Digitales Baumkataster

Freiburg katalogisiert seine Straßenbäume

Wie dick, wie hoch, wie alt? Die wichtigsten Kenndaten werden vor Ort in ein mobiles Gerät eingegeben. Insgesamt warten auf das Team 43000 Bäume im Freiburger Stadtgebiet - ein Mammutprojekt. (Foto: Patrick Seeger/Stadt Freiburg)

Welche Bäume wachsenin Freiburgs Straßen? In welchem Zustand sind sie, und wie können sie fit für eine voraussichtlichtrockene Zukunft gemacht werden? Um diese Fragengeht es beim Projekt "Digitales Baumkataster", das das Garten- und Tief -bauamt gemeinsam mit der Universität gestartet hat. Dafür wird der komplettestädtische Baumbestand digital erfasst.

43000 Bäume betreut das städtische Garten- und Tiefbauamt in Freiburg – für das neue Projekt werden von jedem einzelnen wichtige Kenndaten erfasst: Baumart, Alter, Höhe, Kronendurchmes-ser sowie Vitalitätszustand und Merkmale des Baumstandorts. Außerdem werden die Bäume mit Blick auf die Verkehrssicherheit begutachtet.

Zuständig dafür sind zertifizierte Baumkontrolleure: Sie geben die Daten vor Ort über mobile Geräte ein und ver-sehen jeden Baum mit einer Nummer. "Wir erfassen zwischen 60 und 80 Bäume pro Tag", schätzt Projektleiter Dirk Osterloh. Spitzahorn, Kastanien, Platanen und Linden sind die häufigsten Baumarten, die Freiburgs Straßen säumen, sie müssen einiges aushalten.

Die Baumart der Zukunft muss hart im Nehmen sein

"Hitze, Trockenheit, Streusalz, Strahlung" seien die Faktoren, mit denen sie zu kämpfen hätten, sagt der Diplom-Forstwirt.

Bei dem Projekt geht es auch darum herauszufinden, wie der Baumbestand an die veränderten klimatischen Bedingungen angepasst werden kann, welche Bäume künftig gepflanzt werden sollen. "Sie müssen längere Trockenperioden überstehen. Gleichzeitig müssen sie aber auch winterhart sein. Insgesamt also hart im Nehmen", sagt Osterloh, "Palmen werden es nicht werden." Der Fokus richte sich zunehmend auf Baumarten, die bislang eher in südlichen Ländern verbreitet seien, wie etwa den Zürgelbaum (lateinisch Celtis) oder den Amberbaum (Liquidambar).

Zunächst werden nur die Straßenbäume in die Datenbank eingepflegt. Später sollen auch Bäume auf Spielplätzen und in Grünanlagen folgen. Die beauftragte Fachfirma ist derzeit vorwiegend im Norden und in der Innenstadt unterwegs, aber auch im Osten und Süden Freiburgs wird aktuell am digitalen Baumkataster gearbeitet.

Projekt der Albert-Ludwigs-Universität mit der Stadt Freiburg

Die Daten werden im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zwischen Albert-Ludwigs-Universität und Stadt Freiburg von Studierenden aus dem Fach Umweltwissenschaften erhoben. "Das digitale Baumkataster hilft uns, den öffentchen Baumbestand im Blick zu behalten", bringt Baubürgermeister Martin Haag das Ziel des Projekts auf den Punkt. "So können wir uns noch effektiver um unsere Bäume kümmern."

Veröffentlicht am 16. Juni 2021

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