Fernwärme und Wärmepumpen

Klimaneutral heizen

Gute Voraussetzungen für Freiburg

Freiburg will klimaneutral werden, auch beim Heizen. Das funktioniert nur, wenn auch Privatleute ihre Gas- und Ölheizungen austauschen und ihre Häuser mit klimafreundlichen Atlernativen wie Fernwärme oder Wärmepumpen heizen. Die Voraussetzungen dafür sind in Freiburg ideal. An vielen Orten in der Stadt steht das Grundwasser hoch an und kann genauso wie die Umgebungsluft mit Hilfe von Wärmepumpen genutzt werden. Zudem hat die Stadt durch ihre Lage im Oberrheingraben ein hohes Potenzial für die Nutzung von Erdwärme.

Kommunaler Wärmeplan setzt Ziele

Langfristig kann der Wämebedarf zu rund 50 Prozent über Fernwärme gedeckt werden - davon geht der Masterplan Wärme (11,242 MB) aus, den der Gemeinderat 2021 als kommunalen Wärmeplan beschlossen hat. Zuvor muss der Wärmebedarf allerdings durch energetische Sanierungen erheblich reduziert werden. Erzeugt werden soll die Fernwärme durch Erdwärme, industrielle Abwärme und andere klimaneutrale Quellen. Wo das nicht möglich ist, sollen klimafreundliche Einzelheizungen wie Wärmepumpen (27 Prozent), Holzpelletöfen und andere Biomasseheizungen (13 Prozent) und ergänzende Solarthermieanlagen (9 Prozent) zum Einsatz kommen.

Infoveranstaltungen

Das Umweltschutzamt bietet immer wieder Infoveranstaltungen und Beratungstermine an. Aktuelle Termine finden Sie an dieser Stelle.

FAQ

Wann muss ich meine Öl- oder Gas-Heizung austauschen?

Funktionierende Heizungen müssen nach dem Gebäudeenergiegesetz nur in Ausnahmefällen ausgetauscht werden.

Ausgetauscht werden müssen

  • Gas- und Ölheizungen mit Konstanttemperaturtechnik, die über 30 Jahre alt sind. Wohnen Sie seit mindestens 2002 im eigenen Haus, können Sie auch solche Anlagen weiterbetreiben.
  • ab Juli 2026: kaputte Gas- und Ölheizungen, die nicht mehr repariert werden können (in Freiburg und allen anderen Großstädten)
  • ab 2045: alle Heizungen, die fossile Brennstoffe einsetzen

Für neue Heizungen gilt

  • Der Einbau einer neuen Gasheizung ist derzeit noch erlaubt, wenn 
    • Sie sich vorab eine Energieberatung (durch eine*n Energieberater*in oder den Heizungsbetrieb) in Anspruch nehmen und
    • die neue Heizung momentan mit 15 Prozent Grünen Gasen betrieben wird, ab 2035 mit 30 Prozent und ab 2040 mit 60 Prozent. (Bitte beachten Sie dabei, dass es eventuell zu Engpässen und/oder hohen Preisen bei Grünen Gasen kommen kann.)
  • In Neubaugebieten muss jede neue Heizung mit 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden.
  • Ab Juli 2026 muss jede neue Heizung mit 65 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden (in Freiburg und allen anderen Großstädten). Mit dem Anschluss an die Fernwärme oder dem Einbau einer Wärmepumpe gilt diese Quote als erfüllt.
  • Ausgetauscht werden müssen alte Heizungen aber nur, wenn keine Reparatur mehr möglich ist.
  • Ab 2045 dürfen in Heizungen generell keinerlei fossile Brennstoffe mehr eingesetzt werden. Bis dahin dürfen bis Ende 2023 eingebaute Gas- und Ölheizungen (mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik) weiter genutzt werden. Reparaturen sind erlaubt.

Weitere Informationen, auch zur Bundesförderung Effiziente Gebäude, erhalten Sie auf den Seiten der Bundesregierung sowie der Verbraucherzentrale

Wie sehe ich, ob mein Haus ans Fernwärmenetz angeschlossen werden kann?

Bereits heute und in den nächsten Jahren wird in Freiburg das Fernwärmenetz deutlich ausgebaut. Ob es für Ihren Stadtteil schon Planungen zu Erweiterung der Wärmenetze gibt, zeigt die

Wenn es laut dieser Karte bereits Pläne für Fernwärme in Ihrer Straße gibt, können Sie sich bei badenovaWÄRMEPLUS, dem Betreiber dieser Wärmenetze ein Angebot zum Fernwärmeanschluss machen lassen.

Weitere Informationen zur Fernwärme finden sie hier.

Welche weiteren Optionen für klimaneutrale Heizungen gibt es?

