Spektakulärer Auftakt

Neuer Aufzug am Hauptbahnhof

Viel Fingerspitzengefühl brauchte der Kranfahrer, als er das 9,4 Tonnen schwere Aufzuggerüst auf sein Fundament setzte. (Foto: Seeger/Stadt Freiburg)

Eine spektakuläre nächtliche Aktion konnten Passanten vergangene Woche am Hauptbahnhof erleben: An der Stadtbahnbrücke hob ein großer Kran das 9,4 Tonnen schwere Gerüst für den neuen Aufzug zu Gleis 8 an seine endgültige Stelle.

Stadtbahnbrücke besser erreichen

In den nächsten Wochen werden Kabine, Motor und alle für den Betrieb notwendigen mechanischen Teile in das Aufzugsschachtgerüst eingebaut. Ab November kann der neue Fahrstuhl dann voraussichtlich genutzt werden. Danach geht es nahtlos weiter mit dem Abriss und Neubau des Aufzugs an Gleis 1.

Die Aufzüge und Rolltreppen an der Stadtbahnbrücke sind 39 Jahre alt, von ihren Maßen her nicht mehr zeitgerecht und zunehmend störungsanfällig. Die letzte Sanierung fand in den Jahren 2008 und 2009 statt. Nicht zuletzt wegen der schwierigen Ersatzteilbeschaffung kam es insbesondere bei den Rolltreppen in jüngster Zeit immer wieder zu längeren Stillstandzeiten, auch die Aufzüge fielen vereinzelt aus.

Hauptbahnhof soll barrierefrei werden

Die Arbeiten für den neuen Aufzug an Gleis 8 hatten bereits im Mai begonnen. Sie sind der Startschuss für den Neubau aller fünf Aufzüge und der beiden Rolltreppen an der Stadtbahnbrücke, die von der Freiburger Verkehrs AG (VAG) betrieben werden. Da die Bahnsteige der Deutschen Bahn am Freiburger Hauptbahnhof bislang über keine eigenen Aufzüge verfügen, dienen die Lifte der VAG vielen Menschen nicht nur für den Umstieg zwischen Zug und Stadtbahn, sondern auch für den Wechsel von einem Bahnsteig zum anderen. Um das zu ändern und die Barrierefreiheit vor Ort zu verbessern, will die Deutsche Bahn in den kommenden Jahren eigene Aufzüge in der Nordunterführung installieren. Dafür soll die Unterführung bis Gleis 8 verlängert und damit auch ein zweiter Zugang zum Stühlinger geschaffen werden. Weitere Infos zum geplanten Aus- und Umbau des Hauptbahnhofs gibt es hier.

Bis Mai 2025 erneuert die VAG ihre Aufzüge an der Stadtbahnbrücke am südlichen Ende des Hauptbahnhofs. Dafür wird nie mehr als einer der fünf Aufzüge gleichzeitig stillstehen. Unter www.vag-freiburg.de/fahrplan/zustandsanzeige-aufzuege können sich Reisende im Vorfeld im Internet über Störungen der Aufzüge informieren. Die Erneuerung der Rolltreppen ist für das Jahr 2024 vorgesehen. In die Erneuerung investiert das Freiburger Verkehrsunternehmen pro Aufzug je rund 600.000 Euro.

Insbesondere für Mobilitätseingeschränkte und Reisende mit viel Gepäck sind die Aufzüge sehr nützlich. Wer in der Zeit des Umbaus über den Freiburger Hauptbahnhof reist und Hilfe benötigt, kann sich wie gewohnt auch an die Mobilitätsservice-Zentrale (MSZ) der Deutschen Bahn wenden: Telefon: 030 65212888; Fax: 030 65212899; E-Mail: msz@deutschebahn.com.

Weitere Infos: www.vag-freiburg.de

Veröffentlicht am 15. August 2022
Kommentare (1)

Letzter Großstadtbahnhof ohne Aufzug (Helga Wartner) 06.09.2022 22:47
In diesem Artikel wird von Aufzügen gesprochen, als seien sie ein besonderes Privileg für einen Bahnhof. In einer von mehr Fahrrädern als Autos beherrschten Stadt wie Freiburg mutet es wie ein Till-Eulenspiegel-Streich an, dass die DB offensichtlich ausgerechnet hier vergessen hat, die Bahnsteige mit dem Rad erreichbar zu machen. In den kleinen Liften am hintersten Ende der Gleise darf offiziell, ebenso wie in den Straßenbahnen Freiburgs, kein Fahrrad transportiert werden. Um auf das Auto zu verzichten, muss ich mich also erfinderisch verhalten und fahre mit dem schmuddeligen und langsamen Lift, in den gerade mal zwei korpulente Personen passen, so dass sich regelmäßig eine Schlange bildet . Um auf's richtige Gleis zu gelangen, muss ich 5-10 Minuten mehr einplanen als auf jedem anderen mir in Deutschland bekannten Bahnhof. Und wenn ich in der Stadt vom Regen überrascht werde und die Straba nehmen will, muss ich mein Fahrrad abstellen und am nächsten Tag wieder holen. Historische Zustände!
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