Temporäres Kunstprojekt im öffentlichen Raum

Fassade des Goethe-Gymnasiums mit feministischer Kunst "SOLANGE" verhüllt

Künstlerin Cibulka vor ihrem Fassadenprojekt SOLANGE mit dem Schriftzug "Solange Visionenen dort enden, wo unsere Zukunft beginnt, bin ich Feminist:in."
Schule, die auch von außen zum Nachdenken anregt. (Foto: Patrick Seeger/ Stadt Freiburg)

Kunstprojekt zum ersten Mal in Deutschland

In Freiburg präsentiert die österreichische Künstlerin Katharina Cibulka Kunstprojekt SOLANGE zum ersten Mal in Deutschland. Mitten in der Innenstadt, an der eingerüsteten Fassade des Goethe-Gymnasiums am Holzmarkt, ist seit dem 1. September ein mit pinkem Stoff besticktes Baustellen-Netz zu sehen, auf dem in großen Lettern eine „SOLANGE-Aussage“ zu lesen ist.

In ihrer künstlerischen Arbeit SOLANGE widmet sich die Künstlerin sich seit 2018 den Themen Gleichberechtigung, soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaft und Feminismus. Mit markanten Botschaften thematisiert sie im öffentlichen Raum gesellschaftliche Fragen. Gemeinsam mit ihrem Team stickt sie diese Botschaften in Staubschutznetze, die von großen Baustellen in das Stadtbild wirken.

Ihre Forderungen nach Gleichberechtigung von Frauen hat Cibulka bereits an 21 Baustellen-Verhüllungen in verschiedenen Städten in Österreich, Italien, Slovenien und Marokko gezeigt. Jetzt ist ihr Werk zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Eine Ausweitung des Projektes auf weitere Länder ist geplant.
Die auf den Staubschutznetzen im traditionellen Kreuzstich von Hand gefertigten SOLANGE-Botschaften benennen Missstände und Ungleichgewichte im Geschlechterverhältnis. Cibulka hat dabei immer das Gemeinsame, Verbindende vor Augen, ist sie doch zutiefst davon überzeugt, dass nachhaltige Veränderung eine gesellschaftspolitische Aufgabe ist.

Installationen im Kontext der Gebäude

Für Freiburg bespielt Katharina Cibulka die Fassade des Goethe-Gymnasiums am Holzmarkt - einem geschichtsträchtigen Ort, einem Ort der Bildungsstätte, in dem die nächste Generation heranwächst und geprägt wird. Cibulka und ihr Team sehen ihre Installationen nie losgelöst vom Kontext des Gebäudes. „Die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen beginnt heute. Wir sind dringend angehalten, positive Szenarien zu entwickeln, in denen sie sich ernst genommen, gesehen und gehört erleben, ihre Wirkung entfalten können. Erfahrung ist wichtig, aber auf die Innovationskraft der Jugend freiwillig zu verzichten, ist schlichtweg arrogant. Eine gleichberechtigte Gesellschaft basiert auf Augenhöhe, ist selbstverständlich divers. Eine Politik der Zukunft inkludiert junge Menschen. Wir alle sehnen uns nach Visionen von einer lebenswerten, fairen und nachhaltigen Welt“, ist Katharina Cibulka überzeugt.

Im Herbst 2021 sind im Zuge von SOLANGE Workshops mit den Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums zum Thema Feminismus, Gendersensibilisierung und Aktivismus geplant. Das Kunstwerk ist vom 1. September bis zum 31.Dezember an der Fassade des Goethe-Gymnasiums frei zugänglich angebracht.

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt Freiburg und der Künstlerin wurde von der Stadt Innsbruck initiiert und wurde im Rahmen der Städtepartnerschaft Innsbruck und Freiburg durch das Kulturamt, das Referat für Internationale Kontakte und das Gebäudemanagement realisiert.

Weitere Informationen zur Künstlerin und dem Projekt auf katharina-cibulka.com

Veröffentlicht am 02. September 2021
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