit fast 44 Millionen Euro Umsatz.

228 Millionen Euro investiert

Auf der Investitionsseite notiert der Beteiligungsbericht im Jahr 2021 für alle städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe 228 Millionen Euro – 15 Millionen weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter ist auch hier die Badenova mit fast 90 Millionen Euro. 51,7 Millionen Euro waren es beim Stadtbau-Verbund, 40,4 bei der VAG.

Der Schuldenstand für alle Gesellschaften erhöhte sich zum 31. Dezember 2021 insgesamt von 783 Millionen Euro auf 829 Millionen Euro, die der Eigenbetriebe verringerte sich geringfügig auf 257 Millionen Euro.

Fast 4000 Mitarbeitende

Die städtischen Gesellschaften und Eigenbetriebe zählen auch zu den großen Arbeitgeberinnen in Freiburg. Durchschnittlich waren im Jahr 2021 3911 Personen inklusive Auszubildende bei den städtischen Gesellschaften und Eigenbetrieben beschäftigt – etwa 80 mehr als im Vorjahr.

Corona hat zwar die Bilanzen getrübt, aber nicht den Ehrgeiz. So haben die städtischen Gesellschaften trotz der Pandemie auch 2022 viele wichtige Projekte der Stadt vorangetrieben, zum Beispiel diese:

  • Der Bau der Stadtbahn Waldkircher Straße als letztes Projekt des bisher beschlossenen Stadtbahnprogramms steht kurz vor dem Abschluss.
  • Die Stühlingerbrücke am Hauptbahnhof als zentrales Element der städtischen Infrastruktur wird im laufenden Betrieb saniert.
  • Beim Neubau der Staudinger-Gesamtschule ist der erste Bauabschnitt bereits fertig und der nächste des 100-Millionen-Euro-Projekts im Bau.
  • Fast 200 neue Wohneinheiten tragen zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt bei. Die Sanierung der denkmalgeschützten Knopfhäusle-Siedlung ist schon zur Hälfte fertig.

Auch für die Zukunft sind die Gesellschaften gut gerüstet und haben ehrgeizige Ziele. So setzt die FSB das im Mai 2020 beschlossene Konzept „FSB 2030“ mit über 300 neuen Wohnungen pro Jahr Schritt für Schritt um. Zuwachs plant auch die VAG: Neue E-Busse und Stadtbahnen sind bestellt, zwei neue Stadtbahnlinien nach Dietenbach und Littenweiler sind in Planung.
Darüber hinaus arbeiten 2023 alle städtischen Beteiligungen und Eigenbetriebe weiter an der Umsetzung der Klimaneutralitätsziele – mit dem ambitionierten Ziel, 2035 im „Konzern Stadt Freiburg“ klimaneutral zu sein.

Zur Pressemitteilung zum Thema: www.freiburg.de/pb/2009049
Beteiligungsbericht unter: freiburg.de/beteiligungsbericht

Veröffentlicht am 18. Januar 2023
Kommentare (0)
Kommentare abonnieren
Kommentar
Es können folgende HTML-Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>