Fernwärme ist nur eine Möglichkeit klimaneutral zu heizen. Wenn ein Anschluss ans Fernwärmenetz nicht möglich ist, gibt es andere klimafreundliche Heizmöglichkeiten. In vielen Gebäuden, Neu- wie Altbau, können Wärmepumpen eingesetzt werden. 

Auch Holzheizungen erfüllen die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes für erneuerbare Heizanlagen. Diese eignen sich vor allem für Gebäude, die zum Beispiel aufgrund von Denkmalschutz nicht saniert werden können und deswegen hohe Vorlauftemperaturen im Heizsystem benötigen. Das Holz sollten Sie möglichst regional beziehen und im Falle von Pellets auf Gütesiegel wie den Blauen Engel achten.  

Solarthermieanlagen werden oft zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Im Sommer kann so die Heizanlage komplett ausgestellt werden, im Winter kann sie damit unterstützt werden.

Mittlerweile sind sogenannte „H2-ready“-Gasheizungen am Markt, in denen anstelle von Erdgas auch Wasserstoff eingesetzt werden kann. Voraussetzung dafür wäre, dass die jetzigen Erdgasnetze auf Wasserstoff umgestellt werden. Für die Belieferung von Industriekunden ist das punktuell geplant oder wird bereits realisiert. Nach derzeitigem Stand ist es jedoch unwahrscheinlich, dass künftig ganze Wohngebiete flächendeckend mit Wasserstoff versorgt werden. Grüner Wasserstoff wird zwar durch den Einsatz von erneuerbarem Strom erzeugt, jedoch ist der Wirkungsgrad schlechter als der einer Wärmepumpe. Zudem muss auch der Wasserstofftransport gewährleistet sein. Deshalb gilt: Für die Heizung von Gebäuden ist die direkte Nutzung von Strom über Wärmepumpen effizienter und damit in den meisten Fällen günstiger. 

Wie finde ich die passende Heizung für mich?

Um herauszufinden, welche Heizmöglichkeit für Sie die passende ist, können Sie folgende Schritte gehen:

1. Energieberatung

Nutzen Sie für den Einstieg in die Thematik die kostenlose Energieberatung (im Rahmen der Freiburger Energiesparberatung in Kooperation mit der Verbraucherzentrale), um sich für ihr Gebäude über Sanierungsmöglichkeiten und Optionen zum Heizungstausch zu informieren. 

Die Energieberater*innen können in weiterführenden Beratungsgesprächen einen individuellen Sanierungsfahrplan erstellen und prüfen, ob das Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist. Sie unterstützen Sie auch bei der Konzeptionierung  einer neuen Heizung.

2. Ist bei mir in der Straße Fernwärme geplant?

Informieren Sie sich auf der Karte zum geplanten Wärmenetzausbau, ob in Ihrer Straße ein Fernwärmenetz geplant ist: 

  • Falls ja: Holen Sie ein Angebot bei badenovaWÄRMEPLUS ein, dem Betreiber der Freiburger Wärmenetze.
  • Falls nicht: Informieren Sie sich über Wärmepumpen.

3. Angebote einholen und vergleichen

Wenn ein Anschluss an die Fernwärme für Sie nicht möglich ist, informieren Sie sich zu individuellen Lösungen für die Wärmeversorgung Ihres Gebäudes. Beratung, Fachplanung und den Einbau neuer Heizanlagen bieten Betriebe aus dem Bereich Sanitär Heizung Klima an. Eine Online-Handwerkersuche (mit Filterfunktion) bietet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK). 

4. Fördermittel

Beantragen Sie rechtzeitig Fördermittel. Die städtische Hotline 0761 21 43 00 90, die von der Energieagentur Regio Freiburg betreut wird gibt Auskunft

  • zum städtischen Förderprogramm "Klimafreundlich Wohnen"
  • zu Bundesförderprogrammen
  • zu Fragen rund um energieeffizientes Sanieren

Informieren Sie sich auch über das

Sanierte Knöpflehaussiedlung mit Claim: Ein neues Dach allein sorgt noch nicht wür warme Wände. Deshalb fördern wir als Stadt Einzungstausch und Sanierung.

Die Klimaschutzkampagne für alle Freiburger*innen

Freiburg kann Klimaschutz. Die Freiburger*innen gelten als Vorreiter*innen in Sachen Nachhaltigkeit. Deshalb steckt sich die Stadt ein großes Ziel: klimaneutral bis 2035. Freiburg ist schon "so weit und so gut".  

Aber um das ambitionierte Ziel zu erreichen, müssen wir als Stadtgesellschaft in den nächsten Jahren noch eine Schippe draufpacken!

Jetzt alles tun für die Klimaneutralität:

Kontakt

Umweltschutzamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg
Telefon (Sekretariat) +49 761 2016101
Fax +49 761 2016199